AGFWEmpfehlungen für Abwärmenutzung
Im Zuge der Verbändeanhörung zu dem Entwurf des Energieeffizienzgesetzes (EnEfG) hat der Fernwärmeverband AGFW gegenüber dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) Empfehlungen zur Verbesserung der Abwärmenutzung durch Rechenzentren und Unternehmen ausgesprochen. Dies teilt der AGFW jetzt mit.
„Abwärme, die nicht in internen Prozessen genutzt oder vermieden wird, kann für viele Wärmenetze ein großer Schritt zur Dekarbonisierung der Fernwärmeversorgung sein“, sagt John Miller, stellvertretender Geschäftsführer und Bereichsleiter Energiewirtschaft und Politik beim AGFW. Er ergänzt: „Grundsätzlich begrüßen wir, dass Abwärme und deren Einbindung in Fernwärmenetze – wo möglich und sinnvoll – in dem Gesetz behandelt wird. Um das Abwärmepotenzial in Unternehmen und Rechenzentren jedoch dauerhaft nutzbar zu machen, bedarf es weiterer Anpassungen. Aus Sicht der Fernwärmeversorgungsunternehmen muss mit dem Gesetz sichergestellt werden, dass Unternehmen tatsächlich entsprechende Maßnahmen ergreifen, um externe Abwärmenutzung zu ermöglichen. Wir würden uns vom Gesetzgeber insgesamt mehr Ambitionen bei der Bereitstellung von Abwärme für Fernwärmenetze wünschen.“
Forderung nach klaren Bedingungen
Angaben des AGFW zufolge fordert der Verband in seiner Stellungnahme, dass für Unternehmen klarere Bedingungen zur Wiederverwendung von Abwärme geschaffen werden. Aus Sicht des AGFW besteht das Risiko, dass ansonsten die Anzahl an Abwärmenutzung und -auskopplung in ein Fernwärmenetz gering bleibt. Um tatsächlich festzustellen, ob die entsprechenden Maßnahmen zur Wiederverwendung von Abwärme zumutbar und durchführbar sind, sollten Unternehmen verpflichtet werden, unabhängige Machbarkeitsstudien durchzuführen.
Falls diese Studien tatsächlich zu dem Ergebnis kommen sollten, dass die Abwärmenutzung aktuell nicht möglich und zumutbar sei, sollten Unternehmen Vorbereitungen für eine spätere Auskopplung und Weiterleitung von Abwärme an die Wärmenetzbetreiber vornehmen. Unternehmen mit nutzbaren Abwärmepotenzialen sollten mittels Anreizen oder Verpflichtungen dazu gebracht werden, in Zukunft Abwärme-Ready zu sein. „Nur wenn Unternehmen und Rechenzentren technisch bereit für eine Abwärme-Auskopplung sind, kann das System Fernwärme und damit die angeschlossenen Haushalte von der bisher oft ungenutzten Energiequelle profitieren“, sagt Miller.
Plattform für Abwärme
Zudem fordert der AGFW, dass neue Rechenzentren ab dem Jahr 2028 mindestens 40 Prozent der anfallenden Abwärme wiederverwenden müssen, statt wie bisher vorgesehen lediglich 20 Prozent. Ebenso sollte der Gesetzgeber bei der vorgesehenen Plattform für Abwärme nachsteuern: „Seit langem fordern wir eine Plattform für Abwärme. Mit dieser sollen Unternehmen den Wärmenetzbetreibern alle wichtigen Daten zu anfallender Abwärme zur Verfügung stellen. So wie aktuell vorgesehen, ist die Qualität der an die Plattform zu übermittelnden Daten jedoch noch nicht ausreichend“, betont Miller.
Laut AGFW versorgt Fernwärme aktuell 14 Prozent der deutschen Haushalte mit Wärme. Nach den Plänen der Bundesregierung – die aktuell mit weiteren Gesetzen, wie dem Gebäudeenergiegesetz umgesetzt werden – werde Fernwärme neben der Wärmepumpe ein wesentlicher Bestandteil der zukünftigen Wärmeversorgung sein. Fernwärmenetze sollten verstärkt ausgebaut und dekarbonisiert werden. Ein wesentlicher Vorteil des Systems Fernwärme sei dabei die mögliche Diversifizierung der Wärmeerzeugung. Die in einem Fernwärmenetz verwendbare Wärmeenergie könne aus den verschiedensten Quellen stammen. Neben Abwärme spielten Tiefengeothermie, Großwärmepumpen, Solarthermie und Power-to-Heat eine wachsende Rolle in der Fernwärme-Erzeugung. Die Branche benötige jedoch auch Wasserstoff, um mittels Kraft-Wärme-Kopplung in Zukunft eine wachsende und versorgungssichere Wärmebereitstellung zu ermöglichen.
