Dienstag, 3. November 2026

Rheinisches RevierGigawattpakt erreicht Ausbauziele

[26.01.2026] Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier erreicht schneller als geplant zentrale Ausbauziele: Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist seit Ende 2020 auf 4,4 Gigawatt gestiegen. Damit rückt die für 2028 vorgesehene Marke von fünf Gigawatt bereits nach knapp vier Jahren in greifbare Nähe.

Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier scheint seine Ausbauziele zu erreichen.

(Bildquelle: RWE)

Der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung im Rheinischen Revier hat deutlich an Tempo gewonnen: Knapp vier Jahre nach dem Start des Gigawattpakts (wir berichteten) sind bereits 4,4 Gigawatt installierte Leistung in Betrieb. Wie das nordrhein-westfälische Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie mitteilt, entspricht dies nahezu einer Verdopplung gegenüber dem Stand Ende 2020 und einem frühen Erreichen eines Großteils der für 2028 gesetzten Zielmarke von fünf Gigawatt.

Getragen wird der Gigawattpakt von einem breiten Bündnis aus Land, Kommunen, Unternehmen und Projektträgern. Inzwischen beteiligen sich rund 60 Kommunen sowie zahlreiche Unternehmen und Projektentwickler an dem Vorhaben, das den Ausbau erneuerbarer Energien im Rheinischen Revier bündeln und beschleunigen soll. Bei der Jahresversammlung des Gigawattpakts in Jülich diskutierte Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen) mit Vertreterinnen und Vertretern aus Energiewirtschaft, Netzbetrieb und der Erneuerbaren-Branche insbesondere die Rolle von Batteriespeichern für Netzstabilität und Versorgungssicherheit.

Neubaur betonte laut Ministeriumsangaben die Bedeutung des beschleunigten Ausbaus für Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung. „Nordrhein-Westfalen liefert: Die Energiewende ist nicht nur ein Zukunftsversprechen, sie ist Realität“, sagte die Ministerin. Zugleich verwies sie auf den steigenden Bedarf an Flexibilität im Energiesystem. Neben dem Netzausbau setze das Land deshalb auf den zügigen Ausbau von Speichertechnologien, um die Integration der erneuerbaren Erzeugung in leistungsfähige Netze zu ermöglichen.

Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Entwicklung sind gezielte Förder- und Unterstützungsprogramme von Land und Bund. Seit 2025 unterstützt eine kommunale Kompetenz- und Beratungsstelle Städte und Gemeinden im Rheinischen Revier bei Planung, Genehmigung und Umsetzung von Projekten im Bereich erneuerbarer Energien. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Gigawattpakts nach Angaben des Ministeriums bereits mehr als 200 Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern, einschließlich Batteriespeichern, mit Fördermitteln in Höhe von über 13,5 Millionen Euro realisiert.

Der Gigawattpakt selbst wurde im März 2022 mit mehr als 50 Gemeinden, Landkreisen, Energieunternehmen und Projektträgern geschlossen. Ziel ist es, die erneuerbare Erzeugungskapazität der Region bis 2028 auf fünf Gigawatt zu erhöhen, was mehr als einer Verdopplung gegenüber dem Ausgangsniveau von 2020 entspricht.

Eingebettet ist das Vorhaben in den Strukturwandel des Rheinischen Reviers, der den Übergang von der fossilen zur klimaneutralen Energie- und Wirtschaftsstruktur begleiten soll. Bund und Land stellen dafür Fördermittel von bis zu 14,8 Milliarden Euro bereit. Das Land ergänzt die Bundesförderung durch eigene Haushaltsmittel. Nach Angaben des Ministeriums wurden bislang 521 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von rund 2,8 Milliarden Euro bewilligt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

BMI: Sabotageschutz für Energieanlagen ausgeweitet

[02.11.2026] Die Bundesregierung will den Schutz Kritischer Infrastrukturen vor Sabotage verstärken. Künftig sollen auch Beschäftigte in bestimmten Energieanlagen, virtuellen Kraftwerken und Flüssigerdgas-Terminals einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden. mehr...

EEG-Finanzierung: Förderbedarf für 2027 liegt bei 17,5 Milliarden Euro

[29.10.2026] Der Finanzierungsbedarf für die Förderung Erneuerbarer Energien wird 2027 voraussichtlich 17,5 Milliarden Euro betragen. Ausschlaggebend für die Belastung des Bundeshaushalts ist vor allem die Differenz zwischen den garantierten Vergütungen für Ökostrom und den Erlösen am Strommarkt. mehr...

ASEW: Strom-Umlagen steigen 2027 um knapp 23 Prozent

[27.10.2026] Die Strom-Umlagen steigen 2027 um insgesamt 22,9 Prozent. Vor allem höhere Kosten für die Stromnetze treiben die Belastung nach oben. Auch bei den Netzentgelten und Gaspreisen müssen Verbraucher mit steigenden Kosten rechnen. mehr...

