Sonntag, 21. Juni 2026

DresdenNeue Treibhausgasbilanz

[02.02.2022] In Dresden hat der Klimaschutzstab die Treibhausbilanz der Landeshauptstadt aktualisiert und vorgelegt. Diese zeigt, dass der CO2-Ausstoß weiterhin auf einem hohen Niveau verharrt.

Der Klimaschutzstab der Landeshauptstadt Dresden hat jetzt die Treibhausgasbilanz für Dresden aktualisiert und vorgelegt. Dies teilt die Stadt in einer Pressemeldung mit. „Die Treibhausgasbilanz ist eine Möglichkeit, die Wirksamkeit und den Erfolg des kommunalen Klimaschutzes sichtbar zu machen“, erläutert die Leiterin des Klimaschutzstabes Ina Helzig. Angaben der sächsischen Landeshauptstadt zufolge sollen im Rahmen von Monitoring und Controlling ausgehend von der Treibhausgasbilanz Fehlentwicklungen erkannt werden, um diesen entgegen wirken zu können.
Der Ausstoß klimaschädlicher Gase im nun vorliegendem bilanzierten Jahr 2018 sei gegenüber den Vorjahren in Dresden leicht rückläufig, bleibe jedoch auf hohem Niveau. Zwischen 2013 und 2018 seien die Emissionen von 3,8 auf 3,5 Millionen Tonnen pro Jahr bei wachsender Einwohnerzahl gesunken. Ein großer Teil des Rückgangs lasse sich mit den milden Wintern begründen. Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Bündnis 90/Die Grünen) ordnet die Entwicklungen folgendermaßen ein: „Die Entwicklung in Dresden bewegt sich etwa im bundesdeutschen Durchschnitt. Zwar ist es gut, dass die Emissionen absinken, doch zum Erreichen der vereinbarten Klimaschutzziele reicht das noch nicht. Um deutlich vor 2050 Klimaneutralität zu erreichen, muss der Ausstoß klimaschädlicher Gase wesentlich schneller reduziert werden.“

Neues Klimaschutzkonzept für Dresden in Arbeit

Laut der Stadt Dresden waren dort die Basis der Klimaschutzbemühungen bisher die 2013 vom Stadtrat im Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept beschlossenen gesamtstädtischen Strategien und Maßnahmen. „Diese wurden bisher nicht konsequent genug umgesetzt. Nötig sind tiefgreifendere Beiträge zur Energieeinsparung und -effizienzsteigerung, zur Ablösung fossiler Energieträger und der Stärkung umweltfreundlicher Verkehrsmittel. Zugleich müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Land und Bund weiter so gestaltet werden, dass sowohl Anreize, Verpflichtungen als auch Finanzierungsmöglichkeiten für mehr Klimaschutzmaßnahmen geschaffen werden“, erläutert Jähnigen.
Die Stadt teilt ferner mit, dass der Dresdner Stadtrat am 30. Januar 2020 die Aktualisierung der Dresden Klimaschutzziele beschloss mit der Vorgabe, deutlich vor 2050 Klimaneutralität zu erreichen und das Klimaschutzkonzept entsprechend zu überarbeiten. Mit diesem Beschluss sei Klimaschutz zur städtischen Aufgabe von höchster Priorität für die Daseinsvorsorge durch die Landeshauptstadt Dresden und die städtischen Beteiligungsgesellschaften erklärt worden.
Im Jahr 2022 werde das neue Klimaschutzkonzept für Dresden erarbeitet und vorgelegt. Es soll Ausführungen, zum verbleibenden CO2-Budget, zum Reduktionspotenzial und zur Konkretisierung des zeitlichen Ziels sowie der notwendigen Maßnahmen enthalten.

