B.KWKKWK zum Wahlthema machen
Der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK) hat jetzt seine Wahlprüfsteine für die Bundestagswahl 2017 veröffentlicht. Wie der B.KWK meldet, wurden diese an die Parteien versandt, um das Thema KWK in der öffentlichen Diskussion zur Bundestagswahl 2017 zu verankern. Insgesamt sollen die Parteien zu acht Themen Stellung zu nehmen:
– Umlagen reduzieren: Die Einführung der anteiligen EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) auf den Eigenverbrauch und die Belegung von Mieterstromkonzepten mit der vollen EEG-Umlage schwächen laut dem Verband massiv dezentrale Kraft-Wärme-Versorgungskonzepte. Auch der hohe bürokratische Aufwand mache derartige Konzepte unattraktiv.
– Vermiedene Netzentgelte erhalten: Die Abschaffung vermiedener Netzentgelte ab dem Jahr 2023 verkenne die netzdienlichen Eigenschaften von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und schwäche zugleich deren Wirtschaftlichkeit. Deshalb sollten diese auch nach 2022 gezahlt werden, so der B.KWK.
– Vollständig neue Finanzierung der Energiewende durch CO2-Steuer?: Die fluktuierenden erneuerbaren Energien bedürfen eines Ausgleichssystems, das eine sichere Stromerzeugung jederzeit gewährleistet. Zudem leistet die KWK insbesondere im Wärmemarkt den bedeutenden Beitrag für Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Sie verbindet den Strom- und Wärmemarkt und verknüpft beide mit dem Gasmarkt. Sie hat laut dem Branchenverband also die Fähigkeit zur Deckung der Residuallast. Schon heute spare die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme bis zu 50 Prozent Primärenergie und bis zu 80 Prozent CO2-Emissionen ein. Entsprechend kann die Technologie mit Blick auf die Sektorkopplung eine Brücke zu Power-to-Gas-Anlagen mit erneuerbarem Gas aus Wind-, Solar- und Biomethan bauen. Flüssiggase böten vor allem im ländlichen Raum ein erhebliches Potenzial für KWK-Wärmenetze. Bei der Einführung einer CO2-Steuer müsse die KWK deshalb sachgerecht eingeordnet werden. Denn immerhin könne eine nationale CO2-Steuer ein probates Steuerungsinstrument sein, wie dies beispielsweise die Schweiz schon vormache.
Wird die künftige Energieversorgung dezentraler?
– Die Energiewende erfordert eine Änderung der Struktur des Energieversorgungssystems. Hier stelle sich die Frage nach einer mittelfristigen Umstrukturierung der Energieversorgung hin zu mehr dezentralen Strukturen.
– Die KWK koppelt schon heute Sektoren und nutzt erneuerbare Energien: 2015 lag die Bruttostromerzeugung bei 646,9 Terawattstunden. Davon wurden 102,2 Terawattstunden in KWK-Anlagen erzeugt. Der größte Anteil des KWK-Stroms wurde aus gasförmiger Primärenergie (54,6 Terawattstunden) und der zweitgrößte Anteil aus erneuerbaren Energien (25,2 Terawattstunden) produziert. Damit hat die KWK einen Anteil von 16 Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland. Schon heute sind viele der KWK-Anlagen stromnetzdienlich, da sie mit ihrer großen Flexibilität das Über- und Unterangebot von Strom im Netz ausgleichen.
– Nach Einschätzung der Branchenvertreter spart die KWK viel Geld, weil sie die vorhandene Infrastruktur nutzt und trotzdem den Ausbau der erneuerbaren Energien voranbringt. So könne heute noch abgeregelter Wind- und Solarstrom künftig in erneuerbares Gas umgewandelt und in den Gasnetzen gespeichert werden. Zu einem späteren Zeitpunkt können gasbefeuerte KWK-Anlagen wieder Strom und Wärme produzieren. Das spare Geld, weil man weniger Übertragungsleitungen bauen, dafür aber überschüssigen erneuerbaren Wind- und Sonnenstrom nutzen kann.
– Das im aktuellen KWKG definierte Ausbauziel für die Stromerzeugung aus KWK-Anlagen in Höhe von 120 Terawattstunden bis zum Jahr 2025 scheint derzeit nicht erreichbar.
– Der administrative Aufwand für KWK-Anlagenbetreiber sei zu hoch, insbesondere beim Betrieb von Mini- und Mikro-KWK-Anlagen für kleinere Wohn- und Gewerbeobjekte.
13 konkrete Fragen zu oben genannten Themen hat der B.KWK jetzt an die Bundesparteien verschickt, um das Gespräch über KWK anzukurbeln.
Interview: Schocks absorbieren
[10.08.2026] Die Energiebranche fordert klare Regeln für den Schutz Kritischer Infrastrukturen. stadt+werk sprach mit Kerstin Andreae, BDEW, und Ingbert Liebing, VKU, über die Bedrohungslage und mögliche Wege zu höherer Sicherheit. mehr...
