Montag, 11. Mai 2026

B.KWKKWK zum Wahlthema machen

[21.08.2017] Um Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) in die politische Diskussion vor der Bundestagswahl einzubringen, hat der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung seine Einschätzung zu acht Aspekten der KWK veröffentlicht – und fragt konkret bei den Parteien nach, wie sich diese für die KWK nach der Wahl stark machen wollen.

Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) hat jetzt seine Wahlprüfsteine für die Bundestagswahl 2017 veröffentlicht. Wie der B.KWK meldet, wurden diese an die Parteien versandt, um das Thema KWK in der öffentlichen Diskussion zur Bundestagswahl 2017 zu verankern. Insgesamt sollen die Parteien zu acht Themen Stellung zu nehmen:
– Umlagen reduzieren: Die Einführung der anteiligen EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) auf den Eigenverbrauch und die Belegung von Mieterstromkonzepten mit der vollen EEG-Umlage schwächen laut dem Verband massiv dezentrale Kraft-Wärme-Versorgungskonzepte. Auch der hohe bürokratische Aufwand mache derartige Konzepte unattraktiv.
– Vermiedene Netzentgelte erhalten: Die Abschaffung vermiedener Netzentgelte ab dem Jahr 2023 verkenne die netzdienlichen Eigenschaften von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und schwäche zugleich deren Wirtschaftlichkeit. Deshalb sollten diese auch nach 2022 gezahlt werden, so der B.KWK.
– Vollständig neue Finanzierung der Energiewende durch CO2-Steuer?: Die fluktuierenden erneuerbaren Energien bedürfen eines Ausgleichssystems, das eine sichere Stromerzeugung jederzeit gewährleistet. Zudem leistet die KWK insbesondere im Wärmemarkt den bedeutenden Beitrag für Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Sie verbindet den Strom- und Wärmemarkt und verknüpft beide mit dem Gasmarkt. Sie hat laut dem Branchenverband also die Fähigkeit zur Deckung der Residuallast. Schon heute spare die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme bis zu 50 Prozent Primärenergie und bis zu 80 Prozent CO2-Emissionen ein. Entsprechend kann die Technologie mit Blick auf die Sektorkopplung eine Brücke zu Power-to-Gas-Anlagen mit erneuerbarem Gas aus Wind-, Solar- und Biomethan bauen. Flüssiggase böten vor allem im ländlichen Raum ein erhebliches Potenzial für KWK-Wärmenetze. Bei der Einführung einer CO2-Steuer müsse die KWK deshalb sachgerecht eingeordnet werden. Denn immerhin könne eine nationale CO2-Steuer ein probates Steuerungsinstrument sein, wie dies beispielsweise die Schweiz schon vormache.

Wird die künftige Energieversorgung dezentraler?

– Die Energiewende erfordert eine Änderung der Struktur des Energieversorgungssystems. Hier stelle sich die Frage nach einer mittelfristigen Umstrukturierung der Energieversorgung hin zu mehr dezentralen Strukturen.
– Die KWK koppelt schon heute Sektoren und nutzt erneuerbare Energien: 2015 lag die Bruttostromerzeugung bei 646,9 Terawattstunden. Davon wurden 102,2 Terawattstunden in KWK-Anlagen erzeugt. Der größte Anteil des KWK-Stroms wurde aus gasförmiger Primärenergie (54,6 Terawattstunden) und der zweitgrößte Anteil aus erneuerbaren Energien (25,2 Terawattstunden) produziert. Damit hat die KWK einen Anteil von 16 Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland. Schon heute sind viele der KWK-Anlagen stromnetzdienlich, da sie mit ihrer großen Flexibilität das Über- und Unterangebot von Strom im Netz ausgleichen.
– Nach Einschätzung der Branchenvertreter spart die KWK viel Geld, weil sie die vorhandene Infrastruktur nutzt und trotzdem den Ausbau der erneuerbaren Energien voranbringt. So könne heute noch abgeregelter Wind- und Solarstrom künftig in erneuerbares Gas umgewandelt und in den Gasnetzen gespeichert werden. Zu einem späteren Zeitpunkt können gasbefeuerte KWK-Anlagen wieder Strom und Wärme produzieren. Das spare Geld, weil man weniger Übertragungsleitungen bauen, dafür aber überschüssigen erneuerbaren Wind- und Sonnenstrom nutzen kann.
– Das im aktuellen KWKG definierte Ausbauziel für die Stromerzeugung aus KWK-Anlagen in Höhe von 120 Terawattstunden bis zum Jahr 2025 scheint derzeit nicht erreichbar.
– Der administrative Aufwand für KWK-Anlagenbetreiber sei zu hoch, insbesondere beim Betrieb von Mini- und Mikro-KWK-Anlagen für kleinere Wohn- und Gewerbeobjekte.
13 konkrete Fragen zu oben genannten Themen hat der B.KWK jetzt an die Bundesparteien verschickt, um das Gespräch über KWK anzukurbeln.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Mehrstöckiges Wohnhaus mit Holzfassade und großer Photovoltaikanlage auf dem Dach in einem grünen Wohngebiet. Das Gebäude verfügt über Balkone, große Fenster und eine Terrasse mit Sitzmöbeln. Im Hintergrund sind weitere Häuser, Bäume und eine hügelige Landschaft zu sehen.

Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag

[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...

Netzausbau: Neue Stromleitungen geplant

[04.05.2026] Die Bundesregierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und neue Leitungen planen. Ein Gesetzentwurf sieht 45 zusätzliche Projekte vor. Ziel sind mehr Planungssicherheit und geringere Kosten im Energiesystem. mehr...

