AG EnergiebilanzenSechs Prozent mehr CO2

Der Energiemix hat sich im ersten Halbjahr 2021 zugunsten fossiler Energien verschoben.
(Bildquelle: jhrsphoto/123rf.com)
Der Energieverbrauch in Deutschland lag in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres deutlich über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) erhöhte sich der Verbrauch im ersten Halbjahr um 4,3 Prozent auf knapp 6.200 Petajoule (PJ). Für den Verbrauchsanstieg macht die AG Energiebilanzen vor allem die Lockerungen im Zuge der Corona-Pandemie und den Wiederanstieg der wirtschaftlichen Aktivitäten verantwortlich.
Mehr Energie aus Kohle
Laut AG Energiebilanzen erhöhte sich der Verbrauch von Braunkohle in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um rund ein Drittel. Beim Einsatz von Steinkohle zur Strom- und Wärmeerzeugung kam es als Folge der kühlen und der gegenüber dem Vorjahr windarmen Witterung zu einem Zuwachs um rund 31 Prozent. Insgesamt führte das im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringere Windstromangebot zu Verschiebungen im Stromerzeugungsmix hin zu den konventionellen Energieträgern.
Der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Energieverbrauch sank demnach auf 16,8 Prozent (Vorjahreszeitraum 17,7 Prozent). Erstmals konnte das Erdgas mit einem Anteil von 30,6 Prozent die Führungsposition im Energiemix übernehmen, das Mineralöl fiel mit 28,6 Prozent auf Platz zwei. Die Anteile der Kohlen am Gesamtverbrauch erhöhten gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 8,2 Prozent bei der Steinkohle und auf 8,4 Prozent bei der Braunkohle. Nach Berechnungen der AG Energiebilanzen führte die Verschiebung in Richtung fossiler Energieträger zu einem Anstieg der CO2-Emissionen um 6,3 Prozent.
BEE fordert Fokussierung auf Erneuerbare
Der Bundesverband Erneuerbare Energie(BEE) regiert besorgt auf die Zahlen und fordert erneut die politische Fokussierung auf den Ausbau der erneuerbaren Energien. BEE-Präsidentin Simone Peter erklärt: „Erneuerbare Energien sind der Schlüssel für Klimaschutz und einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort. Auch wenn sich Verbrauch und Wetterbedingungen ändern, muss die Deckung der Bedarfe jederzeit durch erneuerbare Energien ermöglicht werden.“
Einmal mehr werde deutlich, dass ein beschleunigter Ausbau für alle Sektoren bereits in den ersten 100 Tagen einer neuen Regierung voranzubringen sei, um die beschlossene Treibhausgasreduktion von mindestens 65 Prozent im Jahr 2030 zu erreichen und den zunehmenden Rufen aus der Industrie nach sauberer und sicherer Versorgung mit erneuerbaren Energien Rechnung zu tragen. Dafür braucht es laut BEE einen Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Bruttoendenergieverbrauch von mindestens 44 Prozent und am Bruttostrombedarf von mindestens 77 Prozent.
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