BMWE: Bund und Länder wollen Netzfinanzierung erleichtern

[15.10.2026] Bund und Länder haben sich auf gemeinsame Eckpunkte zur Finanzierung von Stromverteil- und Wärmenetzen verständigt. Ein neues Finanzierungsinstrument soll die Eigenkapitalbasis von Stadtwerken stärken und Investitionen in die Energieinfrastruktur erleichtern. mehr...

VKU: Strategie für grüne Gase gefordert

[15.10.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt erste Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums für eine Grüngasquote, sieht aber noch erhebliche offene Fragen. Vor allem müsse die Bundesregierung klären, woher die benötigten Mengen an grünen Gasen kommen sollen und welche Kosten auf die Verbraucher zukommen. mehr...

BDEW: Stromsteuersenkung für alle gefordert

[15.10.2026] Der BDEW begrüßt die Ankündigung der CDU, die Stromsteuer bei ausreichendem Haushaltsspielraum für alle Verbrauchergruppen zu senken. Der Verband fordert eine schnelle und dauerhafte Absenkung auf das europäische Mindestmaß. mehr...

Sachsen: Millionen für Wärmewende bewilligt

[12.10.2026] Sachsen hat erste Millionenförderungen für den Umbau der kommunalen Wärmeversorgung bewilligt. Sechs größere Projekte sollen den Einsatz erneuerbarer Energien voranbringen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. mehr...

Grünes Licht für E-Mobilität: Baden-Württemberg födert den Kauf von E-Fahrzeugen und den Bau von Ladesäulen.

MiSpeL: Bundesnetzagentur erleichtert Nutzung von Stromspeichern

[09.10.2026] Die Bundesnetzagentur hat die Festlegung zur Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten (MiSpeL) beschlossen. Künftig können Speicher und bidirektionale Ladepunkte sowohl Netzstrom als auch selbst erzeugten Solarstrom aufnehmen und ins Netz zurückspeisen, ohne dass die EEG-Förderung entfällt. mehr...

Netzpaket: Redispatch-Vorbehalt stößt auf deutliche Kritik

[09.10.2026] Der geplante Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket der Bundesregierung stößt bei zahlreichen Sachverständigen auf Widerstand. In einer Anhörung des Bundestags warnten sie vor rechtlichen Risiken und schlechteren Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien. mehr...

Bremen: Fecker kritisiert Umschichtung von KTF-Mitteln

[07.10.2026] Bremens Finanzsenator Björn Fecker kritisiert, dass der Bund Einnahmen aus dem Emissionshandel künftig teilweise dem allgemeinen Haushalt statt dem Klima- und Transformationsfonds zuführen will. Nach Angaben der Bremer Finanzverwaltung geht es 2027 um 2,7 Milliarden Euro, bis 2030 könnten sich die Umschichtungen auf bis zu 13 Milliarden Euro summieren. mehr...

Energy Sharing: Impulspapier fordert klare Standards

[06.10.2026] Seit Juni 2026 ist Energy Sharing in Deutschland formal möglich, in der Praxis stehen Projekten aber noch Hürden bei Netzzugang, Bilanzierung und Abrechnung entgegen. Ein Impulspapier des Projekts Forum EnShare nennt zehn Empfehlungen, die den Einstieg erleichtern sollen. mehr...

Forschungsstelle für Energiewirtschaft: Pachtdeckel könnte EEG-Kosten deutlich senken

[06.10.2026] Eine Begrenzung der Pachten für Windenergieflächen könnte nach Berechnungen der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die EEG-Förderkosten bis 2045 um Milliarden Euro senken. Bei der im Entwurf zum EEG 2027 vorgesehenen Obergrenze von 3,5 Prozent des Jahresumsatzes errechnet das Institut je nach Vergleichsszenario Einsparungen zwischen rund drei und 37 Milliarden Euro. mehr...

Hessen: Gesetzentwurf will Drohnenüberflüge ahnden

[02.10.2026] Hessen will das unbefugte Eindringen in Kritische Infrastruktur und nicht genehmigte Drohnenüberflüge mit einem neuen Straftatbestand ahnden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf zum „gemeinschädlichen Hausfriedensbruch“ hat Justizminister Christian Heinz im Bundesrat vorgestellt. mehr...

bericht

Bundeswirtschaftsministerium: Eckpunkte für flexible KWK

[28.09.2026] Das Bundeswirtschaftsministerium will das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz bis 2035 verlängern und die Förderung stärker auf flexible, systemdienliche Anlagen ausrichten. Die Energiewirtschaft begrüßt die grundsätzliche Richtung, fordert aber unter anderem eine längere Laufzeit und Nachbesserungen bei Fördersätzen und Modernisierungen. mehr...

Novelle des KWKG: Verbände fordern Nachbesserungen

[23.09.2026] BDEW, VKU und AGFW begrüßen die Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums zur Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes. Nachbesserungsbedarf sehen die Verbände unter anderem bei Laufzeit, Fördersätzen und den Bedingungen für bestehende KWK-Anlagen. mehr...