Montag, 21. September 2026

Offenbach an der QueichKalte Nahwärme mit Zukunft

[27.11.2024] Offenbach an der Queich (Rheinland-Pfalz) betreibt künftig ein kaltes Nahwärmenetz. Damit hat sich die Ortsgemeinde nach Angaben des Ministeriums für Klimaschutz und Energie des Landes für eine zukunftsweisende Wärmeversorgung mit Vorbildcharakter entschieden.

Die rheinland-pfälzische Klimaschutz- und Energieministerin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen) hat das Nahwärmenetz in Offenbach an der Queich offiziell in Betrieb genommen. Es versorgt das Rathaus und umliegende städtische Gebäude mit Wärme, darunter das Schwimmbad, die Sporthalle, eine Kindertagesstätte und die Feuerwache. In Zukunft sollen auch Privathaushalte an das Netz angeschlossen werden. „Mit der kalten Nahwärme hat sich Offenbach an der Queich für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung entschieden“, so Eder.

Weniger Verluste und zusätzliche Kühlfunktion

Kalte Nahwärmenetze arbeiten mit niedrigeren Betriebstemperaturen, was zu deutlich geringeren Wärmeverlusten ins Erdreich führt. Gleichzeitig können sie zur Gebäudekühlung genutzt werden. Diese Technologie ist energieeffizient, klimaschonend und benötigt wenig Strom. Offenbach an der Queich leistet damit nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern schafft auch eine unabhängige und kostensichere Wärmeversorgung für die Bürger.

Wärme von Grundwasser und Sonne

Das neue Wärmenetz wird aus Grundwasserbrunnen, Photovoltaikanlagen und einem Sondenfeld gespeist. Diese Kombination ermöglicht eine flexible und emissionsarme Energieversorgung. Das Netz besteht aus drei Entnahmebrunnen mit einer Tiefe von 16 Metern und zwölf Rückgabebrunnen.

Die geplante Trassenlänge beträgt rund 1.385 Meter. Die Vorlauftemperatur des Netzes beträgt zehn bis 13 Grad Celsius. Diese Temperatur wird mit effizienten Wärmepumpen auf die in den angeschlossenen Gebäuden benötigte Heiztemperatur angehoben. Insgesamt hat die Anlage eine Heizleistung von 500 Kilowatt (kW), die einen jährlichen Wärmebedarf von rund 1.110.000 Kilowattstunden (kWh) deckt.

Das Projekt stößt bereits über die Landesgrenzen hinaus auf Interesse. Im Sommer informierten sich Delegierte aus Städten der japanischen Präfektur Ibaraki über das Nahwärmenetz. „Wenn es uns gelingt, auf solche Vorzeigeprojekte aufmerksam zu machen, damit andere Gemeinden diesem Beispiel folgen, sind wir auf einem guten Weg weg von fossilen Energieträgern“, so Ministerin Eder.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung
Blick über den Main auf die Frankfurter Skyline. Im Vordergrund überquert eine Straßenbahn auf einer Brücke den Fluss, dahinter erheben sich die Hochhäuser der Innenstadt und der Frankfurter Dom.

Frankfurt am Main: Wärmeplan laut Gutachten rechtswidrig

[21.09.2026] Ein vom Bündnis Wärmewende Frankfurt am Main beauftragtes Rechtsgutachten sieht rechtliche Mängel im kommunalen Wärmeplan der Stadt. Das Bündnis fordert deshalb Nachbesserungen vor der geplanten Beschlussfassung am 1. Oktober. mehr...

NRW.Energy4Climate: Wärmewende in Ostwestfalen-Lippe

[21.09.2026] Kommunen und Stadtwerke haben sich in Lemgo über Wege zu einer bezahlbaren und verlässlichen Wärmeversorgung ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die kommunale Wärmeplanung sowie Projekte aus Ostwestfalen-Lippe, die unterschiedliche Ansätze für die Wärmewende verfolgen. mehr...

Pumpen in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage

VKU: Stadtwerke zweifeln an Wärmewende-Ziel für 2045

[17.09.2026] Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) zeigt erhebliche Zweifel kommunaler Wärmeversorger am Zeitplan der Wärmewende. Drei Viertel der Befragten halten klimaneutrales Heizen bis 2045 unter den derzeitigen Rahmenbedingungen für unrealistisch. mehr...

Stadtwerke Buxtehude/enercity contracting: Wärmegesellschaft gegründet

[17.09.2026] Die Stadtwerke Buxtehude und enercity contracting wollen gemeinsam ein Wärmenetz im Nordwesten Buxtehudes entwickeln. Dafür haben die Unternehmen die Buxtehuder StadtWärme GmbH gegründet. Vorgesehen ist unter anderem der Einsatz von Großwärmepumpen. mehr...

