Stadtwerke LemgoInvestition in vier Anlagen
Mit einem Wärmetransformationsplan wollen die Stadtwerke Lemgo das städtische Klimaschutzkonzept erreichen. Dieses sieht vor, dass 56 Prozent der Lemgoer Fernwärme bis zum Jahr 2028 klimaneutral sein sollen. Wie die Stadtwerke Lemgo mitteilen, werden sie in den kommenden Jahren in vier neue Anlagen investieren, die dazu beitragen, den Anteil erneuerbar erzeugter Wärme zu steigern. Ein wesentlicher Baustein ihres Plans sei ein 50 Meter hoher Wärmespeicher, der vis-à-vis vom Heizkraftwerk West errichtet wird.
„Wir investieren in einen Großwärmespeicher, der mit einer neuen großen Luft-Wärmepumpe und einer so genannten Power-to-Heat-Anlage kombiniert wird“, erklärt Matthias Sasse, Geschäftsführer der Stadtwerke Lemgo. „Und Windkraft soll zukünftig den Strom für den Betrieb der Anlagen liefern.“
15 Prozent des Wärmebedarfs
Den Stadtwerken zufolge wird der große Wärmespeicher nicht nur eine zentrale Rolle in der weiteren Wärmeversorgung der Stadt übernehmen, sondern auch die Großwärmepumpe und die Power-to-Heat-Anlage in sich aufnehmen.
„Eine Power-to-Heat-Anlage funktioniert wie ein sehr großer Tauchsieder“, erklärt Uwe Weber, Bereichsleiter Eigenerzeugung der Stadtwerke Lemgo. „Sie kann überschüssige Strommengen aus erneuerbaren Energien nutzen, um damit Wasser zu erhitzen, das als Fernheizwasser im Fernwärmenetz genutzt werden kann. Und die geplante Luft-Wärme-Pumpe wird noch größer ausfallen als die am Lemgoer Klärwerk – beide Anlagen werden zusammen jährlich 20 Gigawattstunden Wärme erzeugen, das sind 15 Prozent des Lemgoer Wärmebedarfs.“
Selbst bei Stromausfall betriebssicher
Der große Wärmespeicher wird die erneuerbar erzeugte Wärme in Form von heißem Wasser speichern, heißt es von den Stadtwerken. Die Wärme werde er bei Bedarf ins Fernwärmenetz abgeben, ohne dass Pumpen dafür notwendig sind. Allein durch seine Höhe von circa 50 Metern weise seine Wassersäule einen Druck von circa 4,5 bar auf. Das sei genug, um die Fernwärmeversorgung überall im Stadtgebiet mit dem richtigen Druck zu versehen. „Zukünftig wird der neue Großwärmespeicher das zentrale Regelelement für das gesamte Fernwärmenetz sein“, berichtet Uwe Weber. „Über diesen Speicher wird die bedarfsgerechte Steuerung der gesamten Wärmeeinspeisung in das zentrale Fernwärmenetz Lemgos vorgenommen. Und da der Wärmespeicher keinen Strom für seinen Betrieb benötigt, ist unsere Wärmeversorgung selbst bei einem Stromausfall betriebssicher.“
Baubeginn im Spätherbst
Laut Stadtwerken soll im Spätherbst dieses Jahres der Baubeginn für die Fundamente des Wärmespeichers und das Betriebsgebäude erfolgen. Die Errichtung des Speichers und der technischen Anlagen seien für Mai 2025 vorgesehen, sodass Ende 2026 die Inbetriebnahme erfolgen kann. Zudem planten die Stadtwerke eine zusätzliche Holzkesselanlage, die Holz aus Landschaftspflege und Kompost in Holzgas wandeln kann. Diese Anlage werde voraussichtlich am gleichen Ort wie der Wärmespeicher platziert, sodass er auch die Wärme, die mithilfe dieser Anlage erzeugt wird, speichern kann.
„Der neue Speicher wird aufgrund seiner Abmessungen zwar eine weithin sichtbare Landmarke darstellen – allerdings weit außerhalb des historischen Stadtkerns am Industriegebiet in Lieme“, sagt Matthias Sasse. „Insgesamt werden wir mit den neuen Anlagen auf dem Weg zur CO2-neutralen Wärmeerzeugung unserer Stadt einen großen Schritt vorankommen.“
Bremerhaven: Wärme für kommunale Wohnungen
[22.07.2026] Eine langfristige Vereinbarung zur Wärmeversorgung von mehr als 5.000 Wohnungen haben die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven und swb geschlossen. Nach Angaben von swb soll damit die Wärmeversorgung des kommunalen Wohnungsbestands schrittweise weiterentwickelt und auf dem Weg zur Klimaneutralität Fernwärme mit dezentralen Wärmelösungen kombiniert werden. mehr...
Konstanz: Wärmeverbund für neuen Stadtteil
[22.07.2026] Die Stadtwerke Konstanz und die Firma solarcomplex haben die Projektgesellschaft Wärmeversorgung Hafner gegründet. Sie soll den Aufbau und Betrieb eines Wärmeverbunds im ersten Bauabschnitt des Neubaugebiets Hafner übernehmen. mehr...
