Baden-WürttembergSektorziele 2030 vorgestellt
Die baden-württembergische Klimaschutzministerin Thekla Walker (Bündnis 90/Die Grünen) hat jetzt den Teilbericht „Sektorziele 2030 und klimaneutrales Baden-Württemberg“ vorgestellt. Wie das Land Baden-Württemberg mitteilt, sollen die Sektorziele rechtlich verbindlich im Klimaschutzgesetz festgeschrieben werden, weshalb sie ein wissenschaftliches Konsortium unter der Führung des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung (ZSW) errechnet hat (wir berichteten).
Das Szenario der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeige den Pfad auf, wie Baden-Württemberg innerhalb von weniger als 20 Jahren Treibhausgas-Neutralität erreichen kann und welche Treibhausgas-Mengen die einzelnen Sektoren von der Industrie über den Verkehr bis hin zur Landwirtschaft bis 2030 einsparen müssen, um die im Klimaschutzgesetz des Landes gesteckten Ziele einhalten zu können.
Bis 2030 müssten nach dem Klimaschutzgesetz des Landes 65 Prozent der Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 1990 eingespart werden. Das entspreche auf alle Sektoren verteilt einem Emissionsziel von insgesamt rund 32 Millionen Kohlenstoffdioxid (CO2)-Äquivalenten im Jahr 2030.
Auf dem Weg zur Klimaneutralität solle unter anderem das neue Klima-Maßnahmen-Register die Arbeit der Landesregierung unterstützen. Darüber hinaus begleite ein unabhängiger Klima-Sachverständigenrat die Landesregierung mit seiner Expertise. Walker erläutert: „Er wird einen Bericht vorlegen, aus dem hervorgehen wird, ob wir mit unseren Maßnahmen auf dem richtigen Pfad sind oder nachsteuern müssen.“
Dem Land Baden-Württemberg zufolge ist eine zentrale Aussagen des Zwischenberichts des Forschungsvorhabens, dass der Kohleausstieg bis 2030 für das 2030-Ziel zwingend erforderlich ist. Aufgrund der erforderlichen Elektrifizierung im Gebäudesektor, der Industrie und im Verkehrssektor seien außerdem eine deutliche Erhöhung des Strombedarfs zu erwarten. Des Weiteren bedürfe es weiter eines drastisch steigenden Anteils erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung (von 82 Prozent bis 2030 auf 98 Prozent bis 2040). Zudem müssten im Verkehrssektor der motorisierte Individualverkehr (MIV) durch Verkehrsverlagerung und Vermeidung bis 2040 um 38 Prozent gegenüber 2019 sinken. Bis 2030 solle der Neuzulassungsanteil von Elektroautos auf 100 Prozent steigen; 34 Prozent der Fahrleistung werde dann elektrisch erbracht; 2040 sei der Verbrenneranteil nur noch marginal. Schließlich seien im Sektor Landwirtschaft die Reduktion der Tierbestände sowie eine Verringerung des Konsums tierischer Produkte die zentralen Hebel zur Emissionsreduktion.
https://www.zsw-bw.de
Hier können Sie den Teibericht Sektorziele 2030 herunterladen (PDF)
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