Mittwoch, 29. April 2026

Serie Kommunaler Klimaschutz (Teil 1)Für die Zukunft rüsten

[26.07.2018] Klimaschutz bringt Städte und Gemeinden voran – auf technologischem Gebiet, bei der Lebensqualität und der Senkung von Energiekosten. Welche Handlungsmöglichkeiten es besonders für kleine und mittlere Kommunen gibt, zeigt die neue Serie von stadt+werk in Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum Kommunaler Klimaschutz der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg.
Kommunaler Klimaschutz: Photovoltaikanlage auf einem Schuldach.

Kommunaler Klimaschutz: Photovoltaikanlage auf einem Schuldach.

(Bildquelle: KEA)

Bürgermeister, Gemeinderäte und kommunale Mitarbeiter müssen nahezu täglich Entscheidungen treffen, die Auswirkungen auf die Klimabilanz der Gemeinde haben: Der Bebauungsplan für Wohn- und Industriegebiet, die Sanierung einer Schule, das neue Nahwärmenetz, der vorgesehene Supermarkt am Ortsrand mit Parkplatz oder Elektroladestationen. Sie alle haben Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft und die Zukunftsfähigkeit der Kommune. Zur Planung hinzukommen die nicht mehr abwendbaren Folgen des fortschreitenden Klimawandels: Hitze, Trockenheit, Starkregen und Überflutungen aber auch Stürme können die Kommune treffen.

Klimaschutz in der Kommune – wie geht das?

Städte, Gemeinden und Landkreise, die aktiv Klimaschutz betreiben, dienen nicht nur der Umwelt. Sie treiben die Erneuerung der Infrastruktur bei Stromversorgung, Gebäuden und Verkehr voran. Sie senken ihre Energiekosten, reduzieren die Belastung durch Lärm und Emissionen, machen sich unabhängiger von Energie-Importen und halten Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region. Parks, Stadtwälder oder begrünte Dächer übernehmen wichtige Aufgaben bei der Anpassung an die Folgen des Klimawandels und beim Erhalt der natürlichen Vielfalt. So werden diese Kommunen grüner und lebenswerter.
In Deutschland engagieren sich bereits viele Kommunen mit Erfolg auf diesem Gebiet. Sie sehen diese Aktivitäten nicht als lästige Zusatzbelastung, sondern als eine zentrale Aufgabe der Daseinsvorsorge. Oft fehlt jedoch eine systematische Herangehensweise – viele Potenziale zur Verminderung der CO2-Emissionen bleiben dann ungenutzt. Das lässt sich ändern.

Den Prozess richtig beginnen

Wie Städte und Gemeinden den Klimaschutz einfach und systematisch angehen können, zeigt das Programm KlimaimPuls BW des baden-württembergischen Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Es basiert auf der Förderung für Einstiegsberatungen des Bundesumweltministeriums und bietet besonders kleineren und mittelgroßen Kommunen interessante Möglichkeiten. Sie erhalten eine fachlich fundierte Unterstützung bei geringem finanziellem Aufwand. „Im Fokus steht die Beratung der Verwaltung und des Gemeinderats“, erklärt Harald Bieber, Leiter des Kompetenzzentrums Kommunaler Klimaschutz der KEA.
Beratende Institution ist in der Regel die regionale Energieagentur vor Ort. Insgesamt sind in dem Programm fünf Workshops vorgesehen. „Die teilnehmenden Akteure lernen dort konkrete Handlungsmöglichkeiten kennen. Sie betreffen vor allem die Themenbereiche kommunale Liegenschaften, Energieerzeugung, Verkehrsentwicklung, Stadtplanung und Siedlungsentwicklung, kommunale Beschaffung sowie die Öffentlichkeitsarbeit als wichtige Querschnittsaufgabe“, sagt Bieber. Zum Schluss legen die Beteiligten eine Reihe von Maßnahmen fest, die sie in den folgenden Jahren umsetzen wollen. Ein wichtiger Bestandteil der Beratung ist auch, wie die Kommune ihre Aktivitäten institutionell verankert.

65 Prozent Zuschuss vom Bund

Das Bundesumweltministerium bezuschusst die Einstiegsberatung mit bis zu 65 Prozent. Somit verbleibt nur ein überschaubarer Kostenanteil von meist unter 4.000 Euro bei der Kommune. Hinzu kommt der Arbeitsaufwand der eigenen Verwaltung. Erfahrungsgemäß dauert der gesamte Prozess ungefähr ein Jahr.



Stichwörter: Klimaschutz, Kea


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Klimaschutz

Nordrhein-Westfalen: Hochschulen legen CO2-Bilanz vor

[28.04.2026] Nordrhein-Westfalens Hochschulen legen erstmals eine gemeinsame, landesweite CO2-Bilanz nach einheitlichen Standards vor. Die Daten aus 30 öffentlich-rechtlichen Einrichtungen zeigen, wo Emissionen entstehen, welche Maßnahmen bereits greifen und warum daraus nun ein dauerhaftes Klimamonitoring folgt. mehr...