Bamberg: Beispielhafte Wärmewende im Quartier
[20.07.2026] Der Lagarde Campus in Bamberg soll nach Angaben der Fraunhofer-Allianz Energie zeigen, wie eine klimaneutrale und wirtschaftliche Wärmeversorgung in urbanen Quartieren umgesetzt werden kann. Das Projekt verbindet erneuerbare Wärmequellen, digitale Steuerung und sektorenübergreifende Energieversorgung. Die Erfahrungen sollen auch in die kommunale Wärmeplanung einfließen. mehr...
Steag Iqony: Wärmespeicher auf Schalke
[09.07.2026] Die Steag Iqony Group hat nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit einen Wärmespeicher in Gelsenkirchen in Betrieb genommen. Die Anlage soll die Ruhrfernwärme flexibler machen und Erzeugung sowie Verbrauch zeitlich besser aufeinander abstimmen. mehr...
EWE: Großwärmepumpe ist eingetroffen
[08.07.2026] EWE hat die Großwärmepumpe für das Wärmenetz im Oldenburger Stadtteil Ohmstede geliefert. Die Anlage ist das Kernstück der Modernisierung der Heizzentrale und soll die Wärmeversorgung klimafreundlicher sowie unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. mehr...
Bremen: Klimaturm eingeweiht
[07.07.2026] Auf der Bremer Überseeinsel ist der erste Klimaturm der Stadt in Betrieb gegangen, eine vertikale Luft-Wasser-Großwärmepumpe für urbane Quartiere. Das System soll eine Lücke zwischen Fernwärme und dezentralen Wärmepumpen schließen und könnte für die kommunale Wärmeplanung in schwer erschließbaren Gebieten relevant werden. mehr...
enercity: Mehr Wärme aus Müllverbrennung
[29.06.2026] Die Energieversorgung in Hannover soll künftig stärker auf Fernwärme aus der thermischen Abfallverwertung setzen. EEW Energy from Waste und enercity erweitern dafür die Wärmekapazität der Anlage in Hannover-Lahe von 50 auf bis zu 85 Megawatt. mehr...
Berlin: Hauptstadt hat Wärmeplan
[29.06.2026] Berlin hat einen gesamtstädtischen Wärmeplan beschlossen und legt damit den Fahrplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 fest. Das Konzept zeigt, wo Wärmenetze ausgebaut werden sollen und wo dezentrale Lösungen sinnvoll sind. mehr...
Augsburg: Kommunaler Wärmeplan beschlossen
[29.06.2026] Augsburg hat seinen kommunalen Wärmeplan beschlossen und legt damit die strategische Grundlage für die Wärmewende fest. Das Konzept zeigt mögliche Versorgungswege auf und wird durch neue Beratungs- und Unterstützungsangebote für Bürgerinnen und Bürger ergänzt. mehr...
Tettnang: Richtfest für Nahwärmezentrale
[24.06.2026] Das Nahwärmeprojekt in Tettnang hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Knapp elf Monate nach dem Spatenstich wurde das Richtfest für die Energiezentrale gefeiert. Die erste Versorgung öffentlicher Gebäude mit erneuerbarer Wärme ist für September 2026 vorgesehen. mehr...
Hanau: Kommunaler Beirat soll Wärmeplan begleiten
[23.06.2026] Hanau richtet einen Kommunalen Entwicklungsbeirat ein, der die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung begleiten soll. Das neue Beteiligungsformat bringt Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zusammen und soll Konflikte bei der Wärmewende frühzeitig sichtbar machen. mehr...
DStGB/DGRV: Genossenschaften als Motor der kommunalen Wärmewende
[19.06.2026] Eine neue Publikation von DStGB und DGRV zeigt, wie Genossenschaften die kommunale Wärmewende voranbringen können. Anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht sie, warum gerade Städte, Gemeinden und ländliche Regionen von diesem Modell profitieren. mehr...
Nürnberg: Spatenstich für neues Heizkraftwerk
[17.06.2026] N-ERGIE baut im Nürnberger Südwesten ein innovatives Heizkraftwerk für eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung. Die Anlage soll ein neues Stadtquartier und Teile des bestehenden Netzes versorgen und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende. mehr...
Koblenz: Konkretisierung der Wärmepläne
[15.06.2026] Koblenz treibt die kommunale Wärmeplanung voran und konkretisiert Projekte für Wärmenetze in mehreren Stadtteilen. Neue Bundesvorgaben verändern zwar den gesetzlichen Rahmen, doch für Eigentümer werden nun wichtige Weichen für die künftige Wärmeversorgung gestellt. mehr...
Krefeld/Kassel: Fortschritte bei der Wärmeplanung
[15.06.2026] Die Städte Krefeld und Kassel treiben ihre kommunale Wärmeplanung voran und schaffen damit strategische Grundlagen für die Wärmewende. Während Krefeld den politischen Fahrplan bereits beschlossen hat, hat Kassel die nächste Beschlussstufe erreicht und bereitet die verstärkte Umsetzung vor. mehr...
