Arbeiter in Schutzkleidung und Helmen steigen an einem hohen Strommast aus Metall hinauf, während sie an Hochspannungsleitungen arbeiten; der Himmel ist blau mit wenigen Wolken.

Energiewende: Kommunen profitieren

[30.04.2026] Viele Städte und Gemeinden erzielen laut einer Umfrage zusätzliche Einnahmen durch erneuerbare Energien. Gleichzeitig bremsen nach Angaben der Kommunen vor allem fehlende Netze und knappe Haushaltsmittel den weiteren Ausbau. mehr...

DStGB: Forderung nach autonomen Bussen

[30.04.2026] Deutschlands Kommunen verlangen deutlich mehr Geld für den Nahverkehr und drängen zugleich auf autonome Busse im ländlichen Raum. Hintergrund sind Rekorddefizite in den Haushalten, drohende Angebotskürzungen im ÖPNV und die Frage, wie Mobilität außerhalb der Ballungszentren künftig gesichert werden kann. mehr...

Politik: Verbände positionieren sich zu aktuellen Gesetzentwürfen

[24.04.2026] Die Gesetzentwürfe zu StromVKG, EEG und Netzpaket stoßen in der Branche auf breite Zustimmung und scharfe Kritik zugleich. Verbände warnen vor Investitionsrisiken und Ausbauhemmnissen, während die Bundesregierung unter Zeitdruck zentrale Weichen stellt. mehr...

Stadtwerke München: Nachbesserungen bei Energiegesetzen

[24.04.2026] Die Stadtwerke München unterstützen die geplanten Reformen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz und beim Netzanschlussverfahren grundsätzlich, warnen jedoch vor schwächeren Investitionsanreizen und einem langsameren Ausbau erneuerbarer Energien, vor allem in Städten. mehr...

Baden-Württemberg: 15-Punkte-Plan für künftige Landesregierung

[21.04.2026] Erneuerbaren-Verbände legen einen 15-Punkte-Plan für den Umbau der Energieversorgung in Baden-Württemberg vor. Der Katalog zielt auf schnelleren Ausbau, mehr Versorgungssicherheit und neue Impulse für Industrie und Verkehr – und setzt die künftige Landesregierung unter Handlungsdruck. mehr...

Gas- und Dampfkraftwerk der Stadtwerke Düsseldorf mit moderner Industriearchitektur, großem verglasten Turm und Schornstein auf dem Betriebsgelände bei Tageslicht.

BDEW: Mix bei Kraftwerksstrategie

[17.04.2026] Der BDEW spricht sich für mehrere Technologien zur Absicherung der Stromversorgung aus. Neben Gaskraftwerken nennt der Verband Batteriespeicher und flexible Stromnachfrage. Hintergrund ist die Debatte über das Ausschreibungsdesign der geplanten Kraftwerksstrategie. mehr...

BEE: Fossile Abhängigkeiten verringern

[14.04.2026] Der Bundesverband Erneuerbare Energie begrüßt die geplanten Entlastungen der Bundesregierung angesichts steigender Energiepreise. Zugleich fordert der Verband schnellere Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien. mehr...

BDEW: Mehr Tempo bei Elektrifizierung

[13.04.2026] Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt die Ergebnisse des Koalitionsausschusses zum Ausbau erneuerbarer Energien. Zugleich kritisiert der Verband die ausbleibende Senkung der Stromsteuer. mehr...

Umfrage: Mehrheit empfindet Energie-Abhängigkeit als Bedrohung

[10.04.2026] Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Abhängigkeit von Energieimporten als Bedrohung. Eine aktuelle Umfrage zeigt zugleich klaren Rückhalt für mehr erneuerbare Energien und Speicher – und stellt politische Pläne infrage. mehr...

Saarland: Gasspeicher-Strategie gefordert

[02.04.2026] Das Saarland fordert eine nationale Strategie für Gasspeicher, um sinkenden Füllständen und Marktunsicherheiten zu begegnen. Angesichts geopolitischer Spannungen und steigender Preisrisiken wächst der Druck auf den Bund, rechtzeitig vor der nächsten Heizperiode zu handeln. mehr...

Bundesverband Erneuerbare Energie: Branche legt Maßnahmenpaket vor

[31.03.2026] Die Erneuerbaren-Branche legt ein eigenes Maßnahmenpaket für ein kostengünstiges und resilientes Energiesystem vor. Es reagiert auf umstrittene Gesetzesvorschläge aus dem Bundeswirtschaftsministerium und zielt auf mehr Investitionssicherheit und geringere Systemkosten. mehr...

Deutscher Städte- und Gemeindebund: Umsetzung der Wärmewende in Gefahr

[30.03.2026] Deutschlands Kommunen warnen vor einem finanziellen Kollaps, der Investitionen in die Wärmewende ausbremst. Ohne grundlegende Reformen und verlässliche Förderstrukturen drohen Planung und Umsetzung vor Ort ins Stocken zu geraten. mehr...

Gaspaket: Lob und Kritik von Branchenverbänden

[26.03.2026] Drei Branchenverbände bewerten den Gesetzentwurf zum Gas- und Wasserstoffbinnenmarkt grundlegend unterschiedlich. Ihre Stellungnahmen zeigen, wo es beim Umbau der Gasnetze zu Biomethan und Wasserstoff noch hakt und welche Nachbesserungen sie fordern. mehr...