Montag, 15. Juni 2026

HagenNissan Leaf stabilisiert das Netz

[06.03.2019] In Hagen erbringt ein Elektroauto vom Typ Nissan Leaf Primärregelleistung. Das Projekt von Enervie und The Mobility House zeigt: E-Autos können Teil des Energiemarktes werden und dadurch Geld verdienen.
In Hagen erbringt ein Elektroauto vom Typ Nissan Leaf Primärregelleistung.

In Hagen erbringt ein Elektroauto vom Typ Nissan Leaf Primärregelleistung.

(Bildquelle: The Mobility House)

Neuartige Elektroautos, wie der Nissan Leaf, besitzen eine bidirektionale Schnittstelle, die es ermöglicht, nicht nur Strom zu tanken, sondern diesen bei Bedarf auch wieder in das Netz einzuspeisen. Der Energieversorger Enervie aus Hagen hat seit Juni 2018 fünf dieser Autos in Betrieb. Die dazu passende Lade- und Energie-Management-Technologie stammt vom Münchner Unternehmen The Mobility House (TMH). Nach Auffassung von TMH kann ein Elektroauto Teil des Energiemarktes werden und dadurch Geld verdienen. Dieser Ausblick auf die Zukunft sei mit dem V2G-Pilotprojekt (Vehicle to Grid) von Enervie in Hagen ein Stück weit Realität geworden. Die Batterie eines Nissan Leafs dient, sobald das Fahrzeug an die Ladesäule angeschlossen ist, als Energiespeicher und -quelle. TMH-Chef Thomas Raffeiner sagt: „Damit zeigen wir, dass die Einbindung von E-Autos in die Primärregelleistung technisch als auch wirtschaftlich sinnvoll ist.“
Das Firmenfahrzeug steht auf dem Parkplatz des Energieversorgers Enervie in Hagen. Als Teil der Primäregelleistung nimmt das E-Auto innerhalb von Sekunden überschüssige Energie aus dem Stromnetz auf oder speist sie ein, je nach Bedarf. Die schnelle Reaktionsfähigkeit wird von den Übertragungsnetzbetreibern entlohnt, weil damit das Stromnetz stabil gehalten wird.
Marcus Fendt, Geschäftsführer von TMH, erklärt: „Wir haben mit dem Fahrzeug eine Woche lang acht Kilowatt Leistung angeboten und damit 20 Euro verdient. Die Summe erscheine zwar auf den ersten Blick niedrig. Doch handle es sich um ein einziges Auto, das seine Speicherleistung zur Verfügung stellt. „Bei 50 Wochen wären es 1.000 Euro“, rechnet Fendt vor. Insbesondere für Betreiber von Flotten sei die V2G-Technologie interessant. Mehr Autos bedeuten mehr Speicherleistung, und bei Firmenfahrzeugen seien Standzeiten am Wochenende oder zu Urlaubszeiten gut planbar.





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