Dienstag, 3. November 2026

Energieagentur Rheinland-PfalzKommunen Machen Klima

[13.01.2021] Nachmachen erwünscht – eine Best-Practice-Reihe präsentiert ab sofort Kommunen in Rheinland-Pfalz, die sich vorbildlich für den Klimaschutz engagieren. Den Auftakt bildet das Solarstromprojekt der Gemeinde Horn im Rhein-Hunsrück-Kreis.
Die Dachfläche des Gemeindehauses von Horn im Hunsrück bietet noch Platz für weitere Photovoltaikmodule.

Die Dachfläche des Gemeindehauses von Horn im Hunsrück bietet noch Platz für weitere Photovoltaikmodule.

(Bildquelle: Energieagentur Rheinland-Pfalz / Sonja Schwarz)

Um die Klimaziele des Landes Rheinland-Pfalz zu erreichen, sind verstärkte Anstrengungen notwendig. Die Kommunen im Land nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Eine gemeinsame Aktion der kommunalen Spitzenverbände im Land, des Kompetenzzentrums für Klimawandelfolgen und der Energieagentur Rheinland-Pfalz soll deshalb nun gelungene Projekte und erfolgversprechende Vorhaben möglichst weit bekannt machen. Wie die Energieagentur Rheinland-Pfalz berichtet, werden ab sofort im Zwei-Wochen-Takt vorbildliche Beispiele dafür präsentiert, wie Gemeinden und ihre Gremien im Klimaschutz aktiv werden. Die Serie mit dem Titel „Kommunen Machen Klima“ soll unbedingt zum Nachmachen anregen. Getragen werde die Gemeinschaftsaktion vom Landkreistag, dem Städte- und Gemeindebund, dem Städtetag Rheinland-Pfalz und der Energieagentur Rheinland-Pfalz, unterstützt vom Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen. Jeder dieser Partner publiziere die Beispiele auf seinem Online-Auftritt.

Sonne für die Nacht

Den Auftakt der Reihe bildet das so genannte Horner Modell: Horn hat 340 Einwohner und liegt im Rhein-Hunsrück-Kreis. Ihre nächtliche Straßenbeleuchtung betreibt die kleine Gemeinde laut Energieagentur Rheinland-Pfalz mit Sonnenstrahlen. Die nötige Energie dafür liefere eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Gemeindehauses mithilfe von Batteriespeichern. „Das war genau die richtige Entscheidung“, sagt Gemeinderatsmitglied Gerd Klar. „Bauplatz-Interessenten haben sich seither ganz gezielt bei uns gemeldet, weil wir den guten Ruf einer Umweltgemeinde genießen.“ Nun macht das Horner Modell in unmittelbarer Umgebung bereits Schule, heißt es aus Rheinland-Pfalz. Auch der 250-Seelen-Ort Schnorbach betreibe seine Straßenbeleuchtung mittlerweile mit Solarstrom. Weitere vier Dörfer planen derzeit, vergleichbare Anlagen zu errichten, eine Reihe weiterer Dörfer diskutiere, ihrem Beispiel zu folgen.

Chancen und Förderung nutzen

Die Gemeinde Horn denke inzwischen schon über weitere Schritte nach: Zusätzliche Photovoltaikmodule auf dem Dach des Gemeindehauses sollen unter anderem eine Tankstelle für Elektroautos und E-Bikes speisen. Michael Hauer, Geschäftsführer der Landesenergieagentur, appelliert an die Gemeinderäte im Land, die Chancen der Solarenergie auf Dächern und Freiflächen „unbedingt zu nutzen – zumal das Land Speichertechnologie bei neuen PV-Anlagen attraktiv fördert“. Die Geschäftsführer der drei kommunalen Spitzenverbände – Gemeinde- und Städtebund, Landkreistag und Städtetag – Karl-Heinz Frieden, Daniela Franke und Fabian Kirsch ergänzen: „Das Horner Modell ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie man vor Ort mit erneuerbaren Energien spürbar Wertschöpfung für die Bürgerinnen und Bürger betreiben kann. Da kann man den Gemeinden, vor allem im Interesse des Klimaschutzes, guten Gewissens das ‚Abkupfern‘ nur empfehlen.“





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