Dienstag, 3. März 2026

Baden-WürttembergAutonomer ÖPNV macht Fortschritte

[03.03.2026] Das baden-württembergische Leuchtturmprojekt RABus liefert belastbare Ergebnisse für den autonomen Busbetrieb im ÖPNV. Das Land startet nun gemeinsam mit Verkehrsunternehmen und Verbänden einen Beteiligungsprozess, um den Übergang vom Reallabor in den Regelbetrieb vorzubereiten.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann sieht in RABus eine „belastbare Grundlage“ für den weiteren Markthochlauf.

(Bildquelle: Thomas Kienzle)

Autonom fahrende Busse und Shuttles rücken im öffentlichen Personennahverkehr in Baden-Württemberg näher an den Regelbetrieb. Wie das Land zum Abschluss des Projekts RABus (Reallabor für den automatisierten Busbetrieb) berichtet, liefern die vergangenen viereinhalb Jahre belastbare technische und organisatorische Erkenntnisse für den Markthochlauf.

In Reallaboren in Friedrichshafen und Mannheim testeten mehr als 1.600 Bürgerinnen und Bürger autonome Shuttles im öffentlichen Straßenverkehr. Die Fahrzeuge fuhren im Realbetrieb, nicht auf abgesperrten Strecken. Laut Projektträger zeigten sie eine hohe technische Verlässlichkeit. Die Rückmeldungen der Fahrgäste fielen überwiegend positiv aus. Das Land wertet dies als Beleg, dass autonomes Fahren im ÖPNV keine Vision mehr ist, sondern unter realen Bedingungen funktioniert.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) sieht in RABus eine „belastbare Grundlage“ für den weiteren Markthochlauf. Das Land wolle den Einsatz autonomer Fahrzeuge vor allem im Bedarfsverkehr on demand vorantreiben. Projekte wie RABus zeigten konkret, welche technischen und betrieblichen Fragen noch zu klären seien, damit autonome Systeme schrittweise in den Linien- und Bedarfsverkehr integriert werden können.

Mit dem Projektende rücken nun die Rahmenbedingungen in den Fokus. Für einen skalierbaren Einsatz braucht es klare Rechtsgrundlagen und standardisierte Genehmigungsverfahren. Ebenso erforderlich sind einheitliche technische Standards, damit sich autonome Fahrzeuge in bestehende Leit- und Dispositionssysteme einbinden lassen. Verkehrsbetriebe müssen neue Anforderungen an Betrieb, Wartung und Leitstellen erfüllen. Zudem gilt es, autonome Angebote in ein verlässliches Gesamtsystem mit funktionierenden Umstiegen zur Schiene einzupassen. Auch die Kommunikation spielt eine Rolle, um Akzeptanz bei unterschiedlichen Nutzergruppen zu sichern.

Um diese Fragen strukturiert anzugehen, hat das Land gemeinsam mit Verkehrsunternehmen, Aufgabenträgern, Verbünden und Wissenschaft einen breit angelegten Beteiligungsprozess gestartet. Ziel ist eine abgestimmte Beschaffung größerer Stückzahlen sowie die Festlegung verbindlicher Integrationsstandards für Baden-Württemberg. Das gemeinsame Verständnis fixierten die Partner in einem Letter of Intent. Darin halten sie fest, dass autonome Fahrzeuge den klassischen ÖPNV ergänzen sollen, insbesondere in ländlichen Räumen und Randzeiten, und so auf den wachsenden Personalmangel reagieren können.





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