Sonntag, 25. Januar 2026

HessenHoher Windkraft-Zubau

[16.02.2017] Laut dem Hessischen Wirtschaftsministerium steht der Zubau der Windenergie auf Allzeithoch. So sind im vergangenen Jahr erstmals Anlagen mit einer Leistung von mehr als 300 Megawatt zugebaut worden.
Der Zubau der Windenergie in Hessen in Megawatt.

Der Zubau der Windenergie in Hessen in Megawatt.

(Bildquelle: HMWEVL)

Im Jahr 2016 sind in Hessen so viele Windräder ans Netz gegangen wie nie zuvor. Wie das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung mitteilt, wurden im vergangenen Jahr landesweit 112 Anlagen mit einer Leistung von 316,7 Megawatt neu errichtet. Damit sei die 300-Megawatt-Grenze erstmals übersprungen worden. Die Zahlen habe die Firma Deutsche Windguard im Auftrag des Branchenverbands Windenergie erhoben.

„Hessen kann die Energiewende“

Wirtschafts- und Energieminister Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) sagte in Wiesbaden: „Das ist eine gute Nachricht für das Klima, für saubere Energieerzeugung und für Wertschöpfung vor allem im ländlichen Raum. Hessen kann die Energiewende.“
Auch im Bundesvergleich habe Hessen damit deutlich Boden gut gemacht. Nachdem in den Jahren 2014 und 2015 erstmals mehr als 200 Megawatt pro Jahr zugebaut wurden, fand im Jahr 2016 nochmals eine Steigerung um 57 Prozent statt. Bundesweit habe die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr bei lediglich 24 Prozent gelegen. Al-Wazir: „Wir haben zum zweiten Mal Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern beim Zubau hinter uns gelassen. Die jetzt veröffentlichten Zahlen zeigen, welches Potenzial in der Windkraft in Hessen steckt.“
Alleine die in den vergangenen drei Jahren zugebauten Windkraftanlagen sollen Strom für knapp 400.000 Haushalte erzeugen. Diese Entwicklung werde im Jahr 2017 weiter gehen, kündigte der Minister an. So wurden laut dem Ministerium im vergangenen Jahr insgesamt 181 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 550 Megawatt genehmigt. Diese Anlagen können in den kommenden Jahren gebaut werden und sind, so Al-Wazir, der atom- und kohlefreie Strom von morgen.

Fast 1.000 Windräder drehen sich in Hessen

Zugleich dankte der Minister den Mitarbeitern in den Regierungspräsidien: „Wahrscheinlich wurden noch nie in einem einzigen Jahr so viele Anträge bearbeitet wie im Jahr 2016.“ Das heiße aber nicht, dass hier Anträge durchgewunken werden. Vielmehr stünden den 181 Genehmigungen auch 35 Ablehnungen gegenüber. Außerdem seien mehr als 50 Anträge teils nach kritischen Fragen der Genehmigungsbehörden zurückgezogen worden. Ziel sei es weiterhin, laufende Anträge zügig zu bearbeiten.
Auch die durchschnittliche Anlagenleistung konnte in den vergangenen Jahren von 2,56 Megawatt im Jahr 2013 auf 2,83 Megawatt im Jahr 2016 gesteigert werden. Insgesamt erzeugen heute 961 Windräder in Hessen erneuerbaren Strom. Dass die Energiewende in Hessen stattfindet, zeigt laut dem Minister auch eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts dimap. Demnach halten 89 Prozent der Hessen die Energiewende für wichtig oder sehr wichtig. 71 Prozent halten Windenergieanlagen darüber hinaus auch in der Nachbarschaft für zumutbar, bei bereits vorhandenen Winkraftanlagen in der Nachbarschaft steigt die Zustimmung sogar auf 75 Prozent.
Wie sich allerdings die EEG-Reform und die Umstellung von festen Vergütungssätzen auf Ausschreibungen in Hessen bemerkbar machen wird, könne derzeit noch niemand seriös beantworten, so der Minister. „Leichter wird es dadurch sicher nicht. Wir werden sehr genau beobachten, wie sich die Genehmigungsanträge in diesem Jahr entwickeln werden.“





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Schleswig-Holstein: Erhöhung des Bürgerenergiefonds

[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben. mehr...

BDEW: Stellungnahme zur Kraftwerksstrategie

[19.01.2026] Bundesregierung und EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte der Kraftwerksstrategie verständigt und damit den Weg für neue Ausschreibungen und zusätzliche gesicherte Leistung geebnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sieht darin ein wichtiges Signal für Versorgungssicherheit und Investitionen in steuerbare Kapazitäten. mehr...

BDEW: Zehn-Punkte-Papier für mehr Resilienz

[14.01.2026] Nach dem mehrtägigen Stromausfall infolge eines Brandanschlags in Berlin fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rasche politische und rechtliche Konsequenzen. Ein Zehn-Punkte-Papier soll die Resilienz Kritischer Energie- und Wasserinfrastrukturen gegen Sabotage, Ausfälle und Krisen stärken. mehr...

