Donnerstag, 24. September 2026

BremenNeuer Ladepark in Betrieb

[06.04.2022] In Bremen wurde jetzt ein neuer Ladepark für Elektromobilität in Betrieb genommen. Verantwortlich für den Ladepark ist das Start-up Eulektro.
Ladepark für e-Mobilität am Franziuseck in Bremen.

Ladepark für e-Mobilität am Franziuseck in Bremen.

(Bildquelle: SKUMS)

In Bremen wurde mit Förderung des Bundes und als Pilotvorhaben in bester Lage ein Ladepark für Elektromobilität eingerichtet. Wie die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (SKUMS) mitteilt, kamen zur Inbetriebnahme die Senatorin Maike Schaefer und der Teamleiter der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur, Conrad Hammer. Zusammen mit Jan Runkel und Jan Kahrs, den Geschäftsführern des für den Ladepark verantwortlichen Start-up Eulektro, seien am Franziuseck an der Wilhelm-Kaisen-Brücke die ersten Elektroautos mit Strom versorgt worden.
„Platzsparend, mit innovativer Technik und wichtiges Angebot zum Hochlauf der Elektromobilität“, so bezeichnete Senatorin Schaefer den neuen Ladehub. „Das ist ein Startschuss für den beschleunigten Ausbau der Lade-Infrastruktur in Bremen.“
Jan Runkel, Geschäftsführer von Eulektro, stellte fest: „Sechs Autos können hier an einer Stelle geladen werden. Das gibt Sicherheit für alle, die ein Elektroauto fahren wollen. Es ist der erste Ladepark dieser Art, insgesamt neun derartiger Ladeparks sind aktuell für Bremen im Verfahren, dann können dort zeitgleich bis zu 53 Autos geladen werden.“
Der SKUMS zufolge ist Lade-Infrastruktur eine Aufgabe der Privatwirtschaft – selbst wenn sie im öffentlichen Straßenraum stattfindet. Hier müssten Privatwirtschaft und Kommunen eng zusammenarbeiten. „Wir unterstützen die Ladesäulenbetreiber durch ein schlankes Genehmigungsverfahren. Anträge können auch online gestellt werden“, betonte Senatorin Schaefer. Bremen ist eines der Bundesländer, so die SKUMS, in dem schon jetzt kein Bauantrag mehr für die Ladesäulen erforderlich ist, da mit der Novellierung der Landesbauordnung Ladesäulen für Elektromobilität bereits 2018 verfahrensfrei gestellt wurden. Zudem fielen seit 1. Januar 2022 in Bremen keine Sondernutzungsgebühren für die Lade-Infrastruktur im öffentlichen Raum mehr an.

2030 im Blick der Elektromobilität

Die Bundesregierung habe sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 in Deutschland 15 Millionen Elektroautos auf den Straßen zu haben. Das sei ein Anteil von über 30 Prozent in der Flotte. In Bremen sollten dann rund 75.000 Elektroautos zugelassen sein. Dadurch würde ein Bedarf von 7.000 bis 10.000 öffentlich zugänglichen Ladepunkten entstehen. Aktuell seien bei der Bundesnetzagentur gut 250 öffentlich zugängliche Ladepunkte in der Stadt Bremen gemeldet – allerdings erfolgten derzeit mit Abstand die meisten Ladevorgänge von Elektroautos in privaten Carports, Garagen oder auf dem Betriebsgelände.
Am 1. Januar 2022 seien nach Daten des Kraftfahrtbundesamts in der Stadt Bremen 2.581 reine Elektro-Personenkraftwagen und 3.346 Plug-In-Hybrid-Pkw zugelassen. Mit Blick auf die Neuzulassungen in Bremen zeige sich, dass zuletzt rund 20 Prozent aller neuen Personenkraftwagen rein elektrisch betrieben werden und der Anteil der batterie-elektrischen Fahrzeug kontinuierlich ansteige.
„Vor dem Hintergrund dieser stark steigenden Zulassungszahlen ist es dringend notwendig, dass der Ausbau der Lade-Infrastruktur Schritt hält“, stellte Senatorin Schaefer fest. Der Bedarf an öffentlich zugänglichen Ladepunkten in den dicht bebauten Bestandsquartieren sei besonders groß. Hier gebe es kaum private Stellplätze in Garagen und Carports – also müssen die Menschen mit Elektroautos ihre Fahrzeuge auch an öffentlich zugänglichen Ladestationen aufladen können.

53 Ladepunkte in neun Ladeparks bewilligt

Die von dem Bundesprogramm „Ladeinfrastruktur vor Ort“ geförderte Lade-Infrastruktur des Bremer Start-up Eulektro zeige einen innovativen Weg der Einrichtung von Ladepunkten in Bestandsquartieren. „Wir haben den Ladepunkten den netten Namen Ladeeule gegeben. Dieser Ladepark hat insgesamt sechs Ladeeulen, was auch die Baukosten pro Anschluss reduziert. Der Bedarf nach Lade-Infrastruktur wird sich in den nächsten Jahren deutlich erhöhen“, betont Eulektro-Geschäftsführer Jan Runkel. „Wir wollen in Bremen ein attraktives Ladeangebot schaffen – mit innovativer Technik, günstigen Tarifen und attraktiven Standorten. Sechs Ladepunkte an einem Standort geben eine ganz andere Sicherheit, dort auch einen freien Ladepunkt zu finden – anders als bei den bisherigen Ladesäulen mit jeweils zwei Plätzen.“

Auftakt zu weiteren Standorten

Der SKUMS zufolge handelt es sich bei dem jetzigen Standpunkt um den Auftakt zu weiteren in ähnlicher Konfiguration in Bremen. Insgesamt seien allein für Eulektro aktuell Fördermittel von 200.000 Euro im Programm „Ladeinfrastruktur vor Ort“ des Bundes mit neun derartiger Ladeparks inklusive 53 Ladepunkten für Bremen bewilligt. Der neu eröffnete Ladepark am Franziuseck in Bremen gehöre bundesweit zugleich zu den ersten größeren Projekten, die im Rahmen dieses Förderprogramms auch schon fertiggestellt wurden.
Weitere Ladesäulenbetreiber hätten weit über 100 neue Ladepunkte für das Stadtgebiet Bremen ins Verfahren gebracht. „Das Interesse ist da, nun muss der Bund durch ausreichende Fördermittel diesen Trend absichern. Aber auch die Beiräte sind bei der Sicherung von möglichen Standorten gefordert. In vielen Straßen geht die Installation von Ladesäulen nur, wenn dort auch das Parken geordnet wird“, macht Senatorin Schaefer deutlich.
Die Verwendung moderner Technik reduziere den Platzbedarf gegenüber den früher genutzten Ladesäulen. Geladen werde mit bis zu 22 Kilowatt pro Ladepunkt. Mit einer intelligenten Ladestromsteuerung werde sichergestellt, dass bei gleichzeitiger Nutzung aller Ladeplätze das Stromnetz nicht überlastet wird. Jeder mit einem Elektroauto könne diese Ladeplätze nutzen und sich anmelden. Der Tarif liege aktuell bei 39 Cent je Kilowattstunde.





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