BDEWEEG-Umlage gefährdet Klärgas-KWK
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat sich jetzt zum KWKG-/EEG-Änderungsgesetz geäußert. Dabei setzt sich der Verband für den Bestandsschutz von KWK-Anlagen und Investitionssicherheit ein. Entsprechend fordert der BDEW von der Bundesregierung, Pläne für die massive Mehrbelastung der Abwasserentsorgungsunternehmen bei der Nutzung von Klärgas in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen ad acta zu legen. Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, sagt: „ Wir sehen die Gefahr, dass mit der geplanten Einführung der EEG-Umlage viele hocheffiziente KWK-Anlagen der Abwasserunternehmen unrentabel werden könnten. Der Gesetzgeber würde mit dieser Neuregelung bereits getätigte Investitionen entwerten und falsche Signale senden: Anstatt das bei der Klärschlammaufbereitung anfallende Klärgas wie bisher umweltschonend und energieeffizient in KWK-Anlagen einzusetzen und zur Eigenstromversorgung zu nutzen, wäre der Anreiz groß, das Klärgas wieder abzufackeln.“ Außerdem würde der Gesetzgeber immense CO2-Einsparpotenziale verschenken. Weyand: „Das wäre ein Schildbürgerstreich.“ Wie der Bundesverband erläutert, haben Kläranlagen einen hohen Stromverbrauch. Durch den Einsatz von Klärgas in KWK-Anlagen können sie sowohl ihren Strombedarf als auch den Wärmebedarf zum Teil selbst decken. Der aktuelle Entwurf des KWKG-/EEG-Änderungsgesetzes sehe dennoch vor, KWK-Anlagen mit Klärgas-Nutzung, bei denen Maßnahmen zur Erneuerung oder zum Austausch von Komponenten durchgeführt werden, künftig mit 20 Prozent der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz) zu belasten. Bei einer Erweiterung der Kapazität sollen laut Gesetzentwurf sogar 40 Prozent der EEG-Umlage anfallen, informiert der Verband. Die geplante Abgabenbelastung würde auch den Weg zu einer energieautarken Kläranlage verbauen, sagt Weyand.
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