Dienstag, 20. Januar 2026

HörstelKalte-Nahwärmenetz geplant

[07.12.2022] Die Netzgesellschaft SWTE Netz wertet jetzt die Probebohrungen für das geplante Kalte-Nahwärmenetz in der nordrhein-westfälischen Stadt Hörstel aus.
Begutachtung der Probebohrungen für das Kalte-Nawärmenetz in Hörstel.

Begutachtung der Probebohrungen für das Kalte-Nawärmenetz in Hörstel.

v.l.: Klimaschutz-Manager Tobias Reuter; SWTE Netz-Ingenieur Christoph Mersch; Philipp Hänsel, Fachbereichsleiter Planen und Bauen: Christian Ungruh, Leiter Bürgerdienst

(Bildquelle: SWTE Netz GmbH & Co. KG)

In der nordrhein-westfälischen Stadt Hörstel soll ein Nahwärmenetz für das Uferquartier entstehen. Wie das Unternehmen SWTE Netz mitteilt, wertet es jetzt die hierfür vorgenommenen Probebohrungen aus. Die Netzgesellschaft der Stadtwerke Teclenburger Land, die das Nahwärmenetz im Hörsteler Uferquartier bauen und betreiben wird, erstelle nun die Detailplanung. Die Wärmeversorgung im Neubaugebiet solle in Zukunft mithilfe eines so genannten Kalte-Nahwärme-Netzes erfolgen. Das Wärmenetz setzt als Energieträger Erdwärme ein, was sich günstig auf die Öko-Bilanz auswirke. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördere das Projekt. Wenn alles nach Plan verläuft, werde das Netz im kommenden Jahr gebaut. In wenigen Wochen beschäftigten sich die politischen Gremien in Hörstel mit dem Stand der Planungen.
Die für das Kalt-Nahwärmenetz benötigte Erdwärme werde über Erdsonden gesammelt. Anders als bei der geothermischen Wärmeversorgung einzelner Liegenschaften werde die Erdwärme über ein Sondenfeld innerhalb des Quartiers gefördert. Ideal sei eine Bohrtiefe von 150 Metern. Kann diese aufgrund geologischer Gegebenheiten nicht erreicht werden, werde das durch zusätzliche Sonden ausgeglichen. In Hörstel erlaubten die geologischen Verhältnisse Bohrungen lediglich bis zu einer Tiefe von maximal 80 Metern. Die aus der Tiefe gewonnene Erdwärme werde mittels eines Wassergemisches zu den einzelnen Abnahmestellen transportiert und in den jeweiligen Gebäuden mithilfe von Wärmepumpen auf die gewünschte Temperatur gebracht. Die Ökobilanz der Häuser im Quartier verbessere sich zusätzlich, wenn die Immobilien über PV-Anlagen mit Eigenstromnutzung verfügen. Kommt ausschließlich Öko-Strom zum Einsatz, arbeite die Wärmeversorgung nahezu CO2-neutral.
Für das Quartier in Hörstel sei eine Trassenlänge von knapp 900 Metern vorgesehen. Neben den Wohnhäusern solle das Wärmenetz in Zukunft den geplanten Rathaus-Neubau sowie das benachbarte Feuerwehrgerätehaus versorgen. Eine Ausweitung zur Unterstützung von Bestandsgebäuden werde im Zuge der weiteren Planung untersucht. Der Wärmebedarf sei mit rund 840 Megawattstunden (MWh) pro Jahr für das Uferquartier inklusive der städtischen Gebäude prognostiziert. Sollte das Baugebiet wachsen, könne auch das Wärmenetz modular erweitert werden. Gesteuert werde das Netz aus einer Technikzentrale heraus. Dadurch könne der Betreiber Störungen unmittelbar erkennen und beheben.
Im Gegensatz zur Wärmeversorgung auf der Grundlage herkömmlicher fossiler Energieträger biete das Kalte-Nahwärme-Netz viele Vorteile. Die Versorgungssicherheit sei sehr hoch. Der Energieträger Erdwärme stehe das ganze Jahr über zur Verfügung. Das Netz arbeite ohne nennenswerte Abstrahlungsverluste, weil das Wassergemisch mit recht kühlen Temperaturen von vier bis 20 Grad transportiert und erst in den Immobilien vor Ort auf die erforderliche Nutztemperatur gebracht wird. Dabei könne das Netz nicht nur für Wärme, sondern im Sommer auch für Kühlung sorgen. Aufgrund der CO2-Einsparung im Wärmenetz erreichten die Häuser die förderfähigen Standards der Kreditanstalt für Wiederaufbau.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Herrenchiemsee: Kulturerbe hat Nahwärmesystem erhalten

[19.01.2026] Auf der Herreninsel im Chiemsee ist ein neues Nahwärmesystem mit Holzvergaser-Blockheizkraftwerk in Betrieb gegangen, das mehrere denkmalgeschützte Gebäude nahezu autark mit Wärme und Strom versorgt. Das Projekt zeigt, wie sich erneuerbare Energietechnik auch in sensiblen Kulturerbe-Strukturen technisch anspruchsvoll integrieren lässt. mehr...

