Sonntag, 24. Mai 2026

EEG-UmlageEU-Beihilfeverfahren sorgt für Unmut

[18.12.2013] Die EU-Kommission hat heute ein Verfahren gegen das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eingeleitet. Es geht um Ausnahmeregelungen für deutsche Unternehmen bei der EEG-Umlage. Ökostromverbände und Umweltschutzorganisationen zeigen sich gleichermaßen besorgt.
Die EU-Kommission will gegen Deutschland ein Verfahren gegen die Ökostromumlage einleiten.

Die EU-Kommission will gegen Deutschland ein Verfahren gegen die Ökostromumlage einleiten.

(Bildquelle: Uwe Schlick / pixelio.de)

Handelt es sich bei Ausnahmeregelungen der Ökostromumlage für stromintensive Unternehmen um staatliche Beihilfe? Die Europäische Kommission sieht dafür genug Indizien und hat deshalb am heutigen Mittwoch (18. Dezember 2013) ein entsprechendes Verfahren gegen Deutschland eingeleitet. Das könnte Folgen haben: Sollte sich der Verdacht bestätigen, so dürfte nicht nur der deutschen Industrie milliardenschwere Rückzahlung drohen, sondern das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in seiner jetzigen Form zur Diskussion stehen. Mehrere Verbände schlagen deshalb Alarm und fordern die Bundesregierung dazu auf, die Interessen Deutschlands in Brüssel besser zu vertreten. Zwar wird der Eröffnungsbeschluss aus Sicht des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) keine sofortigen Auswirkungen auf die energieintensiven Betriebe in der Industrie haben, dennoch müsse dargelegt werden, dass es sich hierbei nicht um eine staatliche Beihilfe handelt. Das fordert auch Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI): „Wir vertreten wie die Bundesregierung die Auffassung, dass die Härtefallregelungen für besonders stromintensive Unternehmen gerechtfertigt und notwendig sind, um international faire Wettbewerbsbedingungen für die Industrie zu erhalten. Die Bundesregierung muss sich jetzt dafür einsetzen, die schädlichen Auswirkungen des bevorstehenden Verfahrens abzuwenden.“ Bis zum Frühjahr 2014 müsse daher eine glaubwürdige Reform des EEG auf den Weg gebracht werden, so Grillo. Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) hält höchste Eile vonseiten der Bundesregierung ebenfalls für geboten: „Für unsere Unternehmen wäre dies ein schwerer Schlag, da damit massive finanzielle Konsequenzen verbunden wären. Für manche könnte sogar die Existenz bedroht sein.“

EEG ist EU-konform

Hermann Falk, Geschäftsführer vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) erinnert daran, dass das deutsche Einspeiserecht in 22 Jahren immer wieder vor Gericht angegriffen und stets bestätigt wurde. Des Weiteren zeigt sich der BEE überrascht, dass die EU-Kommission Regelungen des EEG in Frage stellt, die einer Umsetzung der Europäischen Richtlinie für erneuerbare Energien entsprechen würden. Anstatt Investoren durch diesen Angriff auf das ganze EEG zu verunsichern und damit die Energiewende zu behindern, sollte die Kommission darüber wachen, dass ihre eigenen Richtlinien auch umgesetzt werden, so der BEE. Rückendeckung kommt auch vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Setzt sich die EU-Kommission durch, ist nicht nur in Deutschland die Energiewende bedroht“, sagt BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Denn zusätzlich zum Beihilfeverfahren wolle die EU-Kommission neue restriktive Vorgaben zur Förderung der erneuerbaren Energien erlassen. Das würde den Ausbau der regenerativen Energien europaweit abbremsen. „Die Bundesregierung muss die EU-Kommission zum Einlenken bewegen“, so Weiger.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie

[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zu neuen Gesetzentwürfen

[18.05.2026] Die Bundesregierung vergangenen Mittwoch die Entwürfe für das Gebäudemodernisierungsgesetz und das neue Kraftwerksgesetz beschlossen. Der VKU und BDEW begrüßen die Signale für Wärme- und Versorgungssicherheit, sehen aber große Risiken bei Infrastrukturplanung, Wettbewerb und Investitionsbedingungen. mehr...

Mehrstöckiges Wohnhaus mit Holzfassade und großer Photovoltaikanlage auf dem Dach in einem grünen Wohngebiet. Das Gebäude verfügt über Balkone, große Fenster und eine Terrasse mit Sitzmöbeln. Im Hintergrund sind weitere Häuser, Bäume und eine hügelige Landschaft zu sehen.

Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag

[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...

Netzausbau: Neue Stromleitungen geplant

[04.05.2026] Die Bundesregierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und neue Leitungen planen. Ein Gesetzentwurf sieht 45 zusätzliche Projekte vor. Ziel sind mehr Planungssicherheit und geringere Kosten im Energiesystem. mehr...

