Samstag, 25. April 2026

TennetNeues Strommarktdesign vorgestellt

[09.01.2014] Übertragungsnetzbetreiber Tennet will das Strommarktdesign in Deutschland marktorientierter gestalten. Ein neues Modell zieht den Energy-Only-Markt den Kapazitätsmärkten vor.
Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat ein eigenes Modell für ein Strommarktdesign vorgestellt.

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat ein eigenes Modell für ein Strommarktdesign vorgestellt.

(Bildquelle: Gabi Schoenemann / pixelio.de)

Kapazitätsmärkte stehen an zweiter Stelle. Das ist die Botschaft, die Übertragungsnetzbetreiber Tennet in einer Studie des Beratungsunternehmen E-Bridge vermittelt. Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung von Tennet: „Marktorientierte Lösungen sind kosteneffizient und reizen Investitionen und Innovationen an. Damit sind sie Kapazitätsmechanismen vorzuziehen.“ Aus Sicht von Tennet sollte der Energy-Only-Markt daher auch in Zukunft das zentrale Marktinstrument bleiben, das den kurzfristigen, kosteneffizienten Einsatz von erneuerbaren wie konventionellen Erzeugungsanlagen und Speichern steuert. Jeder Marktteilnehmer müsse einen Teil der Verantwortung für die Versorgungssicherheit übernehmen. Dazu soll das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zu einem System weiterentwickelt werden, in dem die Erneuerbare-Energien-Anlagen schrittweise alle marktlichen Risiken übernehmen. Außerdem muss laut Tennet der Regelenergiemarkt zu einem smarten System ausgebaut werden, in dem Marktteilnehmer sich möglichst systemdienlich verhalten und in dem Bilanzabweichungen sofort sanktioniert werden. Darüber hinaus müssen kurzfristige Preisspitzen am Großhandelsmarkt akzeptiert werden, damit Marktakteure für ihre systemstabilisierende Wirkung ausreichend entlohnt werden.
Bis der Markt sich eingependelt hat, könne ein temporäres Fangnetz-Modell die Stromversorgung absichern. Das Fangnetz besteht aus Reservekapazitäten, die von der Regulierungsbehörde festgelegt werden können. Diese Fangnetz-Kapazitäten seien als letztes Mittel zu sehen, wenn alle anderen Maßnahmen zur Stabilisierung des Netzes nicht funktionieren. Zudem dürften sie nicht am Markt teilnehmen. Die Kosten für die Inanspruchnahme der Fangnetz-Kapazitäten sollen nur diejenigen Stromhändler und Stromlieferanten tragen, die sie in Anspruch nehmen und nicht der Endverbraucher. Dadurch entsteht laut Tennet der Anreiz, das Fangnetz möglichst nicht zu verwenden und die Möglichkeiten des Energy-Only-Marktes optimal auszunutzen. Wird die Reserve nicht in Anspruch genommen, sollen die Kosten für die Vorhaltung der Leistung auf alle Marktteilnehmer umgelegt werden.



Stichwörter: Politik, Netze


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Politik: Verbände positionieren sich zu aktuellen Gesetzentwürfen

[24.04.2026] Die Gesetzentwürfe zu StromVKG, EEG und Netzpaket stoßen in der Branche auf breite Zustimmung und scharfe Kritik zugleich. Verbände warnen vor Investitionsrisiken und Ausbauhemmnissen, während die Bundesregierung unter Zeitdruck zentrale Weichen stellt. mehr...

Stadtwerke München: Nachbesserungen bei Energiegesetzen

[24.04.2026] Die Stadtwerke München unterstützen die geplanten Reformen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz und beim Netzanschlussverfahren grundsätzlich, warnen jedoch vor schwächeren Investitionsanreizen und einem langsameren Ausbau erneuerbarer Energien, vor allem in Städten. mehr...

Baden-Württemberg: 15-Punkte-Plan für künftige Landesregierung

[21.04.2026] Erneuerbaren-Verbände legen einen 15-Punkte-Plan für den Umbau der Energieversorgung in Baden-Württemberg vor. Der Katalog zielt auf schnelleren Ausbau, mehr Versorgungssicherheit und neue Impulse für Industrie und Verkehr – und setzt die künftige Landesregierung unter Handlungsdruck. mehr...

Gas- und Dampfkraftwerk der Stadtwerke Düsseldorf mit moderner Industriearchitektur, großem verglasten Turm und Schornstein auf dem Betriebsgelände bei Tageslicht.

