Kraftwerk LünenVor Verhandlungen wieder in Betrieb
Nach umfassenden Revisionsarbeiten ist das Steinkohlekraftwerk Lünen noch vor der Verhandlung zur Klage des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland NRW (BUND NRW) wieder in Betrieb. Das Oberverwaltungsgericht Münster hat das Verfahren für Mitte Mai 2016 angesetzt. Der BUND hatte bereits Ende 2013 Klage gegen die kurz zuvor erteilten immissions- und wasserschutzrechtlichen Genehmigungen für das Trianel Kohlekraftwerk Lünen eingereicht. Im vergangenen Jahr hatte das Steinkohlekraftwerk am Lüner Stummhafen rund 2,84 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert. Wie die Stadtwerke-Kooperation Trianel mitteilt, hatten umfassende Revisionsarbeiten zum Gewährleistungsende des Errichterkonsortiums IHI/Siemens zu einem Stillstand des Kohlekraftwerks zwischen Anfang Juni und Ende Oktober vergangenen Jahres geführt. In Folge habe die Jahresauslastung des Kraftwerks bei rund 50 Prozent gelegen. Stefan Paul, Geschäftsführer des Trianel Kohlekraftwerks Lünen, kommentierte den Ausfall: „Einen wirtschaftlichen Schaden haben die Revisionsarbeiten und der lange Stillstand nicht verursacht.“ Alle notwendigen Reparaturen seien im Rahmen der Gewährleistung durchgeführt worden, der Stillstand konnte durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung abgedeckt werden. Für dieses Jahr gehen die Kraftwerksbetreiber von einer Jahresauslastung im Volllastbetrieb von bis zu 75 Prozent aus. Paul: „Die Aufgaben der konventionellen Kraftwerke ändern sich mit dem zunehmenden Anteil der Erneuerbaren. Nicht mehr der stoische 24-Stunden Volllastbetrieb ist gefragt, sondern eine hochflexible Stromproduktion im Zusammenspiel mit den Erneuerbaren, um die Netzstabilität und Versorgungssicherheit zu gewährleisten.“ Die konventionelle Erzeugung stehe jedoch vor dem Hintergrund des anhaltenden Preisverfalls an der Strombörse und der energiepolitischen Diskussion zum künftigen Strommarktdesign weiterhin unter Druck. Das Kraftwerk sei jetzt auf dem neuesten Stand der Technik und erfülle alle immissions- und naturschutzrechtlichen Auflagen. Deshalb gehen die Betreiber davon aus, dass die Bezirksregierung die Genehmigung für das Kraftwerk zu Recht erteilt hat.
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