Arbeiter in Schutzkleidung und Helmen steigen an einem hohen Strommast aus Metall hinauf, während sie an Hochspannungsleitungen arbeiten; der Himmel ist blau mit wenigen Wolken.

Energiewende: Kommunen profitieren

[30.04.2026] Viele Städte und Gemeinden erzielen laut einer Umfrage zusätzliche Einnahmen durch erneuerbare Energien. Gleichzeitig bremsen nach Angaben der Kommunen vor allem fehlende Netze und knappe Haushaltsmittel den weiteren Ausbau. mehr...

DStGB: Forderung nach autonomen Bussen

[30.04.2026] Deutschlands Kommunen verlangen deutlich mehr Geld für den Nahverkehr und drängen zugleich auf autonome Busse im ländlichen Raum. Hintergrund sind Rekorddefizite in den Haushalten, drohende Angebotskürzungen im ÖPNV und die Frage, wie Mobilität außerhalb der Ballungszentren künftig gesichert werden kann. mehr...

Politik: Verbände positionieren sich zu aktuellen Gesetzentwürfen

[24.04.2026] Die Gesetzentwürfe zu StromVKG, EEG und Netzpaket stoßen in der Branche auf breite Zustimmung und scharfe Kritik zugleich. Verbände warnen vor Investitionsrisiken und Ausbauhemmnissen, während die Bundesregierung unter Zeitdruck zentrale Weichen stellt. mehr...

Stadtwerke München: Nachbesserungen bei Energiegesetzen

[24.04.2026] Die Stadtwerke München unterstützen die geplanten Reformen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz und beim Netzanschlussverfahren grundsätzlich, warnen jedoch vor schwächeren Investitionsanreizen und einem langsameren Ausbau erneuerbarer Energien, vor allem in Städten. mehr...

Baden-Württemberg: 15-Punkte-Plan für künftige Landesregierung

[21.04.2026] Erneuerbaren-Verbände legen einen 15-Punkte-Plan für den Umbau der Energieversorgung in Baden-Württemberg vor. Der Katalog zielt auf schnelleren Ausbau, mehr Versorgungssicherheit und neue Impulse für Industrie und Verkehr – und setzt die künftige Landesregierung unter Handlungsdruck. mehr...

Gas- und Dampfkraftwerk der Stadtwerke Düsseldorf mit moderner Industriearchitektur, großem verglasten Turm und Schornstein auf dem Betriebsgelände bei Tageslicht.

BDEW: Mix bei Kraftwerksstrategie

[17.04.2026] Der BDEW spricht sich für mehrere Technologien zur Absicherung der Stromversorgung aus. Neben Gaskraftwerken nennt der Verband Batteriespeicher und flexible Stromnachfrage. Hintergrund ist die Debatte über das Ausschreibungsdesign der geplanten Kraftwerksstrategie. mehr...

BEE: Fossile Abhängigkeiten verringern

[14.04.2026] Der Bundesverband Erneuerbare Energie begrüßt die geplanten Entlastungen der Bundesregierung angesichts steigender Energiepreise. Zugleich fordert der Verband schnellere Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien. mehr...

BDEW: Mehr Tempo bei Elektrifizierung

[13.04.2026] Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft begrüßt die Ergebnisse des Koalitionsausschusses zum Ausbau erneuerbarer Energien. Zugleich kritisiert der Verband die ausbleibende Senkung der Stromsteuer. mehr...

Umfrage: Mehrheit empfindet Energie-Abhängigkeit als Bedrohung

[10.04.2026] Eine große Mehrheit der Deutschen sieht die Abhängigkeit von Energieimporten als Bedrohung. Eine aktuelle Umfrage zeigt zugleich klaren Rückhalt für mehr erneuerbare Energien und Speicher – und stellt politische Pläne infrage. mehr...

Saarland: Gasspeicher-Strategie gefordert

[02.04.2026] Das Saarland fordert eine nationale Strategie für Gasspeicher, um sinkenden Füllständen und Marktunsicherheiten zu begegnen. Angesichts geopolitischer Spannungen und steigender Preisrisiken wächst der Druck auf den Bund, rechtzeitig vor der nächsten Heizperiode zu handeln. mehr...

Bundesverband Erneuerbare Energie: Branche legt Maßnahmenpaket vor

[31.03.2026] Die Erneuerbaren-Branche legt ein eigenes Maßnahmenpaket für ein kostengünstiges und resilientes Energiesystem vor. Es reagiert auf umstrittene Gesetzesvorschläge aus dem Bundeswirtschaftsministerium und zielt auf mehr Investitionssicherheit und geringere Systemkosten. mehr...