Wuppertaler Stadtwerke: Podcast-Folge zu kommunalen Transformationsprozessen

[28.04.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke widmen eine neue Podcast-Folge der Frage, wie Kommunen lokale Transformationsprozesse trotz knapper Mittel steuern können. Im Gespräch mit Wuppertals Oberbürgermeisterin Miriam Scherff geht es um Zielkonflikte bei Stadtentwicklung, Mobilität und Klimaschutz – und um politische Strategien, die vor Ort tragfähig bleiben. mehr...

dena Energy Award: Bewerbungsphase eröffnet

[22.04.2026] Der dena Energy Award startet zum 20-jährigen Bestehen mit neuem Namen und erweitertem Fokus auf Dekarbonisierung. Unternehmen können sich bis Juni 2026 mit messbaren Effizienz- und Klimaschutzprojekten bewerben, die als Vorbild dienen. mehr...

Helmstedt: Energie-Kommune auch dank Bürgerförderung

[21.04.2026] Die Stadt Helmstedt treibt den Wandel ihrer Energieversorgung voran. Eine neue Wärmeplanung, große Projekte für Windkraft und Speicher sowie Bürgerförderung stehen im Mittelpunkt. Dafür erhält die Kommune eine bundesweite Auszeichnung. mehr...

Görlitz: Fahrplan für die klimaneutrale Stadt

[20.04.2026] Nach vier Jahren endet das Projekt TRUST in Görlitz mit mehreren Handlungsempfehlungen für den Weg zur Klimaneutralität. Die Ergebnisse stellte das Interdisziplinäre Zentrum für transformativen Stadtumbau Ende März im Rathaus vor. mehr...

Wolfsburg: Klimaneutrale Verwaltung bis 2040

[14.04.2026] Die Stadt Wolfsburg hat ein Konzept zur Klimaneutralität ihrer Verwaltung vorgelegt. Ziel ist es, die Treibhausgasemissionen bis 2040 deutlich zu senken. Nun soll das Papier in die politischen Gremien eingebracht werden. mehr...

Sachsen-Anhalt: Haldensleben erhält Auszeichnung für Klimaschutz

[09.04.2026] Haldensleben erhält den neuen Titel „Energiegewinner-Kommune Sachsen-Anhalt“ für systematischen kommunalen Klimaschutz. Die Auszeichnung würdigt konkrete Strukturen und Projekte – und kompensiert das Aus des bisherigen eea-Zertifizierungsverfahrens. mehr...

Augsburg: Online-Plattform zeigt Klimaschutzmaßnahmen

[08.04.2026] Die Stadt Augsburg hat jetzt eine Online-Plattform zur transparenten Darstellung ihrer Klimaschutzmaßnahmen gestartet. mehr...

bericht

Tübingen: Klimaschutz, der funktioniert

[07.04.2026] Mit der Fortschreibung ihres Klimaschutzprogramms hat die Stadt Tübingen für die Sektoren Strom, Wärme und öffentlichen Verkehr einen klaren Transformationspfad definiert. Das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, rückt damit in greifbare Reichweite. mehr...

BDEW/ZSW: 53 Prozent des Stromverbrauchs stammen aus Erneuerbaren

[07.04.2026] Erneuerbare Energien deckten im ersten Quartal 2026 erstmals 53 Prozent des Stromverbrauchs in Deutschland. Vor allem ein kräftiger Zuwachs bei der Windkraft treibt den Anteil nach oben und unterstreicht die wachsende Bedeutung für Versorgungssicherheit und Klimaziele. mehr...

Wolfsburg: Maßnahmenkatalog für Treibhausgasneutralität vorgelegt

[01.04.2026] Wolfsburg legt mit dem „Masterplan 100% Klimaschutz“ einen konkreten Fahrplan zur Treibhausgasneutralität bis 2040 vor. Der Maßnahmenkatalog soll zentrale Bereiche wie Verkehr, Gebäude und Energieversorgung neu ausrichten und steht im Mai zur politischen Entscheidung. mehr...

Difu: Studie zu Förderprogrammen

[30.03.2026] Eine Studie des Difu empfiehlt pauschale Klimabudgets und weniger Bürokratie für Kommunen. Damit sollen stockende Projekte beschleunigt werden, die bisher an komplexen Förderverfahren scheitern. mehr...

Klimaschutzprogramm: Stellungnahmen von VKU, BSW-Solar und BDEW

[26.03.2026] VKU, BSW-Solar und BDEW haben das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bewertet und fordern Nachbesserungen. Die Verbände sehen Fortschritte, warnen aber vor Umsetzungsdefiziten und widersprüchlichen Signalen für zentrale Sektoren der Energiewende. mehr...

Wiesbaden: Bilanz zu CO₂-Emissionen zeigt Fortschritte

[20.03.2026] Wiesbaden senkt Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen deutlich unter das Vor-Corona-Niveau. Eine neue Bilanz zeigt Fortschritte und macht zugleich den Handlungsdruck bei Wärmeversorgung und Verkehr sichtbar. mehr...

Sachsen: Studie zeigt Dekarbonisierungsoptionen

[19.03.2026] Eine neue Studie zeigt konkrete Dekarbonisierungsoptionen für zentrale Branchen der sächsischen Wirtschaft auf. Sie richtet sich vor allem an mittelständische Unternehmen und soll ihnen Orientierung bei technologischen und wirtschaftlichen Entscheidungen auf dem Weg zur Klimaneutralität geben. mehr...