Plattform EEMehr Klimaschutz in Baden-Württemberg

Bei der Photovoltaik sieht die Plattform EE BW Ausbaupotenzial durch die Erschließung verschiedener Flächen.
(Bildquelle: folewu/123rf.com)
Dass Baden-Württemberg die Klimaschutzziele 2020 erreicht hat, ist auch auf die Einschnitte durch die Corona-Pandemie zurückzuführen. Damit die Treibhausgasemissionen dauerhaft sinken, braucht es jedoch strukturelle Veränderungen. Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (Plattform EE BW) hat deshalb Empfehlungen für einen schnellen Ausbau regenerativer Energien entwickelt. „Wind-, Biogas- und Wasserkraftanlagen können ihre Stromerzeugung durch Modernisierungen und Repowering erhöhen. Bei der Photovoltaik gilt es, geeignete Flächen besser zu nutzen“, erklärt Franz Pöter, Geschäftsführer der Plattform EE BW. „Für Tiefengeothermie und Holzenergie sind Grundlagenstudien sinnvoll.“ Die nächste Landesregierung fordert Franz Pöter auf, beim Klimaschutz sofort mit Siebenmeilenstiefeln voranzugehen. „Nur mit höheren Ambitionen lassen sich die vertanen Chancen der vergangenen Legislaturperiode nutzen.“ Erneuerbare Energien schneller auszubauen, nütze letztlich nicht nur dem Klima, sondern stärke auch die regionale Wirtschaft. „Egal, ob die Energie aus Wind, Wasser, Sonne, dem Erdreich oder dem Wald kommt – alle erneuerbaren Energien bieten erhebliche Potenziale für den Klimaschutz, die bislang ungenutzt bleiben. Die nächste Landesregierung darf diese Möglichkeiten nicht weiter ungenutzt lassen. Sie muss sofort nach der Wahl am 14. März für mehr Klimaschutz eintreten.“
Potenzialflächen besser nutzen
Bei der Photovoltaik sieht die Plattform EE BW Ausbaupotenzial durch die Erschließung verschiedener Flächen. Sonnenenergie lasse sich faktisch überall nutzen – auf Dächern, an Fassaden, auf Äckern, Wiesen und Parkplatzflächen. Bei Letzteren würden sich positive Zusatzeffekte wie Wetterschutz und Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge schaffen lassen. „Wir müssen in unserem dicht besiedelten Bundesland verstärkt Flächen mehrfach nutzen. Mit einem 1.000-Sonnen-Parkplatz-Programm für Kommunen und Landeseinrichtungen können wir hier schnell ein neues Marktpotenzial erschließen“, meint Franz Pöter. In nahezu allen Kommunen gebe es größere Parkplätze, die mit einer solaren Überdachung Strom und Wärme erzeugen können.
Bei der Windenergie sieht die Plattform EE BW vor allem an vielen älteren Windenergiestandorten Änderungsbedarf. Mit dem Austausch von in die Jahre gekommenen Anlagen durch moderne Windenergieanlagen lasse sich die Stromerzeugung an diesen Standorten vervielfachen. „Der Austausch der Anlagen, das so genannte Repowering, muss daher an den Standorten selbst und im mittelbaren Umfeld vereinfacht ermöglicht werden. Hierzu muss die Landesregierung schnell unbürokratische und verlässliche Regelungen festlegen“, fordert Pöter. Zusätzlich sollen in den kommenden fünf Jahren mehr als 100 Windenergieanlagen im Staatswald gebaut werden.
Mit Studien Grundlagen schaffen
Auch in der Tiefengeothermie kann die nächste Landesregierung laut der Plattform EE für Aufschwung sorgen. In den geologischen Tiefen am Oberrhein besitze Baden-Württemberg ein großes Wärmereservoir. Dieses gelte es für die Wärmeversorgung der Region zu nutzen. „Mit einer grundlegenden Studie sollte untersucht werden, wie sich das Potenzial der tiefen Geothermie im Zusammenspiel mit weiteren erneuerbaren Energiequellen für die Wärmeversorgung der Gesamtregion nutzen lässt. Hierzu zählen die Dekarbonisierung der bisherigen Fernwärmeversorgung, die industrielle Prozesswärme und sonstiger Wärmeabnehmer, die in einem erneuerbaren Wärmenetzverbund münden könnten“, so Pöter.