Ab 2017 neue Bilanzierungsmethodik angewandt

Zur Auswirkung der Corona-Pandemie könnten noch keine Aussagen getroffen werden, da für 2020 die entsprechenden Daten noch nicht vorliegen, erklärt Ina Helzig vom Klimaschutzstab: „Es ist davon auszugehen, dass weniger Pkw-Verkehr auf den Straßen und eventuell Änderungen im Produktionsumfang der Industrie zu weniger Emissionen führen. Gleichzeitig wird aber mehr Strom in den Privathaushalten verbraucht, etwa für das Arbeiten im Homeoffice.“
Mit dem Bilanzjahr 2017, so die Stadt, erfolgte ein Wechsel der Bilanzierungsmethodik auf die vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (Ifeu) entwickelte Bilanzierungs-Systematik Kommunal (BISKO), welches auch durch andere Kommunen genutzt wird. Um Vergleichbarkeit mit Bilanzen anderer Städte zu erreichen, nutze die Landeshauptstadt Dresden für die Berechnung der Treibhausgasemissionen nun den Klimaschutzplaner des Klima-Bündnisses. Durch die Umstellung ergäben sich Abweichungen zu bisherigen Veröffentlichungen. Die aktuell veröffentlichte Bilanz zeige zum ersten Mal die Ergebnisse für die letzten fünf zurückliegenden Jahre nach dieser Methodik.
Die Treibhausgasbilanz sei verbrauchsbasiert. Deswegen könne sie immer erst dann erstellt werden, wenn Statistiken und Abrechnungszahlen nach Ablauf des Bezugszeitraums und des Jahresabschlusses vorliegen. Mitunter seien Statistiken auch erst nach zwei Jahren verfügbar. Daher trete bei der Veröffentlichung der Treibhausgasbilanzen generell eine Verzögerung von bis zu zwei Jahren auf.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Netzausbau: Bündnis fordert Freileitungsvorrang

[17.06.2026] Ein Bündnis aus Netzbetreibern, Verbänden und Wirtschaftsorganisationen fordert einen konsequenten Freileitungsvorrang beim Ausbau neuer Gleichstromtrassen. Die Akteure warnen, dass Ausnahmen im Bundesbedarfsplangesetz den Netzausbau verteuern und verzögern könnten. mehr...

Hessen: Finanzielle Beteiligung soll Pflicht werden

[15.06.2026] Hessen will Kommunen künftig verpflichtend an den Erträgen von Wind- und Solaranlagen beteiligen. Das neue Gesetz soll die Akzeptanz der Energiewende vor Ort erhöhen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...

BDEW Kongress 2026: Branche fordert Planungssicherheit

[11.06.2026] Die Energiebranche fordert von der Bundesregierung zügige Entscheidungen bei zentralen energiepolitischen Vorhaben. Beim BDEW Kongress 2026 warnten Verbandsvertreter vor Verzögerungen bei wichtigen Gesetzen und forderten mehr Planungssicherheit für Investitionen. mehr...

Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), spricht auf der Bühne des BDEW-Kongresses 2026 an einem Rednerpult. Hinter ihr ist das Kongresslogo auf einer großflächigen, violett beleuchteten Bühnenwand zu sehen. Im Vordergrund stehen die roten Buchstaben des BDEW-Logos. Die Aufnahme zeigt ihren Auftritt während der Eröffnung der Fachveranstaltung.

BDEW Kongress 2026: Verband drängt auf schnelle Beschlüsse

[11.06.2026] Der BDEW fordert von der Bundesregierung ein abgestimmtes Energiepaket für 2026. Nach Ansicht des Verbands müssen mehrere zentrale Gesetzesvorhaben zügig beschlossen werden, um Investitionen in die Energieinfrastruktur abzusichern. mehr...

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche spricht auf dem BDEW-Kongress 2026 an einem Rednerpult vor einem großen Publikum. Hinter ihr zeigt eine überdimensionale Leinwand eine Nahaufnahme der Ministerin während ihrer Rede. Der Bühnenhintergrund ist in violetten und magentafarbenen Tönen gestaltet und trägt das Logo „BDEW Kongress 2026“.

BDEW Kongress 2026: Reiche wirbt für Energiekonsens

[11.06.2026] Auf dem BDEW Kongress setzte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein Zeichen. Um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen zu gewährleisten, sei ein Energiekonsens zwischen Politik, Energiewirtschaft und Gesellschaft notwendig. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn politische Ziele und energiewirtschaftliche Realität zusammengeführt würden. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Bürgerenergiegesetz überarbeitet

[11.06.2026] Nordrhein-Westfalen hat das Bürgerenergiegesetz für Windenergieprojekte überarbeitet und das Beteiligungsverfahren vereinfacht. Kommunen erhalten in bestimmten Fällen mehr Geld, während neue Regeln die Umsetzung von Projekten erleichtern. mehr...

