EnergieministerkonferenzDer Geist von Brunsbüttel

Unter dem Vorsitz des schleswig-holsteinischen Energiewendeministers Tobias Goldschmidt tagte die Energieministerkonferenz.
(Bildquelle: Frank Peter)
Die diesjährige Herbst-Energieministerkonferenz der Länder, die am 8. Dezember 2024 in Brunsbüttel unter dem Vorsitz Schleswig-Holsteins stattfand, endete mit einer klaren Botschaft: Deutschland muss seine Anstrengungen für die Energiewende und den Umbau zu einer klimaneutralen Wirtschaft konsequent fortsetzen. In der verabschiedeten „Brunsbütteler Erklärung“ fordern die Energieministerinnen und -minister die Bundesregierung und den Bundestag auf, trotz der anstehenden Neuwahlen wichtige gesetzliche Entscheidungen nicht zu verzögern. Ziel sei es, Brüche im Transformationsprozess zu vermeiden und Planungssicherheit für Wirtschaft und Industrie zu gewährleisten.
Energiepreise und Netzentgelte im Fokus
Die Konferenz betonte die Bedeutung der Senkung der Netzentgelte, um die Strompreise für Verbraucher und Unternehmen zu stabilisieren. Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte: „Die Länder stehen geschlossen hinter der Energiewende. Die Beratungen in Brunsbüttel waren von einer guten Kompromissbereitschaft getragen – über alle Länder- und Parteigrenzen hinweg.“ Goldschmidt unterstützte den Vorschlag der Bundesregierung zur kurzfristigen Senkung der Netzentgelte und rief dazu auf, den Geist der Beratungen von Brunsbüttel mit nach Berlin zu nehmen.
Wichtige Vorhaben für die Energiewende
Ein zentrales Thema der Konferenz war die notwendige Beschleunigung von Schlüsselprojekten: Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll mindestens auf dem heutigen Niveau gehalten werden. Dazu gehört auch eine bessere Anpassung des Energiemarktes an die volatile Einspeisung von Wind- und Sonnenenergie. Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann (SPD) wies auf die wirtschaftlichen Herausforderungen hin und forderte, politische Verzögerungen zu vermeiden: „Von Brunsbüttel geht heute ein klares Signal an die Bundespolitik aus, dass wir uns angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen keine politischen Spielchen leisten können.“ Er betonte die Bedeutung stabiler Strompreise für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft.
Strategie für Bioenergie und neue Kraftwerke
Die Konferenz forderte zudem ein rasches Handeln bei der Umsetzung der Biomassestrategie. Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) forderte den Bund auf, die Ausschreibungen für wasserstofffähige Gaskraftwerke zu beschleunigen. „Die ersten Ausschreibungen müssen bereits Anfang 2025 starten. Wir brauchen bis 2031 einen verlässlichen Zubau von 17 bis 21 Gigawatt Kraftwerksleistung“, so Aiwanger. Die Bioenergie müsse mit einem deutlich erhöhten Ausschreibungsvolumen gesichert werden, um die Strom- und Wärmeversorgung langfristig zu stabilisieren.
Zusammenarbeit und Dynamik für die Zukunft
Die Energieministerinnen und -minister sprachen sich für eine Flexibilisierung der Energienutzung aus, um die Effizienz zu steigern. Größere Stromverbraucher wie E-Autos und Wärmepumpen sollen Anreize erhalten, Energie zu nutzen, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist. Ziel ist eine dynamische Anpassung der Strompreise, die diese Verhaltensweise fördert. Die Konferenz betonte die Bedeutung des Kraftwerkssicherheitsgesetzes mit einem Kapazitätsmechanismus, um sicherzustellen, dass neue Kraftwerke gebaut werden, die einspringen, wenn erneuerbare Energien nicht ausreichen.
BDEW: Stellungnahme zur Kraftwerksstrategie
[19.01.2026] Bundesregierung und EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte der Kraftwerksstrategie verständigt und damit den Weg für neue Ausschreibungen und zusätzliche gesicherte Leistung geebnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sieht darin ein wichtiges Signal für Versorgungssicherheit und Investitionen in steuerbare Kapazitäten. mehr...
BDEW: Zehn-Punkte-Papier für mehr Resilienz
[14.01.2026] Nach dem mehrtägigen Stromausfall infolge eines Brandanschlags in Berlin fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rasche politische und rechtliche Konsequenzen. Ein Zehn-Punkte-Papier soll die Resilienz Kritischer Energie- und Wasserinfrastrukturen gegen Sabotage, Ausfälle und Krisen stärken. mehr...
Deutscher Landkreistag: Änderungen an KRITIS-Dachgesetz gefordert
[12.01.2026] Ein mehrtägiger Stromausfall nach einem Anschlag im Berliner Südwesten hat aus Sicht der Landkreise gravierende Schwachstellen in der Krisenvorsorge offengelegt. Der Deutsche Landkreistag dringt deshalb auf einen umfassenderen Schutz Kritischer Infrastrukturen und auf Nachbesserungen beim geplanten KRITIS-Dachgesetz. mehr...