Keine ausreichend belastbaren Zahlen gibt es bei der Nutzung von Waldholz zur Strom- und Wärmeerzeugung. „Wir werben deshalb für eine umfangreiche Studienarbeit zur Bioökonomie, die den Holzzuwachs im Wald, die Nutzungskaskade – von der naturnahen Bewirtschaftung über die stoffliche Nutzung bis hin zum Energieholz – analysiert und bilanziert.“ Die verschiedenen Nutzungsinteressen am Wald als Naturraum, Erholungsgebiet, Rohstoff- und Energiequelle lassen sich aus Sicht der Plattform EE BW miteinander vereinen und Holz als Eckpfeiler einer klimafreundlichen Strom- und Wärmeversorgung nutzen.
Modernisieren und neue Technologien einsetzen
Die über 1.500 Kleinwasserkraftanlagen in Baden-Württemberg erzeugen kontinuierlich klimaschonenden Strom. „Die Anforderungen der ökologischen Gewässergestaltung ist auch mit Wasserkraftnutzung vereinbar. An einigen Wasserkraftstandorten braucht es dafür Modernisierungen, die mit einem gezielten Förderprogramm des Landes unterstützt werden müssen. Wir können es uns nicht leisten, auf den Beitrag der Wasserkraft zu verzichten“, erklärt Pöter.
Für die Biogasbranche sei es sinnvoll, sich künftig stärker in Netzwerken zusammenzuschließen. Oft habe der Fokus bislang auf dem Betrieb von Einzelanlagen gelegen. Doch für eine effiziente Nutzung von Biogas sei ein Netzverbund sinnvoll. „Für ein nachhaltiges Energiesystem lohnt es sich, Biogas zu Biomethan als alternativen Kraftstoff aufzubereiten. Ein Leitungsverbund von mehreren Biogasanlagen ermöglicht eine effiziente Methanisierung oder die Einspeisung ins Gasnetz. Der Bau vorbildlicher Biomethannetze sollte von der Landesregierung maßgeblich unterstützt werden“, erläutert Franz Pöter. Möglich sei das durch die Etablierung eines geeigneten Förderprogramms. Das Umweltministerium und das Ministerium Ländlicher Raum müssten dazu unabhängig von den politischen Farben besser kooperieren.
Nordrhein-Westfalen: Treibhausgasemissionen sinken um vier Prozent
[18.09.2026] Die Treibhausgasemissionen in Nordrhein-Westfalen sind 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund vier Prozent zurückgegangen. Nach vorläufigen Zahlen wurden 171,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Seit 1990 haben sich die Emissionen damit mehr als halbiert. mehr...
European Energy Award: Fünf NRW-Kommunen für Klimaschutz ausgezeichnet
[16.09.2026] Dülmen, Minden, Wuppertal, Greven und Warendorf sind mit dem European Energy Award ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurden unter anderem Projekte in den Bereichen Wärmeversorgung, Photovoltaik, Energieeffizienz und nachhaltige Mobilität. mehr...
Leipzig: Flächenkonzept für erneuerbare Energien vorgelegt
[08.09.2026] Leipzig hat ein Flächenkonzept für erneuerbare Energien erarbeitet. Rund zwei Prozent des Stadtgebiets kommen demnach potenziell für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen infrage. Eine wichtige Rolle sollen Photovoltaikanlagen auf Dächern spielen. mehr...
Stadtwerke Osnabrück: Nachhaltigkeitsbericht erstellt
[07.09.2026] Die Stadtwerke Osnabrück haben ihren ersten konzernweiten Nachhaltigkeitsbericht nach CSRD-Logik digital erstellt. Eine PowerApp und ein Power-BI-Dashboard bündeln dafür Nachhaltigkeits- und Emissionsdaten und sollen die Transformation steuerbar machen. mehr...
Nachhaltige Wirtschaftsflächen: Vom Standort zur passenden Strategie
[02.09.2026] Eine Typologie mit sechs Kategorien zeigt, welche Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu Gewerbe- und Industriegebieten passen. Die Systematik soll Kommunen helfen, Flächennutzung, Klimaanpassung, Energie und Mobilität schon früh standortgerecht zu planen. mehr...