Rhein-Hunsrück-Kreis: Wärmeplanung abgeschlossen

[16.01.2026] Im Rhein-Hunsrück-Kreis ist die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen und zeigt Wege zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung auf. Kennzeichnend ist die interkommunale Zusammenarbeit mehrerer Kommunen, die ihre gesetzlich geforderten Wärmepläne gemeinsam erarbeitet haben. mehr...

bericht

Wärmeversorgung: Hoher Energieeinsatz, große Hebel

[13.01.2026] Wie Gewerbegebiete die Wärmewende vorantreiben können, zeigt ein Projekt im Ruhrgebiet. Im Rahmen von EMG.Ruhr sollen wirtschaftlich genutzte Flächen systematisch für eine klimafreundliche Energie-Infrastruktur erschlossen werden. mehr...

Fellbach: Fortschritte bei Wärmeplanung

[09.01.2026] Fellbach treibt die kommunale Wärmeplanung mit dem Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2040 voran. Der Gemeinderat setzt dabei auf Machbarkeitsstudien für Wärmenetze, den Ausbau von Photovoltaik und Wärmepumpen sowie auf eine intensive Information der Bürgerschaft. mehr...

Stadtwerke Osnabrück: Zwischenbilanz zu Wärmepumpen-Komplettpaket

[08.01.2026] Nach einem Jahr ziehen die Stadtwerke Osnabrück eine positive Zwischenbilanz ihres Wärmepumpen-Komplettpakets. Das gemeinsam mit Industriepartnern und regionalem Handwerk entwickelte Modell stößt auf anhaltendes Interesse und wird inzwischen durch PV- und Speicherlösungen ergänzt. mehr...

bericht

Hamburg: Wärme aus Abwasser

[07.01.2026] Mit der größten Abwasserwärmepumpe Deutschlands treiben die Hamburger Energiewerke und Hamburg Wasser die Wärmewende voran. Das Pionierprojekt im Energiepark Hafen demonstriert, wie Städte ihre lokalen Energiepotenziale nutzen können. mehr...

bericht

Wärmeversorgung: Das Jahrhundert der Großwärmepumpe

[05.01.2026] Vor einem Jahr ging auf dem Hafengelände der dänischen Stadt Esbjerg die weltweit größte Meerwasserwärmepumpe mit CO2 als natürlichem Kältemittel in Betrieb. Die Anlage produziert nicht nur klimaneutral Wärme, sondern trägt auch zur Netzstabilisierung bei. mehr...

Stiftung Umweltenergierecht: Leitfäden für die Wärmewende

[05.01.2026] Neue Leitfäden sollen Kommunen, Energieversorgern sowie Bürgerinnen und Bürgern den Weg von der kommunalen Wärmeplanung in die praktische Umsetzung erleichtern. Sie bündeln rechtliche Hinweise, Handlungsempfehlungen und Beispiele aus der Praxis für die lokale Wärmewende. mehr...

Osnabrück: Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen

[18.12.2025] Die Stadt Osnabrück hat ihre kommunale Wärmeplanung abgeschlossen und damit frühzeitig die Grundlage für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2040 gelegt. Der Stadtrat hat das Konzept samt erster Umsetzungsaufträge beschlossen und damit den Übergang von der Planung in die Praxis eingeleitet. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Bündnis für Heizwende gegründet

[15.12.2025] Nordrhein-Westfalen bündelt Kräfte aus Politik, Wirtschaft und Verbraucherschutz, um den Umstieg auf moderne und sparsame Heizsysteme zu erleichtern. Ein neues Bündnis startet unter dem Titel „Heizkeller der Zukunft“ eine landesweite Offensive für bezahlbares und klimafreundliches Heizen. mehr...

Schornsheim: Klimaneutrales Neubaugebiet fertiggestellt

[11.12.2025] Schornsheim hat das neue Neubaugebiet Gänsweide übernommen, das komplett auf Erdwärme setzt. MVV zufolge ist es das erste Gebiet der Verbandsgemeinde Wörrstadt, das mit einem kalten Nahwärmenetz erschlossen wurde. mehr...

Agentur für Erneuerbare Energien: Hintergrundpapier bewertet Wärmewende

[11.12.2025] Ein Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt deutliche Unterschiede beim Fortschritt der Wärmewende in den Bundesländern. Die Analyse beleuchtet sowohl den Ausbau erneuerbarer Wärme als auch den Stand der kommunalen Wärmeplanung. mehr...

Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim: Bürgerbeteiligung beeinflusst Fernwärmeplanung

[11.12.2025] In Ludwigsburg und Kornwestheim beeinflusst die Bürgerbeteiligung erstmals spürbar die Fernwärmeplanung. Wie die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim berichten, führt die Nachfrage der Anwohner direkt zu vorgezogenen Ausbauschritten. mehr...

naturstrom: Zuschlag für Wärmeplanung erhalten

[10.12.2025] naturstrom und EnergyEffizienz haben erstmals gemeinsam den Zuschlag für eine kommunale Wärmeplanung erhalten. Die beiden Unternehmen sollen die Wärmeplanung für die Kommunale Allianz Aurach-Zenn in Nordbayern erarbeiten. mehr...

Wärmewende Akademie: Positive Bilanz nach einem Jahr

[10.12.2025] Die Mannheimer Wärmewende Akademie zieht ein Jahr nach ihrer Eröffnung eine positive Bilanz: Über 90 Handwerksbetriebe haben ihre Schulungen durchlaufen und unterstützen die Umstellung auf klimafreundliche Heizsysteme. mehr...