Sachsen: Fortsetzung der zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle
[12.01.2026] Sachsen setzt die Arbeit seiner zentralen Wasserstoff-Anlaufstelle fort und beauftragt die bisherige Trägergemeinschaft erneut. Damit soll der Aufbau einer durchgängigen Wasserstoffwirtschaft bis 2030 weiter unterstützt werden. mehr...
Niedersachsen: Gewerbesteueraufkommen für Offshore-Windparks gesichert
[07.01.2026] Niedersachsen ordnet die Gewerbesteuer für Offshore-Windparks neu und sichert damit dauerhaft hohe Einnahmen für seine Kommunen. Kern der Regelung ist die Zuweisung der Hebeberechtigung an Wilhelmshaven ab 2026, mit umfangreichen Umverteilungseffekten über den Kommunalen Finanzausgleich. mehr...
AEE: Fortschritte bei Flächen-Ausweisungen
[07.01.2026] Die Bundesländer kommen bei der Ausweisung von Flächen für Windenergie voran, erreichen die gesetzten Zwischenziele jedoch bislang nur teilweise. Ein Hintergrundpapier der Agentur für Erneuerbare Energien zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den Ländern sowie Fortschritte bei Genehmigungen und Photovoltaik-Freiflächen. mehr...
Schleswig-Holstein: Forschungszentrum für Leistungselektronik geplant
[06.01.2026] Schleswig-Holstein will am Campus der HAW Kiel ein neues Forschungszentrum für Leistungselektronik errichten und dafür bis zu 15,28 Millionen Euro bereitstellen. Das Vorhaben soll Forschung, industrielle Anwendung und Technologietransfer im Kontext der Energiewende bündeln. mehr...
BSI: Richtlinie für Smart Meter Gateways überarbeitet
[19.12.2025] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat die Technische Richtlinie TR-03109-6 für die Administration von Smart Meter Gateways überarbeitet. Die neue Version 2.0 wird mit der nächsten Zertifizierung der Gateway-Administrator-Systeme ab 2027 verbindlich. mehr...
Stadtwerke Lübeck: Umfrage zu Investitionen in Energiewende
[17.12.2025] Die Bereitschaft zu staatlichen Investitionen in die Klimaneutralität ist in Deutschland tief gespalten. Eine repräsentative Umfrage zeigt zugleich, dass viele Bürgerinnen und Bürger klare Prioritäten bei Infrastrukturprojekten erwarten und kommunalen Unternehmen dabei eine zentrale Rolle zuschreiben. mehr...
BDEW: Kritik an NEST-Paket
[12.12.2025] Das von der Bundesnetzagentur veröffentlichte NEST-Paket überzeugt die Branche nicht. Aus Sicht des BDEW fehlt ein verlässlicher Rahmen für die neue Anreizregulierung. Die Verbände warnen vor Folgen für Investitionspläne vieler Netzbetreiber. mehr...
Biogasrat: Warnung vor Wettbewerbsnachteilen
[12.12.2025] Der Biogasrat warnt, dass der neue Kabinettsentwurf zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote die Existenz mittelständischer Produzenten fortschrittlicher Biokraftstoffe gefährde. mehr...
AGFW: Statement zum Geothermie-Beschleunigungsgesetz
[10.12.2025] Der Bundestag hat das Geothermie-Beschleunigungsgesetz beschlossen und damit neue Standards für schnellere Planfeststellungsverfahren bei Wärmeleitungen gesetzt. Der Energieeffizienzverband AGFW warnt vor möglichen zusätzlichen Hürden durch unklare Formulierungen im Gesetz. mehr...
Interview: Der Schnellere und Bessere gewinnt
[09.12.2025] Wenn wir heute von vorne beginnen würden, ein Energiesystem aufzubauen, würden wir es dezentral gestalten, sagt Milan Nitzschke. stadt+werk sprach mit ihm und Stefan Liesner über Wege zu einem sinnvollen und zukunftsfähigen Strommarktdesign. mehr...
Energieministerkonferenz: Verlässliche Rahmenbedingungen gefordert
[09.12.2025] Die Energieministerkonferenz in Stralsund hat ein gemeinsames Signal an den Bund gesendet: Für den Erfolg der Energiewende braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, bezahlbaren Strom und Tempo beim Wasserstoffhochlauf. Ländervertretern zufolge stocken zentrale Projekte wie Kernnetz, Elektrolyse und Offshore-Ausbau, während die Industrie Planungssicherheit einfordert. mehr...
Energiepolitik: Länder warnen vor Ausbremsen der Energiewende
[02.12.2025] Sieben Bundesländer fordern vom Bund mehr Klarheit und Verlässlichkeit in der Energiepolitik. Ein gemeinsames Positionspapier warnt vor Einschnitten bei Förderprogrammen und beim Ausbau der Erneuerbaren. mehr...














