Freitag, 24. April 2026

BerlinWege zur Klimaneutralität

[04.04.2013] Ein Experten-Team aus Vertretern unterschiedlicher Fachrichtungen soll bis Jahresende Szenarien entwickeln, wie der Ausstoß von Treibhausgasen in Berlin reduziert und die Stadt klimaneutral werden kann.
Forscher sollen bis Ende 2013 Szenarien entwickeln

Forscher sollen bis Ende 2013 Szenarien entwickeln, wie der CO2-Ausstoß der Stadt Berlin reduziert werden kann.

(Bildquelle: MEV Verlag)

Im Auftrag des Berliner Senats soll ein vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) geführtes Experten-Team zeigen, wie die Bundeshauptstadt bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden kann. „Auf die Metropole Berlin schaut man in Europa und in der ganzen Welt“, sagt PIK-Direktor Hans Joachim Schellnhuber. „Wenn die deutsche Hauptstadt ein Pionier wird für Klimaschutz, dann ist das ein Beitrag zur Einhaltung der Zwei-Grad-Grenze globaler Erwärmung – denn hierfür braucht es nicht nur Staaten, sondern auch mutige Kommunen.“ Wie das PIK mitteilt, sollen die Forscher bis Ende 2013 Szenarien für eine Verringerung des städtischen Ausstoßes von Treibhausgasemissionen entwickeln. Ziel sei die Reduktion von derzeit rund sechs auf deutlich unter zwei Tonnen pro Kopf und Jahr. Dies erfordere eine verbesserte Energieeffizienz des Gebäudebestandes, einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien sowie den Umbau des Verkehrssektors. „Berlin ist eine Mieterstadt und die Wirtschaftskraft liegt im bundesweiten Vergleich eher im Mittelfeld“, sagt Fritz Reusswig, Soziologe am PIK und Leiter der Machbarkeitsstudie. „Umso mehr wird es darauf ankommen, realisierbare, also auch möglichst sozialverträgliche Wege zur Klimaneutralität für Berlin zu finden. Das ist eine durchaus spannende Herausforderung für unser Team.“ Das PIK kümmere sich dabei auch um die Bereiche private Haushalte und Konsum. „Denn ohne die aktive Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger wird das Ziel der Klimaneutralität nicht zu erreichen sein“, so Reusswig. Im April starten die Wissenschaftler Workshops mit Interessenvertretern aus verschiedenen Handlungsfeldern, heißt es in der Mitteilung weiter. Zu den acht Akteuren des vom PIK geführten Konsortiums zählen unter anderem das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), das Berliner Stadtplanungsbüro UmbauStadt, das Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel sowie das Potsdamer Büro Luftbild, Umwelt, Planung. „Wir werden bei unseren Analysen und Empfehlungen den Blick auch über die Berliner Landesgrenzen hinaus richten“, sagt Bernd Hirschl vom IÖW und stellvertretender Leiter des Projekts. „Ein klimaneutrales Berlin wird auf vielfältige Weise mit dem Land Brandenburg kooperieren. Unser Ziel ist es, gerade auch die wirtschaftlichen Vorteile von Klimaneutralität herauszustellen.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

dena Energy Award: Bewerbungsphase eröffnet

[22.04.2026] Der dena Energy Award startet zum 20-jährigen Bestehen mit neuem Namen und erweitertem Fokus auf Dekarbonisierung. Unternehmen können sich bis Juni 2026 mit messbaren Effizienz- und Klimaschutzprojekten bewerben, die als Vorbild dienen. mehr...

Helmstedt: Energie-Kommune auch dank Bürgerförderung

[21.04.2026] Die Stadt Helmstedt treibt den Wandel ihrer Energieversorgung voran. Eine neue Wärmeplanung, große Projekte für Windkraft und Speicher sowie Bürgerförderung stehen im Mittelpunkt. Dafür erhält die Kommune eine bundesweite Auszeichnung. mehr...

Görlitz: Fahrplan für die klimaneutrale Stadt

[20.04.2026] Nach vier Jahren endet das Projekt TRUST in Görlitz mit mehreren Handlungsempfehlungen für den Weg zur Klimaneutralität. Die Ergebnisse stellte das Interdisziplinäre Zentrum für transformativen Stadtumbau Ende März im Rathaus vor. mehr...

