VKU/BDEWStellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur

VKU und BDEW haben jetzt zu den Orientierungspunkten der Bundesnetzagentur Stellung bezogen.
(Bildquelle: adobestock)
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) haben jetzt auf das am Dienstag veröffentlichte Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten mit deutlicher Kritik reagiert. Die Behörde hatte Orientierungspunkte für eine Reform der Stromnetzentgelte vorgelegt und dabei unter anderem regelmäßige, teils dynamische Einspeisenetgelte ins Gespräch gebracht. Ziel ist es, Systemkosten zu senken, Netze effizienter auszulasten und Erzeuger stärker an den Netzkosten zu beteiligen. Zugleich sieht das Papier Baukostenzuschüsse und einen Vertrauensschutz für Bestandsanlagen vor (wir berichteten).
VKU begrüßt, dass die Debatte über eine verursachungsgerechte Netzentgeltstruktur Fahrt aufnimmt. Wie der Verband erklärt, müsse jedoch jede Reform fair, praxistauglich und finanzierbar sein. VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing betont: „Wer das Netz nutzt, muss sich auch angemessen an den Infrastrukturkosten beteiligen.“ Positiv bewertet der Verband die vorgesehenen Baukostenzuschüsse. Sie wirkten dort, wo Kosten entstünden, verschafften Netzbetreibern früh Liquidität und ließen sich regional differenzieren. So entstünden klare Standortsignale für neue Erzeugungsanlagen, und Bestands- und Neuanlagen könnten sauber getrennt werden.
Einspeisenetgelte zur laufenden Finanzierung der Netzkosten sieht der VKU dagegen kritisch. Die Umsetzung sei komplex, insbesondere wenn eine regionale Differenzierung oder sogar negative Netzentgelte bei netzdienlichem Verhalten vorgesehen würden. Für Anlagenbetreiber steige das wirtschaftliche Risiko, weil künftige Belastungen schwer kalkulierbar seien. Zudem flössen die Mittel nicht frühzeitig an die Netzbetreiber, obwohl diese hohe Investitionen in Ausbau und Modernisierung stemmen müssten. Offene Fragen sieht der VKU auch bei der Behandlung von Speichern sowie bei der Aufteilung der Kosten zwischen Übertragungs- und Verteilnetzbetreibern.
Ähnlich argumentiert der BDEW. Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, erklärt, neue Instrumente dürften nicht quer zu laufenden Gesetzgebungsprozessen stehen. Die Überlegungen zu dynamischen Einspeisenetgelten müssten mit dem EEG und dem Netzpaketprozess konsistent sein und dürften keine zusätzlichen Unsicherheiten erzeugen. Der erwartbare Nutzen stehe aus Sicht der Energiewirtschaft in keinem sinnvollen Verhältnis zum Aufwand. Dynamische Einspeisenetgelte erhöhten Komplexität, Kosten und bürokratischen Aufwand und minderten die Planungs- und Investitionssicherheit.
Auch der BDEW spricht sich stattdessen für räumlich differenzierte, einmalige Baukostenzuschüsse aus. Sie beteiligten Einspeiser an den Netzausbaukosten, seien einfach handhabbar und böten Betreibern wie Kapitalgebern eine verlässliche Kalkulationsgrundlage. Damit zeichnen sich in der Branche klare Linien ab: Reform ja – aber mit Instrumenten, die Netzausbau, Kostengerechtigkeit und Investitionssicherheit zusammenführen.
Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt
[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...
Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt
[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...
Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen
[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...
Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf
[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...
Pläne der Bundesregierung: Netzpaket stößt auf Kritik
[11.02.2026] Die geplanten Änderungen beim Netzanschluss für erneuerbare Energien sorgen für Widerstand. Neben dem Bundesverband WindEnergie warnt auch die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder vor den Folgen für Investitionen, Kommunen und die Versorgungssicherheit. Sie fordert einen Kurswechsel zugunsten von Netzausbau und Flexibilität. mehr...
Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert
[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...
Steinbeis: Neue AG für Konfliktkommunikation
[02.02.2026] Eine neue Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Konflikte bei Energie- und Infrastrukturprojekten zu verringern. Sie richtet sich an Verantwortliche aus Unternehmen und Kommunen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in Planungen einzubeziehen. mehr...
BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert
[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...
KRITIS-Dachgesetz: BDEW fordert Tempo
[30.01.2026] Der Bundestag hat gestern das KRITIS-Dachgesetz zur Umsetzung der CER-Richtlinie verabschiedet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft fordert nun Tempo, klare Zuständigkeiten und eine praxisnahe Ausgestaltung, um die Resilienz kritischer Infrastrukturen wirksam zu erhöhen. mehr...
Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform
[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...
VKU: Kurskorrektur beim Offshore-Ausbau gefordert
[28.01.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen fordert anlässlich des Nordsee-Gipfels eine Kurskorrektur beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Ziel sei ein Ausbaupfad, der Systemkosten begrenzt, Netze besser auslastet und Investitionen wirtschaftlich tragfähig macht. mehr...
BSW-Solar: Bündnis fordert Fortsetzung der Photovoltaik-Förderungen
[28.01.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsverbänden warnt vor geplanten Kürzungen bei der Förderung von Photovoltaik auf Gebäuden. Nach Ansicht der Unterzeichner würde ein Abbau der Förderung den Solarausbau bremsen, Strompreise verteuern und die Klimaziele gefährden. mehr...
Rheinisches Revier: Gigawattpakt erreicht Ausbauziele
[26.01.2026] Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier erreicht schneller als geplant zentrale Ausbauziele: Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist seit Ende 2020 auf 4,4 Gigawatt gestiegen. Damit rückt die für 2028 vorgesehene Marke von fünf Gigawatt bereits nach knapp vier Jahren in greifbare Nähe. mehr...
Schleswig-Holstein: Erhöhung des Bürgerenergiefonds
[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben. mehr...