Mehrere Photovoltaikmodule sind auf dem geneigten Ziegeldach eines Wohnhauses installiert. Die Solaranlage wird von Sonnenlicht angestrahlt, während im Hintergrund unscharf Bäume und ein blauer Himmel zu sehen sind. Das Bild symbolisiert die dezentrale Erzeugung von Solarstrom und die Nutzung erneuerbarer Energien im privaten Haushalt.
bericht

Energy Sharing: Solarstrom teilen

[03.06.2026] Seit diesem Monat können die Bürger selbst erzeugten Solarstrom untereinander teilen. Das sogenannte Energy Sharing soll für beide Seiten Vorteile bringen. Doch es gibt noch Hürden für die Stromgemeinschaften. mehr...

Titelbild des „Fortschrittsmonitors 2026 Energiewende“ von EY und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Zu sehen ist eine Person mit Schutzhelm und Sicherheitsgeschirr, die auf dem Maschinenhaus einer Windenergieanlage sitzt und über eine hügelige Landschaft mit zahlreichen Windrädern blickt. Links im Bild steht der Schriftzug „Fortschrittsmonitor 2026 Energiewende“ in einem farbigen Rahmen. Unten rechts sind die Logos von EY und BDEW platziert. Die Szene vermittelt den Ausbau erneuerbarer Energien und die Energiewende in Deutschland.

BDEW/EY: Fortschritte bei der Energiewende

[02.06.2026] Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung sind in Deutschland 2025 weiter vorangekommen. Das geht aus dem aktuellen Fortschrittsmonitor Energiewende von BDEW und EY hervor. Gleichzeitig sehen die Herausgeber erheblichen Handlungsbedarf, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. mehr...

EEG-Novelle: Bayern und Baden-Württemberg fordern Änderungen

[02.06.2026] Baden-Württemberg und Bayern fordern im Bundesrat Änderungen an der geplanten EEG-Novelle, um den Ausbau der Windenergie an Land zu beschleunigen. Die Länder wollen mehr Ausschreibungsvolumen und bessere Bedingungen für Projekte im Süden, um Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu stärken. mehr...

Energieministerkonferenz: Geschlossenes Signal für die Energiewende

[27.05.2026] Die Energieministerkonferenz auf Norderney hat sich geschlossen für den weiteren Ausbau der Energiewende ausgesprochen und zugleich neue Maßnahmen für Versorgungssicherheit, Netzausbau und Kraftwerksplanung beschlossen. mehr...

GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie

[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zu neuen Gesetzentwürfen

[18.05.2026] Die Bundesregierung vergangenen Mittwoch die Entwürfe für das Gebäudemodernisierungsgesetz und das neue Kraftwerksgesetz beschlossen. Der VKU und BDEW begrüßen die Signale für Wärme- und Versorgungssicherheit, sehen aber große Risiken bei Infrastrukturplanung, Wettbewerb und Investitionsbedingungen. mehr...

Mehrstöckiges Wohnhaus mit Holzfassade und großer Photovoltaikanlage auf dem Dach in einem grünen Wohngebiet. Das Gebäude verfügt über Balkone, große Fenster und eine Terrasse mit Sitzmöbeln. Im Hintergrund sind weitere Häuser, Bäume und eine hügelige Landschaft zu sehen.

Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag

[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...

Netzausbau: Neue Stromleitungen geplant

[04.05.2026] Die Bundesregierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und neue Leitungen planen. Ein Gesetzentwurf sieht 45 zusätzliche Projekte vor. Ziel sind mehr Planungssicherheit und geringere Kosten im Energiesystem. mehr...

Arbeiter in Schutzkleidung und Helmen steigen an einem hohen Strommast aus Metall hinauf, während sie an Hochspannungsleitungen arbeiten; der Himmel ist blau mit wenigen Wolken.

Energiewende: Kommunen profitieren

[30.04.2026] Viele Städte und Gemeinden erzielen laut einer Umfrage zusätzliche Einnahmen durch erneuerbare Energien. Gleichzeitig bremsen nach Angaben der Kommunen vor allem fehlende Netze und knappe Haushaltsmittel den weiteren Ausbau. mehr...