Freitag, 30. Oktober 2026

Klimaschutzplan 2050Unternehmen fordern Klarheit

[08.11.2016] 41 Unternehmen und Verbände fordern eine konkrete Umsetzung der Pariser Klimaschutzziele und einen ambitionierten Klimaschutzplan 2050.
Gemeinsame Erklärung zum Klimaschutzplan 2050

Gemeinsame Erklärung zum Klimaschutzplan 2050

(Bildquelle: Stiftung 2 Grad / B.A.U.M. / Germanwatch)

Große und mittelständische deutsche Unternehmen haben heute gemeinsam mit Branchenverbänden ein starkes Signal für einen ambitionierten und konkreten Klimaschutzplan 2050 gesetzt. In einer von insgesamt 41 Unternehmen und Verbänden aus einer großen Bandbreite von Branchen gezeichneten Erklärung fordern dieselben, dass sich der deutsche Beitrag bei der Umsetzung der globalen Klimaziele am Pariser Abkommen messen lassen müsse. Der Klimaschutzplan 2050 müsse zudem ausreichend Planungssicherheit für die Wirtschaft bieten. Er solle Unternehmen eine Handlungsgrundlage liefern, um die wirtschaftlichen Chancen des Klimaschutzes optimal zu nutzen und mit nachhaltigen Innovationen international führend sein zu können. Die Unternehmensverbände Stiftung 2 Grad – Deutsche Unternehmen für den Klimaschutz und B.A.U.M. sowie die Entwicklungs- und Umweltorganisation Germanwatch haben die Erklärung organisiert. Zu den Zeichnern zählen unter anderem der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der Bundesverband Wärmepumpe (BWP), die Deutsche Energie-Agentur (dena) sowie die Versorgungsunternehmen EnBW, ENTEGA, MVV Energie, die Stadtwerke München und die Stadtwerke Tübingen. Die Erklärung erscheint zum Start des UN-Klimagipfels in Marrakesch und mit Blick auf den möglichen Kabinettsbeschluss zum Klimaschutzplan 2050 am 9. November 2016. Sabine Nallinger, Vorständin von Stiftung 2 Grad, erläutert: „Klimaschutz schafft Arbeitsplätze und sichert die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Um bei Klimaschutz und Energiewende ambitioniert vorangehen zu können, brauchen Unternehmen Planungs- und Investitionssicherheit.“ Aus den Zielen des Pariser Weltklimavertrags ergebe sich, dass der Klimaschutzplan mit einem eindeutigen Ziel am oberen Rand des derzeitigen Zielkorridors von 80 bis 95 Prozent Reduktion der Treibhausgasemissionen ausgerichtet werden sollte.

Unternehmen wünschen schnelle Umsetzung der Pariser Beschlüsse

„Viele Unternehmen wünschen sich eine schnellere und praxisorientierte Umsetzung der Pariser Beschlüsse durch die deutsche und europäische Politik. Der Klimaschutzplan 2050 sollte Unternehmen aus allen Branchen dabei unterstützen, Pläne zur Dekarbonisierung zu entwickeln und neue Geschäftsfelder zu erschließen“, sagt Maximilian Gege, Vorsitzender von B.A.U.M. „ Unternehmen benötigen klare, an Investitionszyklen ausgerichtete Signale der Politik, um sich innovativ und zukunftsfähig aufzustellen.“ Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, ergänzt: „Deutschland ist mit dem Inkrafttreten des Klimaabkommens rechtlich verbindlich verpflichtet, seinen Anteil an den Klimazielen von Paris zu erfüllen. Ein ambitionierter Klimaschutzplan mit Sektorzielen für 2030 ist Grundlage für Innovation und erfolgreichen Strukturwandel.“ Konkrete Ziele für Energie, Gebäude, Verkehr, Industrie und Landwirtschaft sollen Klarheit für Wirtschaft und Gesellschaft schaffen und dafür sorgen, dass die Klimaziele eingehalten werden. „Die Realisierung dessen, was auch Deutschland sich beim Klimaschutz vorgenommen hat, erfordert Mut, Entschlossenheit und einen entsprechenden Rahmen für die Unternehmen“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Das Innovationspotenzial dieses globalen Veränderungsprozesses ist immens. Mehr und mehr Unternehmen erkennen das und setzen sich dafür ein.“ Die Politik müsse einen Rahmen entwickeln, der Innovationen fördert und klar signalisiert, dass dafür erforderliche neue Geschäftsmodelle auch Erfolg haben können. In der Erklärung heißt es weiter, der Klimaschutzplan solle den Weg zu deutlich mehr Energieeffizienz und zum zügigen Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien aufzeigen. Dabei sei auch eine Debatte zur Beendigung der Kohleverstromung und dem damit verbundenen Strukturwandel zu eröffnen.





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