Freitag, 1. Mai 2026

Nordrhein-WestfalenSieben Nichtwohngebäude ausgezeichnet

[11.04.2025] Nordrhein-Westfalen hat sieben besonders energieeffiziente Nichtwohngebäude ausgezeichnet. Die prämierten Projekte zeigen beispielhaft, wie Klimaschutz, innovative Architektur und nachhaltige Bauweise miteinander vereinbar sind.

Gruppenaufnahme mit Vertreterinnen und Vertretern der ausgezeichneten Projekte im Wirtschaftsministerium

(Bildquelle: NRW.Energy4Climate)

Mit der Auszeichnung „Energieeffiziente Nichtwohngebäude in NRW“ würdigen das nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Klimaschutzministerium sowie die Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate in diesem Jahr sieben Projekte, die beim energieeffizienten Bauen und Sanieren neue Maßstäbe setzen. Wie NRW.Energy4Climate mitteilt, ist es das Ziel der Initiative, Vorbilder zu identifizieren, die zur Erreichung der Klimaschutzziele beitragen und zur Nachahmung anregen.

Der Gebäudesektor gilt als zentraler Hebel im Kampf gegen den Klimawandel. In Nordrhein-Westfalen sind etwa 460.000 beheizte Nichtwohngebäude registriert, darunter zahlreiche Schulen, Krankenhäuser und Verwaltungsgebäude. Rund drei Viertel dieser Gebäude werden noch mit fossilen Brennstoffen beheizt – lediglich 15 Prozent nutzen bereits erneuerbare Energien. Angesichts dieser Zahlen gewinnt die energetische Optimierung von Nichtwohngebäuden an Dringlichkeit.

Schulen, Kitas und Verwaltungsgebäude

Unter den ausgezeichneten Projekten befinden sich drei Schulen, drei Kindertagesstätten sowie ein kommunales Verwaltungsgebäude. Besonders hervor sticht die Kerschensteiner Grundschule in Dortmund, die in Holzmodulbauweise errichtet wurde und allein durch diese Bauweise bereits in der Errichtungsphase etwa 1.600 Tonnen CO₂ gegenüber einem herkömmlichen Massivbau eingespart hat. Auch die Kardinal-von-Galen-Schule in Emsdetten setzt auf Nachhaltigkeit – sie wird nach Fertigstellung im Jahr 2028 einen Großteil ihres Energiebedarfs über eine Photovoltaikanlage mit über 100 Kilowatt peak (kWp) Leistung decken.

Zwei der prämierten Kindertagesstätten, die Kita Hobbeltstraße in Münster und die Kita Breitbenden in Aachen, entstehen ebenfalls in Holzbauweise. Die Aachener Einrichtung wird im so genannten Aachener Standard errichtet – einem lokalen Standard, der hohen Wärmeschutz mit großflächiger PV-Nutzung kombiniert. Nach Angaben der Projektverantwortlichen wird die Kita Breitbenden dadurch sogar eine negative CO₂-Bilanz aufweisen. Bereits seit 2020 in Betrieb ist die Kita Stettiner Straße, ebenfalls in Aachen und ebenfalls mit dem Aachener Standard umgesetzt.

Größtes Projekt

Das größte Projekt unter den diesjährigen Auszeichnungen ist das neue Bezirksrathaus Köln-Rodenkirchen. Es ersetzt einen Bestandsbau und soll bis 2027 als Passivhaus mit Wärmepumpe und Eisspeicher realisiert werden. Bemerkenswert ist hier die Wiederverwendung von Betonabbruchmaterial des alten Gebäudes als Fassadenverkleidung – ein Ansatz, der auch ressourcenschonende Aspekte der Nachhaltigkeit adressiert.

Neben der baulichen Umsetzung wird auch der effiziente Betrieb der Gebäude gefördert. Über das Landesförderprogramm progres.nrw unterstützt das Land die ausgezeichneten Projekte mit Mitteln für ein professionelles Energie-Monitoring. Damit sollen Optimierungspotenziale erkannt, Betriebsfehler vermieden und die nachhaltige Wirkung der Bauprojekte langfristig gesichert werden.

Seit Einführung des Programms im Jahr 2019 wurden landesweit 32 Projekte ausgezeichnet. Die diesjährigen Preisträger zeigen erneut, wie kommunale Bauvorhaben mit technischer Innovation, architektonischem Anspruch und ökologischer Verantwortung verbunden werden können.





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