Mittwoch, 30. September 2026

BundesnetzagenturZubau Erneuerbarer im Jahr 2023

[15.01.2024] Im vergangenen Jahr ist die installierte Leistung von Erneuerbare-Energien-Anlagen um 17 Gigawatt gestiegen und damit auf eine Gesamtleistung von knapp 170 Gigawatt. Dies zeigen jetzt erste Zahlen der Bundesnetzagentur.

Die Bundesnetzagentur hat jetzt erste Zahlen zum Zubau erneuerbarer Energien im Jahr 2023 ermittelt. Wie die Agentur mitteilt, ist die installierte Leistung von Erneuerbare-Energien-Anlagen um 17 Gigawatt (GW) auf eine Gesamtleistung von knapp 170 GW gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr entspreche dies einem Zuwachs von zwölf Prozent. Den größten Anteil an dieser Entwicklung hätten die Energieträger Sonne und Wind.

Solar

Der Zubau an Solarleistung habe sich im Jahr 2023 mit 14,1 GW gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt. Dies sei auf zahlreiche private Anlagen zurückzuführen. Auch der Zubau von Solaranlagen auf Gewerbedächern und Freiflächen sei gestiegen. In Bayern sei 2023 mit 3,5 GW die meiste Solarleistung installiert worden. Ende 2023 habe die installierte Gesamtleistung in Deutschland 81,7 GW betragen. Dies bedeute, dass zukünftig ein jährlicher Zubau von 19 GW erforderlich sei, um das Ausbauziel von 215 GW Solar im Jahr 2030 zu erreichen.
Ein Großteil der privat betriebenen Gebäudeanlagen umfasse einen Speicher. Im Jahr 2023 sei dies bei einem Anteil von circa 70 Prozent der Solaranlagen der Fall gewesen.
Als so genannte Balkonanlagen (steckerfertige Solaranlagen) habe die Bundesnetzagentur im Jahr 2023 rund 260.000 Anlagen im Marktstammdatenregister erfasst. Dies sei eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr. Dieser Boom bei Balkonanlagen habe einen Anteil von 1,5 Prozent (0,2 GW) am gesamten deutschen Solarzubau. Die Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die Zahl dieser Anlagen noch höher liegt, da vermutlich nicht alle Balkonanlagen registriert sind.

Wind an Land

Der Zubau an Windenergieleistung im Jahr 2023 liege mit 2,9 GW über dem Niveau des Vorjahrs. In diesem Zubauwert seien von den neu in Betrieb genommenen Anlagen die stillgelegten Anlagen abgezogen. Die installierte Gesamtleistung zum Ende des Jahres 2023 betrage damit 60,9 GW. Bis 2030 soll die installierte Leistung auf 115 GW steigen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten in Deutschland jährlich 7,7 GW zugebaut werden. Im Jahr 2023 seien die meisten Windenergieanlagen in Schleswig-Holstein (1,1 GW) in Betrieb gegangen (wir berichteten). In den süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg wurden im vergangenen Jahr zusammen rund 0,08 GW an Windenergieanlagen neu in Betrieb genommen (Bayern: 0,023, Baden-Württemberg: 0,054).
Im Jahr 2023 seien 80 Prozent mehr Genehmigungen für Windenergieanlagen an Land erteilt worden als im Vorjahr. Diese wurden für rund acht GW ausgesprochen und sollen in den kommenden Jahren realisiert werden.

Wind auf See und Biomasse

Im Jahr 2023 sei ein neuer Offshore-Windpark mit 27 Windenergieanlagen in Betrieb gegangen. Dabei handele es sich um den in der Ostsee gelegenen Windpark Arcadis Ost I mit einer Leistung von 0,3 GW. Damit sei 2023 etwa so viel Windleistung auf See zugebaut worden wie im Vorjahr. Insgesamt sei in Ost- und Nordsee eine Leistung von 8,5 GW installiert.
Der Zubau an Biomasseanlagen habe sich im Jahr 2023 mit 0,12 GW gegenüber dem Vorjahr auf niedrigem Niveau verdoppelt. Den größten Anteil daran haben drei neu in Betrieb genommene Heizkraftwerke, die neben Strom auch Nutzwärme erzeugen. Insgesamt seien damit rund neun GW Biomasseleistung in Betrieb.

Marktstammdatenregister

Die Daten für das Gesamtjahr 2023 wurden von der Bundesnetzagentur auf Basis der Eintragungen im Marktstammdatenregister ermittelt. Für den Monat Dezember seien die Daten abgeschätzt worden. Eine abschließende Analyse der Zubauzahlen werde mit der monatlichen Veröffentlichung der Bundesnetzagentur Ende Januar 2024 veröffentlicht.
Das Marktstammdatenregister (MaStR) ist ein umfassendes amtliches Register für alle stromerzeugenden Anlagen in Deutschland. Im MaStR müssen alle netzgekoppelten Stromerzeugungsanlagen und Batteriespeicher registriert werden. Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Anlagen erfasst. Das MaStR wird von der Bundesnetzagentur geführt.





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