Donnerstag, 30. April 2026

AGFWKraftakt für die Fernwärmebranche

[14.06.2023] AGFW-Präsident Hansjörg Roll forderte auf dem Fernwärmegipfel, der Bund müsse mindestens drei Milliarden Euro pro Jahr bis 2035 bereitstellen, um den Ausbau der Wärmenetze zu beschleunigen.
AGFW-Präsident Hansjörg Roll: Das Ziel einer vollständigen Dekarbonisierung der Fernwärme bis 2045 ist grundsätzlich erreichbar.

AGFW-Präsident Hansjörg Roll: Das Ziel einer vollständigen Dekarbonisierung der Fernwärme bis 2045 ist grundsätzlich erreichbar.

(Bildquelle: AGFW)

Anlässlich des Fernwärmegipfels, der diese Woche in Berlin stattfand (wir berichteten), hat AGFW-Präsident Hansjörg Roll an die Bundesregierung appelliert, die Rahmenbedingungen für die Fernwärme in Deutschland deutlich zu verbessern. Roll, Technikvorstand bei MVV Energie, sagte: „Unsere Unternehmen sind bereit, die Herausforderungen der Wärmewende anzugehen. Schon jetzt investieren die Versorger Jahr für Jahr hohe Summen in die Dekarbonisierung und den Ausbau ihrer Wärmenetze. Grüne Fernwärme kann und muss in Zukunft ein wesentliches Standbein für die klimaneutrale Wärmeversorgung in Deutschland sein.“

Fernwärme für die Hälfte aller Haushalte

Das Ziel einer vollständigen Dekarbonisierung der Fernwärme bis 2045 sei grundsätzlich erreichbar. „Heute liegen wir bei der Fernwärme bei 30 Prozent. Zum Vergleich: Im gesamten deutschen Wärmemarkt liegt der Anteil bei durchschnittlich 18 Prozent. Perspektivisch kann die Hälfte aller Haushalte in den Städten mit Fernwärme versorgt werden“, zeigte sich der AGFW-Präsident überzeugt. Beides zusammen, der Um- und Ausbau in einem relativ überschaubaren Zeitraum, sei jedoch ein gewaltiger Kraftakt für Branche und Gesellschaft. Um diese Ziele zu erreichen, seien grundlegend andere Rahmenbedingungen notwendig.

Drei Milliarden Euro pro Jahr

Roll forderte eine Aufstockung der finanziellen Unterstützung für den Umbau im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze auf mindestens drei Milliarden Euro pro Jahr bis 2035. Das bisher vorgesehene Fördervolumen von drei Milliarden Euro in vier Jahren sei nicht ausreichend. Zudem müssten strukturelle Hemmnisse in den Städten beseitigt werden, um den Aus- und Umbau der Fernwärme zu beschleunigen. Wichtig sei auch die Überarbeitung von Gesetzen und Verordnungen, um Widersprüche und Schwachstellen zu beseitigen, die den Ausbau der Fernwärme behindern. Roll betonte auch die Bedeutung der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Diese Technologie sei das Rückgrat vieler Fernwärmenetze und könne mit zukünftigen Brennstoffen wie Wasserstoff kompatibel sein.

Zufriedene Fernwärmekunden

Roll wies darauf hin, dass Fernwärmekunden laut Umfragen zu den zufriedensten Kunden im Wärmemarkt gehören. Es sei wichtig, die Rahmenbedingungen anzupassen, um die Zufriedenheit der Fernwärmekunden weiter zu steigern. Die Fernwärmebranche sei bereit, an tragfähigen Lösungen zu arbeiten. Abschließend betonte der AGFW-Präsident, dass der Fernwärmegipfel der Auftakt für eine engere Zusammenarbeit und einen regelmäßigen Austausch mit der Bundesregierung, dem Bundeswirtschaftsministerium und dem Bundesbauministerium sei. Die Fernwärmebranche wolle ihren Beitrag zum Gelingen der Wärmewende leisten.



Stichwörter: Wärmeversorgung, AGFW


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