DarmstadtAusbau der Solarenergie
Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt bringt den Ausbau von Solarenergie im Stadtgebiet weiter voran. Wie die Stadt mitteilt, unterstreichen dies derzeit zahlreiche Projekte, vor allem im Bereich der Schulbausanierung und im Bereich des Bürgerparks.
Darmstadts Oberbürgermeister und Wirtschaftsdezernent Jochen Partsch (Bündnis 90/Die Grünen) erklärt: „Gerade im Bereich des Bürgerparks, an den eine Vielzahl von städtischen Gebäuden anschließt, werden aktuell im Rahmen der Bauprojekte neue Solaranlagen konzipiert beziehungsweise in Betrieb genommen. Gebäude wie das neue Nordbad, (99 Kilowatt Peak (kWp) mit einer zusätzlichen Erweiterungsfläche von 60 kWp), die Bertolt-Brecht-Schule (geplant rund 158 kWp), die Ernst-Elias-Niebergall-Schule (geplant mit rund 158 kWp) und die Christoph-Graupner-Schule mit rund 118 kWp sind hier beispielhaft zu nennen. Hier wird eine Gesamtleistung von rund 425 kWp bis 2025 ans Netz gehen. Diese Schulen und Gebäude speisen den gewonnenen Strom zukünftig in die vorhandene Ringleitung des Bürgerparks ein und können somit städtische Gebäude, die keine Photovoltaikanlage haben, mit entsprechender Energie versorgen. Insgesamt sind bis zum Jahr 2025 derzeit acht Anlagen mit 710 kWp Leistung in der Planung und Umsetzung. Weitere Anlagen werden entsprechend folgen. Der Magistrat sieht es dabei als zwingend erforderlich an, dass die Anzahl der Solaranlagen auf städtischen Gebäuden weiter erhöht werden muss, auch wurde in der Vergangenheit bei jeder Sanierung abgewogen, ob die Gebäude für Solarenergie geeignet sind.“
Labor für den Nachwuchs
Angaben Darmstadts zufolge erfolgte diese Prüfung auch für die Planung und den Bau des Berufsschulzentrums Nord (BSZN), das sich kurz vor der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts und dem Beginn des letzten Bauabschnitts befindet: „Über das Berufsschulzentrum Nord ist lange Jahre diskutiert worden und wir sind sehr zufrieden mit dem guten Baufortschritt dieser modernen Berufsschule, an der wir ebenfalls eine Solaranlage installieren“, erläutert Partsch. „Die auf den ersten Blick geringere Bestückung mit Solaranlagen am Berufsschulzentrum Nord liegt an den nicht zusätzlich belastbaren Deckenkonstruktionen. Hinzu kommen extreme Höhenversprünge in der Dachlandschaft. Themen wie Wartung und Begehbarkeit von Dachflächen erhöhen zusätzlich die Anforderungen der potenziellen Dachflächen. Auf dem noch zu sanierenden dritten Riegel des BSZN wird dennoch eine Anlage errichtet, die gemeinsam mit dem Kollegium der Heinrich-Emanuel-Merck Schule für Unterrichtszwecke konzipiert und geplant wurde. Ziel dieser Anlage ist es, den Schülern hier ein Labor zu bieten, in dem die Anwendung von erneuerbarer Energie bewertet und beobachtet werden kann und wir so junge Praktikerinnen und Praktiker gewinnen, die künftig die solare Energiewende auf die Dächer bringen. Eine höhere Auslastung der Dachkonstruktion am Berufsschulzentrum Nord wurde eingehend geprüft, auch mit Expertinnen und Experten der Entega, und aufgrund der genannten Situation derzeit nicht realisiert.“
Erhalt von grauer Energie
Darüber hinaus sei Klimaschutz auch nicht auf die Installation von Solaranlagen zu reduzieren, erklärt der OB: „Klimaschutz ist auch der Erhalt von vorhandener Bausubstanz und dadurch der Erhalt von grauer Energie, eine Investition in Leitungssysteme und Infrastruktur, wie im Projekt Berufsschulzentrum Nord. Darüber hinaus werden solche Projekte immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Konkret wird im Berufsschulzentrum Nord, ohne den Bauablauf zu verzögern, mit der Expertise der entsprechenden Fachleute die Entwicklung auf dem Solarmodulanbietermarkt genau beobachtet, um jede mögliche Dachfläche, auch wenn sie nach heutigem Stand der Technik nur schwer als Photovoltaikdach zu nutzen sind, immer wieder in den Fokus zu rücken.“ Ziel sei es, hier zusätzliche Potenziale zu heben. Gerade die rasante Entwicklung in diesem Sektor eröffnet gegebenenfalls künftig neue Möglichkeiten, so Partsch.
Über den Stand der Klimaschutz- und Sanierungsmaßnahmen der städtischen Gebäude wird im Laufe des ersten Quartals 2022 informiert.
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