Montag, 21. September 2026

WiesbadenBilanz zu CO₂-Emissionen zeigt Fortschritte

[20.03.2026] Wiesbaden senkt Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen deutlich unter das Vor-Corona-Niveau. Eine neue Bilanz zeigt Fortschritte und macht zugleich den Handlungsdruck bei Wärmeversorgung und Verkehr sichtbar.

In Wiesbaden gingen die Emissionen gegenüber 1990 um 33 Prozent zurück, pro Kopf sogar um 39 Prozent.

(Bildquelle: meinzahn/123rf)

Wiesbaden hat seinen Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen seit 2019 deutlich reduziert. Wie die Landeshauptstadt berichtet, sanken die Emissionen bis 2023 auf 2,25 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente und damit um 19 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Jahr; allein im Vergleich zu 2022 ergibt sich ein Minus von 9,4 Prozent.

Auch langfristig zeigt die Entwicklung nach unten: Gegenüber 1990 gingen die Emissionen um 33 Prozent zurück, pro Kopf sogar um 39 Prozent. Die Auswertung umfasst die Jahre 2021 bis 2023 und bezieht erstmals wieder systematisch das Jahr 2019 als Referenz ein, um Trends präziser zu erfassen.

Bürgermeisterin und Umweltdezernentin Christiane Hinninger (Bündnis 90/Die Grünen) wertet die Zahlen als Erfolg gemeinsamer Anstrengungen von Stadt, Wirtschaft und Bevölkerung. Zugleich mahnt sie strukturelle Veränderungen an, vor allem bei der Wärmeversorgung. Noch immer basieren rund zwei Drittel der Wärmeerzeugung in Haushalten und Unternehmen auf Erdgas. Eine klimaneutrale und zugleich stabile Energieversorgung erfordere daher einen deutlich stärkeren Ausbau erneuerbarer Energien. Hinninger kritisiert in diesem Zusammenhang auch bundespolitische Ansätze, die aus ihrer Sicht weder Versorgungssicherheit noch Klimaziele ausreichend gewährleisten.

Ein wesentlicher Treiber des Emissionsrückgangs war die Energiekrise 2022/23. Gestiegene Erdgaspreise führten zu Einsparungen und dämpften die Produktion in Teilen der Wirtschaft. Entsprechend stark fiel dort die Minderung mit 29 Prozent aus.

Parallel arbeitet die Stadt seit 2021 an einem kommunalen Wärmeplan, der zur Jahresmitte vorliegen soll. Er definiert Ausbaupfade für Fernwärme und beschreibt technische sowie wirtschaftliche Optionen für eine klimaneutrale Versorgung in allen Stadtteilen.

Beim Ausbau erneuerbarer Energien verzeichnet Wiesbaden bereits Dynamik: 2023 kamen über 13 Megawatt neue Solarleistung hinzu, unterstützt durch kommunale Förderprogramme. Im Verkehrssektor hingegen bleibt der Fortschritt begrenzt. Die Emissionen gingen seit 2019 nur um vier Prozent zurück und gewinnen relativ an Bedeutung. Trotz steigender Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen dominieren weiterhin fossile Antriebe.

Die Stadt setzt daher auf ein Bündel an Maßnahmen: den Ausbau des Radwegenetzes, zusätzliche Carsharing-Angebote, mehr Lade-Infrastruktur, ein E-Mobility-Hub sowie die schrittweise Elektrifizierung der Busflotte. Ziel ist eine nachhaltigere Mobilität, die den Emissionsrückgang auch in diesem Bereich beschleunigt.





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