Deutscher Landkreistag: Änderungen an KRITIS-Dachgesetz gefordert

[12.01.2026] Ein mehrtägiger Stromausfall nach einem Anschlag im Berliner Südwesten hat aus Sicht der Landkreise gravierende Schwachstellen in der Krisenvorsorge offengelegt. Der Deutsche Landkreistag dringt deshalb auf einen umfassenderen Schutz Kritischer Infrastrukturen und auf Nachbesserungen beim geplanten KRITIS-Dachgesetz. mehr...

Sachsen: Fortsetzung der zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle

[12.01.2026] Sachsen setzt die Arbeit seiner zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle fort und beauftragt die bisherige Trägergemeinschaft erneut. Damit soll der Aufbau einer durchgängigen Wasserstoffwirtschaft bis 2030 weiter unterstützt werden. mehr...

Niedersachsen: Gewerbesteueraufkommen für Offshore-Windparks gesichert

[07.01.2026] Niedersachsen ordnet die Gewerbesteuer für Offshore-Windparks neu und sichert damit dauerhaft hohe Einnahmen für seine Kommunen. Kern der Regelung ist die Zuweisung der Hebeberechtigung an Wilhelmshaven ab 2026, mit umfangreichen Umverteilungseffekten über den Kommunalen Finanzausgleich. mehr...

AEE: Fortschritte bei Flächen-Ausweisungen

[07.01.2026] Die Bundesländer kommen bei der Ausweisung von Flächen für Windenergie voran, erreichen die gesetzten Zwischenziele jedoch bislang nur teilweise. Ein Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den Ländern sowie Fortschritte bei Genehmigungen und Photovoltaik-Freiflächen. mehr...

Schleswig-Holstein: Forschungszentrum für Leistungselektronik geplant

[06.01.2026] Schleswig-Holstein will am Campus der HAW Kiel ein neues Forschungszentrum für Leistungselektronik errichten und dafür bis zu 15,28 Millionen Euro bereitstellen. Das Vorhaben soll Forschung, industrielle Anwendung und Technologietransfer im Kontext der Energiewende bündeln. mehr...

BSI: Richtlinie für Smart Meter Gateways überarbeitet

[19.12.2025] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat die Technische Richtlinie TR-03109-6 für die Administration von Smart Meter Gateways überarbeitet. Die neue Version 2.0 wird mit der nächsten Zertifizierung der Gateway-Administrator-Systeme ab 2027 verbindlich. mehr...

Stadtwerke Lübeck: Umfrage zu Investitionen in Energiewende

[17.12.2025] Die Bereitschaft zu staatlichen Investitionen in die Klimaneutralität ist in Deutschland tief gespalten. Eine repräsentative Umfrage zeigt zugleich, dass viele Bürgerinnen und Bürger klare Prioritäten bei Infrastrukturprojekten erwarten und kommunalen Unternehmen dabei eine zentrale Rolle zuschreiben. mehr...

BDEW: Kritik an NEST-Paket

[12.12.2025] Das von der Bundesnetzagentur veröffentlichte NEST-Paket überzeugt die Branche nicht. Aus Sicht des BDEW fehlt ein verlässlicher Rahmen für die neue Anreizregulierung. Die Verbände warnen vor Folgen für Investitionspläne vieler Netzbetreiber. mehr...

Biogasrat: Warnung vor Wettbewerbsnachteilen

[12.12.2025] Der Biogasrat warnt, dass der neue Kabinettsentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote die Existenz mittelständischer Produzenten fortschrittlicher Biokraftstoffe gefährde. mehr...

AGFW: Statement zum Geothermie-Beschleunigungsgesetz

[10.12.2025] Der Bundestag hat das Geothermie-Beschleunigungsgesetz beschlossen und damit neue Standards für schnellere Planfeststellungsverfahren bei Wärmeleitungen gesetzt. Der Energieeffizienzverband AGFW warnt vor möglichen zusätzlichen Hürden durch unklare Formulierungen im Gesetz. mehr...

interview

Interview: Der Schnellere und Bessere gewinnt

[09.12.2025] Wenn wir heute von vorne beginnen würden, ein Energiesystem aufzubauen, würden wir es dezentral gestalten, sagt Milan Nitzschke. stadt+werk sprach mit ihm und Stefan Liesner über Wege zu einem sinnvollen und zukunftsfähigen Strommarktdesign. mehr...

Energieministerkonferenz: Verlässliche Rahmenbedingungen gefordert

[09.12.2025] Die Energieministerkonferenz in Stralsund hat ein gemeinsames Signal an den Bund gesendet: Für den Erfolg der Energiewende braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, bezahlbaren Strom und Tempo beim Wasserstoffhochlauf. Ländervertretern zufolge stocken zentrale Projekte wie Kernnetz, Elektrolyse und Offshore-Ausbau, während die Industrie Planungssicherheit einfordert. mehr...