Braunschweig: Projekt als Klima-Leuchtturm ausgezeichnet
[31.08.2026] Braunschweig erhält für das Beteiligungsprojekt COABS erneut den Preis „Klima-Leuchtturm“. Das Projekt entwickelte mit Wissenschaft, Verwaltung und Stadtgesellschaft konkrete Bausteine für die kommunale Klimaanpassung. mehr...
Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen: Elf Kommunen erhalten Auszeichnung
[27.08.2026] Elf Kommunen sind beim Wettbewerb „Klima kommunal“ 2026 für Projekte zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung ausgezeichnet worden. Darunter finden sich auch Vorhaben mit Bezug zu Energieversorgung, Wärme und kommunalen Liegenschaften. mehr...
Stuttgart: Klimaziele nicht erreichbar
[17.08.2026] Stuttgart hat seine Treibhausgasemissionen seit 1990 deutlich reduziert. Für das Ziel, bis 2035 klimaneutral zu werden, reicht das bisherige Tempo jedoch nicht aus. Das geht aus dem neuen Bericht zur Gesamtstädtischen Klimastrategie hervor. Besonders kritisch bewertet die Stadt die Entwicklung im Wärmesektor. mehr...
Energie-Kommune: Tangerhütte setzt auf Erneuerbaren-Mix
[11.08.2026] In Tangerhütte sind bereits Anlagen zur Gewinnung von Strom aus erneuerbaren Energien mit einer Leistung von rund 261 Megawatt installiert. Es sind weitere Wind- und Solarprojekte geplant. Zugleich arbeitet die Stadt an einer nachhaltigen Wärmeversorgung und setzt auf einen großen neuen Batteriespeicher. mehr...
Nürnberg: Maßnahmen zur Klimaneutralität bis 2035 vorgestellt
[05.08.2026] Die Stadtentwässerung und Umweltanalytik Nürnberg baut ihre Eigenenergieerzeugung und Energieeffizienz aus, um bis 2035 klimaneutral zu werden. Ein Sachstandsbericht zeigt, welche technischen Maßnahmen bereits wirken und welche Projekte als Nächstes folgen. mehr...
Westmittelfranken: Vier Kreise legen Energienutzungspläne vor
[03.08.2026] Vier Landkreise in Westmittelfranken haben digitale Energienutzungspläne bis 2040 vorgestellt. Die Analysen zeigen, warum für die Energiewende künftig nicht mehr Jahresbilanzen, sondern das zeitliche Zusammenspiel von Erzeugung, Verbrauch, Netzen und Speichern entscheidend ist. mehr...
Baden-Württemberg: Klima-Impulse aus dem Süden
[23.07.2026] Vier Kommunen in Baden-Württemberg haben sich auf den Weg gemacht, Klimaneutralität bis 2035 zu erreichen – fünf Jahre früher als vorgeschrieben. Sie verfolgen bewusst unterschiedliche Schwerpunkte. Viele Ansätze lassen sich auf andere Kommunen übertragen. mehr...
Tübingen: Stadt will Klimaschutzprogramm fortsetzen
[23.07.2026] Tübingen hat sein Klimaschutzprogramm bis 2030 fortgeschrieben und den Ausbau der Wärme- und Energie-Infrastruktur bekräftigt. Der Gemeinderat hält trotz schwieriger Rahmenbedingungen am Ziel der Klimaneutralität fest und setzt dabei auf umfangreiche Investitionen von Stadt und Stadtwerken. mehr...
Görlitz: 2030 grenzüberschreitend klimaneutral
[13.07.2026] Görlitz will bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden. Daraus ist ein langfristiger Umbau der Energieversorgung, der Stadtentwicklung und der Zusammenarbeit entstanden. Die Stadt arbeitet mit Partnern aus Deutschland und Polen zusammen. Für ihr Engagement wurde die Kommune von der Agentur für Erneuerbare Energien als „Energie-Kommune des Monats Juli 2026” ausgezeichnet. mehr...
Hamburg: CO2-Bilanz vorgelegt
[08.07.2026] Hamburg hat erstmals eine CO2-Schätzbilanz bereits sechs Monate nach Ende des Bilanzjahres vorgelegt. Die vorläufigen Daten zeigen für 2025 einen Anstieg der Emissionen und sollen die Steuerung der Klimapolitik deutlich beschleunigen. mehr...














