Donnerstag, 12. März 2026

Rheinisches RevierGigawattpakt erreicht Ausbauziele

[26.01.2026] Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier erreicht schneller als geplant zentrale Ausbauziele: Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist seit Ende 2020 auf 4,4 Gigawatt gestiegen. Damit rückt die für 2028 vorgesehene Marke von fünf Gigawatt bereits nach knapp vier Jahren in greifbare Nähe.

Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier scheint seine Ausbauziele zu erreichen.

(Bildquelle: RWE)

Der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung im Rheinischen Revier hat deutlich an Tempo gewonnen: Knapp vier Jahre nach dem Start des Gigawattpakts (wir berichteten) sind bereits 4,4 Gigawatt installierte Leistung in Betrieb. Wie das nordrhein-westfälische Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie mitteilt, entspricht dies nahezu einer Verdopplung gegenüber dem Stand Ende 2020 und einem frühen Erreichen eines Großteils der für 2028 gesetzten Zielmarke von fünf Gigawatt.

Getragen wird der Gigawattpakt von einem breiten Bündnis aus Land, Kommunen, Unternehmen und Projektträgern. Inzwischen beteiligen sich rund 60 Kommunen sowie zahlreiche Unternehmen und Projektentwickler an dem Vorhaben, das den Ausbau erneuerbarer Energien im Rheinischen Revier bündeln und beschleunigen soll. Bei der Jahresversammlung des Gigawattpakts in Jülich diskutierte Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen) mit Vertreterinnen und Vertretern aus Energiewirtschaft, Netzbetrieb und der Erneuerbaren-Branche insbesondere die Rolle von Batteriespeichern für Netzstabilität und Versorgungssicherheit.

Neubaur betonte laut Ministeriumsangaben die Bedeutung des beschleunigten Ausbaus für Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung. „Nordrhein-Westfalen liefert: Die Energiewende ist nicht nur ein Zukunftsversprechen, sie ist Realität“, sagte die Ministerin. Zugleich verwies sie auf den steigenden Bedarf an Flexibilität im Energiesystem. Neben dem Netzausbau setze das Land deshalb auf den zügigen Ausbau von Speichertechnologien, um die Integration der erneuerbaren Erzeugung in leistungsfähige Netze zu ermöglichen.

Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Entwicklung sind gezielte Förder- und Unterstützungsprogramme von Land und Bund. Seit 2025 unterstützt eine kommunale Kompetenz- und Beratungsstelle Städte und Gemeinden im Rheinischen Revier bei Planung, Genehmigung und Umsetzung von Projekten im Bereich erneuerbarer Energien. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Gigawattpakts nach Angaben des Ministeriums bereits mehr als 200 Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern, einschließlich Batteriespeichern, mit Fördermitteln in Höhe von über 13,5 Millionen Euro realisiert.

Der Gigawattpakt selbst wurde im März 2022 mit mehr als 50 Gemeinden, Landkreisen, Energieunternehmen und Projektträgern geschlossen. Ziel ist es, die erneuerbare Erzeugungskapazität der Region bis 2028 auf fünf Gigawatt zu erhöhen, was mehr als einer Verdopplung gegenüber dem Ausgangsniveau von 2020 entspricht.

Eingebettet ist das Vorhaben in den Strukturwandel des Rheinischen Reviers, der den Übergang von der fossilen zur klimaneutralen Energie- und Wirtschaftsstruktur begleiten soll. Bund und Land stellen dafür Fördermittel von bis zu 14,8 Milliarden Euro bereit. Das Land ergänzt die Bundesförderung durch eigene Haushaltsmittel. Nach Angaben des Ministeriums wurden bislang 521 Projekte mit einem Gesamtfördervolumen von rund 2,8 Milliarden Euro bewilligt.





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