BDEW: Mix bei Kraftwerksstrategie

[17.04.2026] Der BDEW spricht sich für mehrere Technologien zur Absicherung der Stromversorgung aus. Neben Gaskraftwerken nennt der Verband Batteriespeicher und flexible Stromnachfrage. Hintergrund ist die Debatte über das Ausschreibungsdesign der geplanten Kraftwerksstrategie. mehr...

BEE: Fossile Abhängigkeiten verringern

[14.04.2026] Der Bundesverband Erneuerbare Energie begrüßt die geplanten Entlastungen der Bundesregierung angesichts steigender Energiepreise. Zugleich fordert der Verband schnellere Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien. mehr...

BDEW: Mehr Tempo bei Elektrifizierung

[13.04.2026] Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt die Ergebnisse des Koalitionsausschusses zum Ausbau erneuerbarer Energien. Zugleich kritisiert der Verband die ausbleibende Senkung der Stromsteuer. mehr...

Umfrage: Mehrheit empfindet Energie-Abhängigkeit als Bedrohung

[10.04.2026] Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Abhängigkeit von Energieimporten als Bedrohung. Eine aktuelle Umfrage zeigt zugleich klaren Rückhalt für mehr erneuerbare Energien und Speicher – und stellt politische Pläne infrage. mehr...

Saarland: Gasspeicher-Strategie gefordert

[02.04.2026] Das Saarland fordert eine nationale Strategie für Gasspeicher, um sinkenden Füllständen und Marktunsicherheiten zu begegnen. Angesichts geopolitischer Spannungen und steigender Preisrisiken wächst der Druck auf den Bund, rechtzeitig vor der nächsten Heizperiode zu handeln. mehr...

Bundesverband Erneuerbare Energie: Branche legt Maßnahmenpaket vor

[31.03.2026] Die Erneuerbaren-Branche legt ein eigenes Maßnahmenpaket für ein kostengünstiges und resilientes Energiesystem vor. Es reagiert auf umstrittene Gesetzesvorschläge aus dem Bundeswirtschaftsministerium und zielt auf mehr Investitionssicherheit und geringere Systemkosten. mehr...

Deutscher Städte- und Gemeindebund: Umsetzung der Wärmewende in Gefahr

[30.03.2026] Deutschlands Kommunen warnen vor einem finanziellen Kollaps, der Investitionen in die Wärmewende ausbremst. Ohne grundlegende Reformen und verlässliche Förderstrukturen drohen Planung und Umsetzung vor Ort ins Stocken zu geraten. mehr...

Gaspaket: Lob und Kritik von Branchenverbänden

[26.03.2026] Drei Branchenverbände bewerten den Gesetzentwurf zum Gas- und Wasserstoffbinnenmarkt grundlegend unterschiedlich. Ihre Stellungnahmen zeigen, wo es beim Umbau der Gasnetze zu Biomethan und Wasserstoff noch hakt und welche Nachbesserungen sie fordern. mehr...

Klimaschutzprogramm: Stellungnahmen von VKU, BSW-Solar und BDEW

[26.03.2026] VKU, BSW-Solar und BDEW haben das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung bewertet und fordern Nachbesserungen. Die Verbände sehen Fortschritte, warnen aber vor Umsetzungsdefiziten und widersprüchlichen Signalen für zentrale Sektoren der Energiewende. mehr...

Naturstrom: Umfrage zur Energiepolitik veröffentlicht

[18.03.2026] Eine große Mehrheit der Bevölkerung bewertet die Energiepolitik der Bundesregierung negativ und lehnt zentrale Reformpläne ab. Die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage zeigen wachsende Skepsis gegenüber Solar- und Heizungsentscheidungen – mit möglichen Folgen für Investitionen und Akzeptanz der Energiewende. mehr...

Hauptverwaltung des Energieversorgers Badenova in Freiburg mit moderner Glasfassade, Eingangsbereich und Skulptur vor dem Gebäude.

Badenova: Forderungskatalog nach Landtagswahl

[13.03.2026] Nach der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg fordert der Energieversorger Badenova ein schnelleres Vorgehen bei der Energie- und Wärmewende. Das kommunale Unternehmen hat dazu ein Papier mit zwölf Punkten vorgelegt. Darin geht es unter anderem um Finanzierung, Genehmigungen, Wärmenetze und den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. mehr...

KRITIS-Gipfel: Forderung nach stärkerer Resilienz

[11.03.2026] Energieverbände fordern eine stärkere Ausrichtung auf Resilienz und Schutz Kritischer Infrastrukturen in Deutschland. Anlass war der erste KRITIS-Gipfel, der gestern in Berlin stattfand. Dort berieten Vertreter der Branche, der Politik und der Bundeswehr über neue Bedrohungslagen und konkrete Schutzmaßnahmen. mehr...