AEEHintergrundpapier zu regelbaren Kraftwerken

Mit fast 10.000 MW hält Nordrhein-Westfalen den größten Anteil an Gaskraftwerken.
(Bildquelle: Agentur für Erneuerbare Energien)
Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat jetzt ein neues Hintergrundpapier veröffentlicht, das den Status quo und die Entwicklungsperspektiven regelbarer Kraftwerke in Deutschland beschreibt. Wie die AEE mitteilt, sind solche Anlagen notwendig, um die Lücken zu füllen, die durch den schwankenden Ertrag von Wind- und Solarenergie entstehen. Vor allem Gaskraftwerke, die in Zukunft auf Wasserstoff umgestellt werden sollen, spielen hier eine zentrale Rolle. Auch wenn Technologien wie Speicher, Bioenergie und Wasserkraft wichtige Beiträge leisten, werden sie allein nicht ausreichen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Mit der „Kraftwerksstrategie“ hat die Bundesregierung laut AEE den Bedarf an neuen Gaskraftwerken anerkannt. Die künftige geografische Verteilung dieser Anlagen ist jedoch noch offen und soll vor allem systemdienlich gestaltet werden, wobei ein Schwerpunkt im Süden Deutschlands angedacht ist. Die Agentur empfiehlt zudem, zusätzliche Ausgleichsmöglichkeiten für fluktuierende Erneuerbare wie Biogas und Speicher stärker zu erschließen, um den Bedarf an neuen Gaskraftwerken zu reduzieren. Robert Brandt, Geschäftsführer der AEE, betont: „Der Bedarf an neuen Gaskraftwerken und notwendigen Ausgaben für diese kann jedoch dadurch reduziert werden, dass andere Ausgleichsmöglichkeiten für Wind und Sonne – wie Biogas, Speicher und Sektorenkopplung – stärker erschlossen und von Anfang an mit eingebunden werden.“
Auskünften der AEE zufolge beträgt die Leistung des Kraftwerksparks deutschlandweit aktuell rund 34.500 Megawatt (MW), wobei Nordrhein-Westfalen mit fast 10.000 MW den größten Anteil an Gaskraftwerken hält. Auch die Kohlekraftwerke liefern nach wie vor regelbare Leistung, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Brandenburg. Die bestehenden Biomasseanlagen konzentrieren sich ebenfalls auf einige wenige Länder, allen voran Niedersachsen und Bayern. Der Fachverband Biogas sieht ein Potenzial für die Verdoppelung der Biogasleistung bis 2030, ohne zusätzlichen Energiepflanzenanbau.
Die Speicherlandschaft wird von Pumpspeicherkraftwerken und Batteriespeichern dominiert, wobei die größten Kapazitäten in Baden-Württemberg und Thüringen zu finden sind. Pumpspeicherkraftwerke haben nur noch begrenzte Ausbauoptionen, während für Batteriespeicher in den nächsten Jahren eine dynamische Entwicklung erwartet wird.
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