Wolfsburg: Klimaneutrale Verwaltung bis 2040

[14.04.2026] Die Stadt Wolfsburg hat ein Konzept zur Klimaneutralität ihrer Verwaltung vorgelegt. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen bis 2040 deutlich zu senken. Nun soll das Papier in die politischen Gremien eingebracht werden. mehr...

Sachsen-Anhalt: Haldensleben erhält Auszeichnung für Klimaschutz

[09.04.2026] Haldensleben erhält den neuen Titel „Energiegewinner-Kommune Sachsen-Anhalt“ für systematischen kommunalen Klimaschutz. Die Auszeichnung würdigt konkrete Strukturen und Projekte – und kompensiert das Aus des bisherigen eea-Zertifizierungsverfahrens. mehr...

Augsburg: Online-Plattform zeigt Klimaschutzmaßnahmen

[08.04.2026] Die Stadt Augsburg hat jetzt eine Online-Plattform zur transparenten Darstellung ihrer Klimaschutzmaßnahmen gestartet. mehr...

bericht

Tübingen: Klimaschutz, der funktioniert

[07.04.2026] Mit der Fortschreibung ihres Klimaschutzprogramms hat die Stadt Tübingen für die Sektoren Strom, Wärme und öffentlichen Verkehr einen klaren Transformationspfad definiert. Das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, rückt damit in greifbare Reichweite. mehr...

BDEW/ZSW: 53 Prozent des Stromverbrauchs stammen aus Erneuerbaren

[07.04.2026] Erneuerbare Energien deckten im ersten Quartal 2026 erstmals 53 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Vor allem ein kräftiger Zuwachs bei der Windkraft treibt den Anteil nach oben und unterstreicht die wachsende Bedeutung für Versorgungssicherheit und Klimaziele. mehr...

Wolfsburg: Maßnahmenkatalog für Treibhausgasneutralität vorgelegt

[01.04.2026] Wolfsburg legt mit dem „Masterplan 100% Klimaschutz“ einen konkreten Fahrplan zur Treibhausgasneutralität bis 2040 vor. Der Maßnahmenkatalog soll zentrale Bereiche wie Verkehr, Gebäude und Energieversorgung neu ausrichten und steht im Mai zur politischen Entscheidung. mehr...

Difu: Studie zu Förderprogrammen

[30.03.2026] Eine Studie des Difu empfiehlt pauschale Klimabudgets und weniger Bürokratie für Kommunen. Damit sollen stockende Projekte beschleunigt werden, die bisher an komplexen Förderverfahren scheitern. mehr...

Klimaschutzprogramm: Stellungnahmen von VKU, BSW-Solar und BDEW

[26.03.2026] VKU, BSW-Solar und BDEW haben das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bewertet und fordern Nachbesserungen. Die Verbände sehen Fortschritte, warnen aber vor Umsetzungsdefiziten und widersprüchlichen Signalen für zentrale Sektoren der Energiewende. mehr...

Wiesbaden: Bilanz zu CO₂-Emissionen zeigt Fortschritte

[20.03.2026] Wiesbaden senkt Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen deutlich unter das Vor-Corona-Niveau. Eine neue Bilanz zeigt Fortschritte und macht zugleich den Handlungsdruck bei Wärmeversorgung und Verkehr sichtbar. mehr...

Sachsen: Studie zeigt Dekarbonisierungsoptionen

[19.03.2026] Eine neue Studie zeigt konkrete Dekarbonisierungsoptionen für zentrale Branchen der sächsischen Wirtschaft auf. Sie richtet sich vor allem an mittelständische Unternehmen und soll ihnen Orientierung bei technologischen und wirtschaftlichen Entscheidungen auf dem Weg zur Klimaneutralität geben. mehr...

Düsseldorf: Energie-Kommune dank Wärme- und Verkehrswende

[11.03.2026] Die Stadt Düsseldorf möchte ihre Treibhausgasemissionen deutlich reduzieren. Dabei spielen Fachkräfte, die Wärmewende und neue Mobilitätsangebote eine zentrale Rolle. Für ihr Engagement wurde die Stadt nun von der AEE zur Energiekommune des Monats Februar gekürt. mehr...

Rheinland-Pfalz: Ein Drittel ist mit Wärmeplanung fertig

[10.03.2026] Rund ein Drittel der Kommunen in Rheinland-Pfalz hat die gesetzlich vorgeschriebene kommunale Wärmeplanung bereits abgeschlossen. Die Pläne sollen den Weg zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung weisen und entscheiden mit darüber, wo künftig Wärmenetze entstehen oder dezentrale Lösungen dominieren. mehr...