Donnerstag, 25. Juni 2026

UlmRundum vorbildlich mit Erneuerbaren

[28.02.2020] Ulm ist im Jahr 2012 von der Agentur für Erneuerbare Energien als Energie-Kommune des Monats ausgezeichnet worden. Was ist aus den ambitionierten Zielen und Vorsätzen der Stadt geworden?
Durch den Ausbau erneuerbarer Energien sowie der Sektorkopplung werden in Ulm wichtige Schritte hin zum Erreichen der Energie- und Klimaziele gegangen.

Durch den Ausbau erneuerbarer Energien sowie der Sektorkopplung werden in Ulm wichtige Schritte hin zum Erreichen der Energie- und Klimaziele gegangen.

(Bildquelle: Stadt Ulm, Abteilung Vermessung)

Im Jahr 2012 ist Ulm von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) als Energie-Kommune des Monats ausgezeichnet worden. Acht Jahre später erfüllt die Stadt in Baden-Württemberg noch immer eine Vorbildrolle, berichtet die AEE. Anfang 2020 haben beispielsweise die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) ihre Grundversorgung komplett auf grünen Strom umgestellt. Auch der Bau von Passiv- oder Netto-energiehäusern rückt in der Kommune in den Fokus. Das Projekthaus Ulm etwa, ausgestattet mit Photovoltaik und Wärmepumpe, verknüpft Erneuerbare-Technologien mit einem Einfamilienhaus und dient gleichzeitig als wichtige Datenquelle. Vorbildlich bleibt Ulm überdies im Bereich der Solarenergie.

Vorzeigestadt bei Solarenergie

2018 wurden in Ulm 237 Megawattstunden Strom durch neun städtische Photovoltaikanlagen erzeugt. Auch zur Wärmeerzeugung wird die Sonne genutzt. Auf insgesamt 415 Quadratmetern betreibt die Stadt elf Solarthermie-Anlagen. „Die Solarenergie spielt in Ulm schon seit vielen Jahren eine sehr große Rolle“, bestätigt Andrea Lippert, Mitarbeiterin der Abteilung „Strategische Planung“ der Ulmer Stadtverwaltung. Dennoch seien weitere Potenziale in der Stadt vorhanden, die ausgeschöpft werden sollten. Der solare Eigenverbrauch und Mieterstromkonzepte würden künftig beim Neubau und der Gebäudesanierung noch wichtiger.
Die Stadt will laut AEE Vorreiter der Energiewende und beim Klimaschutz sein. Unter dem Slogan „Tu, was du kannst“ werden Ulmer vorgestellt, die ihren eigenen Anteil zum Klimaschutz besteuern. Eine große Rolle spielt der Wärmesektor, in dem der höchste Endenergieverbrauch anfällt. „Wir konzentrieren uns mehr und mehr auf ganzheitliche Lösungen. Dort lassen sich die verschiedenen Sektoren am besten koppeln. Blockheizkraftwerk-gestützte Wärme mit Solarthermie zum Beispiel, dazu noch Photovoltaikanlagen, deren Strom in Ladesäulen für E-Autos fließt“, erklärt SWU-Pressesprecher Bernd Jünke.

Forschung im Plusenergie Projekthaus

Auch die Forschung für zukünftige Projekte wird von verschiedenen Akteuren in der Stadt vorangetrieben. Im „Plusenergie Projekthaus Ulm für nachhaltige Energienutzung“, einem bewohnten Einfamilienhaus, werden seit 2014 von der Hochschule Ulm Daten zum Energieverbrauch und der Wirtschaftlichkeit der Erneuerbare-Energien-Technologien erhoben. Eine Photovoltaikanlage ist auf dem Haus installiert, eine Luft-Wärmepumpe wandelt den Strom in Raumwärme und Warmwasser um. Zusätzlich kann ein Pelletofen zum Heizen betrieben werden. Die Projektförderung kommt vom Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, beteiligt sind die Hochschule Ulm, die Technische Universität München, die Robert-Bosch-Schule Ulm sowie die SWU. „Auch nach acht Jahren zeigt sich, dass Ulm die stetige Vorbildrolle in der Solarenergie festigen konnte und im Bereich Sektorenkopplung anderen Kommunen tolle Ideen für eigene Projekte liefert“, resümiert Robert Brandt, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, den Sachstand in der Stadt.





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