RWE/Amprion: Stromanbieter kritisieren geplante Übernahme
[19.08.2026] Die geplante Übernahme von Amprion durch RWE stößt bei vier Ökostromanbietern auf Kritik. Sie fordern von der Bundesnetzagentur eine neue Prüfung, weil sie Risiken für Wettbewerb, Netzunabhängigkeit und den Zugang zu Flexibilitätsmärkten sehen. mehr...
Windenergie-auf-See-Gesetz: VKU fordert Ausbau mit Augenmaß
[19.08.2026] Der VKU fordert für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie mehr Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Stromertrag. Zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes schlägt der Verband unter anderem ein niedrigeres Ausbauziel und kleinere Ausschreibungsflächen vor. mehr...
Interview: Schocks absorbieren
[10.08.2026] Die Energiebranche fordert klare Regeln für den Schutz Kritischer Infrastrukturen. stadt+werk sprach mit Kerstin Andreae, BDEW, und Ingbert Liebing, VKU, über die Bedrohungslage und mögliche Wege zu höherer Sicherheit. mehr...
Verband Region Stuttgart: Ausbau der Stromnetze beschleunigen
[06.08.2026] Der Verband Region Stuttgart und zahlreiche Partner wollen den Ausbau der Stromnetze in der Region beschleunigen. Eine gemeinsame Absichtserklärung soll Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und die Zusammenarbeit von Kommunen, Netzbetreibern und Stadtwerken stärken. mehr...
Bundesregierung: StromVKG verabschiedet
[04.08.2026] Das neue Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz schafft den Rahmen für zusätzliche flexible Stromkapazitäten. Es soll die Versorgung auch bei wachsendem Anteil erneuerbarer Energien und dem Kohleausstieg absichern. mehr...
EEG-Novelle/Netzanschlusspaket: Stellungnahmen zu Reformschritten
[29.07.2026] Das Bundeskabinett hat heute die Entwürfe für die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschlossen. Energieverbände begrüßen den Reformkurs, verlangen im parlamentarischen Verfahren aber an zentralen Punkten Änderungen. mehr...
Thüringen: Energie-Anlagen schneller genehmigen
[28.07.2026] Thüringen will Genehmigungsverfahren für Industrie- und Energie-Anlagen weiter beschleunigen. Neue Vorgaben und organisatorische Maßnahmen sollen Investitionen sowie den Ausbau der Energie-Infrastruktur erleichtern, ohne den Umweltschutz zu schwächen. mehr...
Politik: Stellungnahmen zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket
[24.07.2026] Die Referentenentwürfe zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket stoßen bei Ländern und Verbänden auf ein geteiltes Echo. Während einige Akteure Nachbesserungen verlangen, sehen andere wichtige Fortschritte – fordern aber mehr Zeit und einen strukturierten Dialog vor dem Kabinettsbeschluss. mehr...
Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK
[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...
EEG-Novelle: Kritik aus der Biogasbranche
[22.07.2026] Ein Netzwerk der Biogasbranche kritisiert den Entwurf zur EEG-Novelle als existenzielle Bedrohung für bestehende Biogasanlagen. Nach Ansicht der Flexperten gefährden die geplanten Ausschreibungsregeln Versorgungssicherheit, Wärmewende und ländliche Wertschöpfung – und fordern deutliche Nachbesserungen. mehr...
Energiewende: Hybridlösungen statt neuer Lock-ins
[14.07.2026] Die Kraftwerksstrategie des Bundes setzt auf zentrale Großprojekte – doch die kommen zu spät und schaffen neue Abhängigkeiten. Kommunale Hybridlösungen aus KWK, Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Speichern bieten einen schnelleren, resilienteren Weg. mehr...
Naturstrom: Weniger Negativpreise
[07.07.2026] An der Strombörse gab es im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger Stunden mit negativen Preisen als im Vorjahr. Eine Analyse zeigt, warum die Preise trotz der globalen Energiekrise insgesamt stabil blieben und welche Rolle erneuerbare Energien und Flexibilität dabei spielen. mehr...
TenneT: Bund steigt ein
[06.07.2026] Der Bund hat seine Beteiligung am Stromübertragungsnetzbetreiber TenneT Germany abgeschlossen. Über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hält der Staat nun 25,1 Prozent der Anteile. Nach Angaben der Bundesregierung soll damit der Ausbau des Stromübertragungsnetzes unterstützt werden. mehr...
BDEW/ZSW: BDEW/ZSW
[02.07.2026] Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordanteil an der Stromversorgung in Deutschland erreicht. Vorläufigen Berechnungen von ZSW und BDEW zufolge stammten 58 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen. mehr...
Städtetag / VKU: Verlässliche Regeln für die Wärmeplanung
[01.07.2026] Zum Stichtag für die Veröffentlichung kommunaler Wärmepläne fordern der Deutsche Städtetag und der Verband kommunaler Unternehmen ein umfassendes Wärmepaket der Bundesregierung. Nach Angaben beider Verbände sorgen geplante Änderungen am Gebäudemodernisierungsgesetz für Unsicherheit bei Kommunen und Stadtwerken. mehr...













