Donnerstag, 9. Juli 2026

SaerbeckEnergie aus dem Kompostwerk

[09.07.2026] Die Entsorgungsgesellschaft Steinfurt (EGST) hat in Saerbeck einen neuen Energieverbund offiziell eingeweiht. Nach Angaben des Unternehmens verbindet die Anlage Biomasseheizkraftwerk, Biomethan-Aufbereitung und Klärschlammtrocknung.
Luftaufnahme eines Energie- und Kompostwerks in Saerbeck. Zu sehen sind mehrere Hallen, eine Biogasanlage mit technischen Anlagen und Rohrleitungen, Lagerflächen sowie ein Biomassebereich. Im Hintergrund erstrecken sich Felder und Waldflächen, daneben steht eine Windenergieanlage.

Kompostwerk in Saerbeck: Grüne Energiegewinnung mit Holzbrennstoffen aus der Landschaftspflege sowie der Kompostierung.

(Bildquelle: EGST)

Die Entsorgungsgesellschaft Steinfurt (EGST) hat Ende Juni 2026 die neuen Energieanlagen ihres Kompostwerks in Saerbeck eingeweiht. Wie das Unternehmen mitteilt, umfasst das Verbundprojekt ein Biomasseheizkraftwerk, eine Biomethan-Aufbereitung mittels Aminwäsche sowie eine Klärschlammtrocknungsanlage. Geplant und umgesetzt wurde die Gesamtanlage von Schmidmeier NaturEnergie. Sie befindet sich bereits seit Ende 2025 im Betrieb.

Biogas wird zu Biomethan

Nach Angaben der EGST wurde das am Standort seit 2013 erzeugte Biogas bislang über Blockheizkraftwerke nach den Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verstromt. Mit der Erweiterung der vorhandenen Biogasanlage um die Biomethan-Aufbereitung speist die EGST nun auch Biomethan in das Erdgasnetz ein. Damit solle die Wirtschaftlichkeit der Anlage auch nach dem Auslaufen der EEG-Förderung gesichert werden.

Für die Biomethan-Aufbereitung sei Hochtemperaturwärme von 140 Grad Celsius erforderlich. Diese liefere ein neues Biomasseheizkraftwerk, das Biomasse aus den eigenen Stoffströmen der EGST sowie aus dem Kreis Steinfurt nutze. Der erzeugte Dampf werde in einer mehrstufigen Kondensationsturbine in Strom und Wärme umgewandelt. Die Wärme versorge neben bestehenden Prozessen auch die neue Klärschlammtrocknungsanlage.

5.000 Tonnen CO₂ werden eingespart

Nach Angaben der EGST werden dort künftig jährlich 18.000 Tonnen Klärschlamm aus den kreisangehörigen Kommunen getrocknet. Ziel sei eine deutliche Verringerung von Volumen und Gewicht der anfallenden Klärschlammmengen. Die Anlage erreicht den Angaben zufolge eine jährliche Wärmeerzeugung von 22.000 Megawattstunden sowie eine Stromerzeugung von 2.250 Megawattstunden. Zudem sollen jährlich über 5.000 Tonnen CO₂ eingespart werden.





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