Samstag, 31. Oktober 2026

MönchengladbachKonzept für die Energiewende

[10.02.2023] In einem Konzept zur Transformation des Energiesystems will die Stadt Mönchengladbach darlegen, wie dort in Zukunft alle Energie aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt werden kann.
In dem Konzept zur Transformation des Energiesystems der Stadt Mönchengladbach spielt Sonnennergie eine große Rolle.

In dem Konzept zur Transformation des Energiesystems der Stadt Mönchengladbach spielt Sonnennergie eine große Rolle.

(Bildquelle: lizenzfrei)

Die Stadt Mönchengladbach erarbeitet jetzt ein Konzept zur Transformation des Energiesystems. Wie die Stadt mitteilt, hat sie hierfür einen Auftragnehmer gefunden und beginnt nun an den Arbeiten des Energiekonzepts.
Ziel des Energiekonzeptes sei eine integrierte kommunale Energiewendestrategie. Auf dem Weg zur Klimaneutralität Mönchengladbachs sollen kommunale Ziele für die Energiewende festgelegt und passende Umsetzungsstrategien definiert werden. Aber auch ganz konkrete Leitprojekte werden entwickelt. Erstellen wird das Energiekonzept energielenker projects aus Greven, die dabei eng mit der Verwaltung und ihrem strategischem Partner in dem Projekt, dem regionalen Versorgungsunternehmen NEW, zusammenarbeitet.
Das Energiekonzept sehe unter anderem vor, die Verwaltungsgebäude der Stadt mit Photovoltaik auszustatten. Anderes beruhe auf privaten Initiativen. Hier wolle die Stadt durch Gespräche und Hilfsangebote Themen vorantreiben. „Deswegen verschaffen wir uns mit dem Energiekonzept einen gezielten Überblick darüber, was passieren muss, wer es umsetzen kann und wie wir als Kommune Bewegung in die Sache kriegen,“ sagt Oberbürgermeister Felix Heinrichs (SPD). „Ich bin überzeugt, dass gerade Unternehmen in Zukunft nicht mehr fragen werden, wie hoch der Gewerbesteuersatz ist, sondern ob eine nachhaltige Energieversorgung sichergestellt ist. Auch deshalb müssen wir jetzt Klarheit über Energiebedarfe in Zukunft haben und klären, wie diese Energie erzeugt werden kann.“

Konkrete Vorhaben

Laut Stadt ist ein gutes Beispiel für ein Vorhaben im Zuge der Energiewende das bereits angestoßene Projekt MUT – Mönchengladbach untersucht Tiefengeothermie. Dabei soll anhand von konkreten Gebäuden untersucht werden, ob und wie in Mönchengladbach mithilfe von Erdwärme aus großen Tiefen eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreicht werden kann. In Auftrag geben werde die Machbarkeitsstudie die Stadt gemeinsam mit verschiedenen Partnern. Zugute käme die Erdwärme aber nicht nur öffentlichen Gebäuden, sondern auch einem geplanten Industriepark und zwei Wohnquartieren.
Neben diesem integrierten Ansatz sei die Ausrichtung auf konkrete Lösungsansätze und Projekte maßgebend für das jetzt in Auftrag gegebene Energiekonzept. Schließlich sei bei der Umstellung des Energiesystems Eile geboten. Die Stadt wolle deshalb nicht abwarten, bis das komplette Konzept fertiggestellt ist. Vielmehr würden parallel zur Konzepterstellung bereits laufende oder angedachte Maßnahmen weitergeführt, dringende Themen bearbeitet und bestehende Konzepte und Strategien in das Energiekonzept integriert.

Kurs auf nachhaltiges Wachstum

Das aktuelle Klimaschutzgesetz von 2021 fordert in Deutschland im Jahr 2045 Klimaneutralität. Das Rheinische Braunkohlerevier, zu dem Mönchengladbach gehört, habe sich schon vorher der Vision einer CO2-neutralen Region verschrieben und wolle nicht weniger, als europäische Modellregion für Energieversorgungs- und Ressourcensicherheit werden. Bereits im Jahr 2016, mit der Verabschiedung der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt durch den Rat, habe sich Mönchengladbach einem Kurs des nachhaltigen Wachstums verpflichtet und zahlreiche Projekte eingeleitet, die die Stadt ökonomisch, ökologisch und sozial zukunftsfähig machen sollen. In der neuen Städtischen Gesamtstrategie sei die Priorisierung von Nachhaltigkeit, Umwelt und Klimaschutz bei der Stadtentwicklung als strategisches Ziel verankert.
Seit dem Jahr 2018 richte die Stadt ihre Klimaschutz-Aktivitäten zudem am Zertifizierungsprozess für den European Energy Award aus, in dessen Kontext auch die Idee für das jetzt beauftragte Energiekonzept entstanden ist. Im Jahr 2021 habe der Rat der Stadt Mönchengladbach den Klimanotstand erklärt. Ein Beispiel für nachhaltige Stadtentwicklung sei das Wohnquartier Seestadt mg+ (wir berichteten), dem ein nachhaltiges Energiekonzept zugrunde liege, bei dem Restwärme aus Abwasser genutzt wird. Auch der geplante Neubau eines nachhaltigen Rathauses nach dem kreislaufwirtschaftlichen Gedanken des so genannten cradle-to-cradle-Prinzips stehe beispielhaft für die eingeschlagene Richtung (wir berichteten).





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