Verband Region Stuttgart: Ausbau der Stromnetze beschleunigen
[06.08.2026] Der Verband Region Stuttgart und zahlreiche Partner wollen den Ausbau der Stromnetze in der Region beschleunigen. Eine gemeinsame Absichtserklärung soll Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und die Zusammenarbeit von Kommunen, Netzbetreibern und Stadtwerken stärken. mehr...
Bundesregierung: StromVKG verabschiedet
[04.08.2026] Das neue Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz schafft den Rahmen für zusätzliche flexible Stromkapazitäten. Es soll die Versorgung auch bei wachsendem Anteil erneuerbarer Energien und dem Kohleausstieg absichern. mehr...
EEG-Novelle/Netzanschlusspaket: Stellungnahmen zu Reformschritten
[29.07.2026] Das Bundeskabinett hat heute die Entwürfe für die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschlossen. Energieverbände begrüßen den Reformkurs, verlangen im parlamentarischen Verfahren aber an zentralen Punkten Änderungen. mehr...
Thüringen: Energie-Anlagen schneller genehmigen
[28.07.2026] Thüringen will Genehmigungsverfahren für Industrie- und Energie-Anlagen weiter beschleunigen. Neue Vorgaben und organisatorische Maßnahmen sollen Investitionen sowie den Ausbau der Energie-Infrastruktur erleichtern, ohne den Umweltschutz zu schwächen. mehr...
Politik: Stellungnahmen zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket
[24.07.2026] Die Referentenentwürfe zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket stoßen bei Ländern und Verbänden auf ein geteiltes Echo. Während einige Akteure Nachbesserungen verlangen, sehen andere wichtige Fortschritte – fordern aber mehr Zeit und einen strukturierten Dialog vor dem Kabinettsbeschluss. mehr...
Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK
[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...
EEG-Novelle: Kritik aus der Biogasbranche
[22.07.2026] Ein Netzwerk der Biogasbranche kritisiert den Entwurf zur EEG-Novelle als existenzielle Bedrohung für bestehende Biogasanlagen. Nach Ansicht der Flexperten gefährden die geplanten Ausschreibungsregeln Versorgungssicherheit, Wärmewende und ländliche Wertschöpfung – und fordern deutliche Nachbesserungen. mehr...
Energiewende: Hybridlösungen statt neuer Lock-ins
[14.07.2026] Die Kraftwerksstrategie des Bundes setzt auf zentrale Großprojekte – doch die kommen zu spät und schaffen neue Abhängigkeiten. Kommunale Hybridlösungen aus KWK, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Speichern bieten einen schnelleren, resilienteren Weg. mehr...
Naturstrom: Weniger Negativpreise
[07.07.2026] An der Strombörse gab es im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Stunden mit negativen Preisen als im Vorjahr. Eine Analyse zeigt, warum die Preise trotz der globalen Energiekrise insgesamt stabil blieben und welche Rolle erneuerbare Energien und Flexibilität dabei spielen. mehr...
TenneT: Bund steigt ein
[06.07.2026] Der Bund hat seine Beteiligung am Stromübertragungsnetzbetreiber TenneT Germany abgeschlossen. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält der Staat nun 25,1 Prozent der Anteile. Nach Angaben der Bundesregierung soll damit der Ausbau des Stromübertragungsnetzes unterstützt werden. mehr...
BDEW/ZSW: BDEW/ZSW
[02.07.2026] Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil an der Stromversorgung in Deutschland erreicht. Vorläufigen Berechnungen von ZSW und BDEW zufolge stammten 58 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. mehr...
Städtetag / VKU: Verlässliche Regeln für die Wärmeplanung
[01.07.2026] Zum Stichtag für die Veröffentlichung kommunaler Wärmepläne fordern der Deutsche Städtetag und der Verband kommunaler Unternehmen ein umfassendes Wärmepaket der Bundesregierung. Nach Angaben beider Verbände sorgen geplante Änderungen am Gebäudemodernisierungsgesetz für Unsicherheit bei Kommunen und Stadtwerken. mehr...
Energieeffizienzgesetz: Stellungnahmen zur Gesetzesnovelle
[26.06.2026] Die Bundesregierung hat die Novelle des Energieeffizienzgesetzes beschlossen und mehrere Vorgaben für Unternehmen und Rechenzentren angepasst. Verbände aus Digitalwirtschaft und Energiewirtschaft begrüßen den Abbau von Bürokratie, sehen aber weiterhin Nachbesserungsbedarf bei einzelnen Regelungen. mehr...
Netzausbau: Bündnis fordert Freileitungsvorrang
[17.06.2026] Ein Bündnis aus Netzbetreibern, Verbänden und Wirtschaftsorganisationen fordert einen konsequenten Freileitungsvorrang beim Ausbau neuer Gleichstromtrassen. Die Akteure warnen, dass Ausnahmen im Bundesbedarfsplangesetz den Netzausbau verteuern und verzögern könnten. mehr...