Hamburg: Erneuerbare Wärme für Fischbeker Reethen

[16.09.2026] Das neue Wohnquartier Fischbeker Reethen im Hamburger Süden soll vollständig mit erneuerbarer Wärme versorgt werden. Ein eigenes Wärmenetz mit Großwärmepumpen und Wärmespeichern soll künftig die Wärme für Heizung und Warmwasser bereitstellen. Die Wärmekonzession hat die IBA Hamburg an die HEnW KommunalEnergie vergeben. mehr...

Georg Fischer/Jaske & Wolf: Kooperation bei Wärmelösungen

[16.09.2026] Georg Fischer und Jaske & Wolf Verfahrenstechnik bündeln ihre Kompetenzen für die Transformation des Wärmesektors. Im Fokus der strategischen Partnerschaft stehen Lösungen für Wärmeerzeugung, Wärmenetze und die Sektorkopplung. mehr...

Stadtwerke Neustadt in Holstein: Energiequelle Ostsee

[10.09.2026] In Neustadt in Holstein ist eine Meerwasser-Wärmepumpe für die Wärmeversorgung eines größeren Quartiers in Betrieb gegangen. Nach einem mehrmonatigen Probebetrieb liefert die Anlage nun regulär Wärme für das neue Hafenquartier. mehr...

Luftaufnahme eines Gewerbegebiets am Moselbogen mit Büro- und Betriebsgebäuden, Parkplätzen und Photovoltaikanlagen auf mehreren Dächern. Im Hintergrund fließt die Mosel, dahinter erstrecken sich Wohngebiete, Felder und bewaldete Hügel.

evm/Iqony: Gemeinsames Wärmenetz geplant

[08.09.2026] Die Energieversorgung Mittelrhein und Iqony wollen bei der Wärmeversorgung im Koblenzer Stadtteil Rauental zusammenarbeiten. Die bislang getrennten Wärmenetze sollen zusammengeführt und künftig gemeinsam weiterentwickelt werden. mehr...

Sterr-Kölln & Partner: Drei Wärmenetze wechseln den Eigentümer

[31.08.2026] Drei mit erneuerbaren Energien betriebene Wärmenetze in Südbaden gehören seit April 2026 zu Elevion Energy Solutions. Die Anlagen in Kenzingen, Sasbach und Efringen-Kirchen versorgen rund 130 Kundinnen und Kunden und erreichen zusammen eine Wärmeleistung von etwa 5,5 Megawatt. mehr...

bericht

Wärmespeicher: Immer da, wenn man sie braucht

[27.08.2026] Anfang Juli wurde in Gelsenkirchen ein Großwärmespeicher eingeweiht. Das Projekt ist exemplarisch für die aktuelle Phase der Energiewende. In dieser Phase steht weniger die Erzeugung im Vordergrund, sondern die Frage, wie Energie verfügbar gemacht werden kann, wenn sie tatsächlich gebraucht wird. mehr...

Fraunhofer ISE/Öko-Institut: Auswertung der abgeschlossenen Wärmepläne

[27.08.2026] Wärmepumpen und Wärmenetze sollen bis 2045 den größten Teil der Wärmeversorgung in den ausgewerteten Kommunen übernehmen. Eine neue Auswertung von Fraunhofer ISE und Öko-Institut zeigt zugleich, wo Wärmepläne noch auf unsicheren Annahmen beruhen. mehr...

swb: Beratungstage zu Wärmepumpen, PV-Anlagen und Wallboxen

[27.08.2026] swb bietet im Herbst Beratungstage zu Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Wallboxen in Bremen und Bremerhaven an. Wer danach einen Vertrag abschließt, kann je nach Kombination von Bonus und Förderung bis zu 1.250 Euro erhalten. mehr...

EWE: Infoveranstaltung zur Wärmepumpen-Förderung

[25.08.2026] EWE informiert am 2. September über das Zusammenspiel von Wärmepumpe und Photovoltaik sowie aktuelle Förderbedingungen. Die Online-Veranstaltung greift auch anstehende Änderungen bei der Förderung und die Bedeutung der Einspeisevergütung für Investitionsentscheidungen auf. mehr...

KEA-BW: Musterverträge für Wärmenetze

[18.08.2026] Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg stellt Kommunen drei kostenlose Musterverträge für Wärmenetze zur Verfügung. Sie sollen Städten und Gemeinden die Gestaltung von Gestattungs- und Wärmeversorgungsverträgen erleichtern. mehr...

swb: Webinare rund um Wärme, Solarenergie und E-Mobilität

[14.08.2026] swb bietet im August und September kostenfreie Webinare zu Wärme, Solar und E-Mobilität an. Im Mittelpunkt stehen neue Förderbedingungen, technische Lösungen und Fragen, die für geplante Investitionen im Land Bremen relevant sind. mehr...