Mittwoch, 21. Oktober 2026

BundesnetzagenturMonitoringbericht 2025 erschienen

[01.12.2025] Der Monitoringbericht 2025 von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur sieht den Wettbewerb auf den Energie­märkten weiterhin als verlässlichen Stabilitätsanker. Trotz der Turbulenzen der vergangenen Jahre zeigen die Daten für 2024 eine hohe Wechselbereitschaft, fallende Preise und eine Stromerzeugung, die sich deutlich in Richtung erneuerbarer Energien verschiebt.

Laut Monitoringbericht legte die Stromerzeugung aus Solarenergie um 18,6 Prozent zu; Onshore-Wind ging infolge eines windarmen Herbstes hingegen leicht zurück.

(Bildquelle: adobestock)

Der neue Monitoringbericht 2025 von Bundeskartellamt und Bundesnetzagentur zeichnet ein Bild stabiler und wettbewerbsstarker Energie­märkte. Wie die beiden Behörden berichten, basiert die Analyse vor allem auf Daten des Jahres 2024 und berücksichtigt bereits Entwicklungen aus 2025. Der Bericht erscheint zum 20. Mal, seit er 2005 im Zuge der damaligen EnWG-Novelle eingeführt wurde, und dient seither als Instrument zur Markttransparenz und zur Bewertung der Versorgungssicherheit.
Dem Bericht zufolge hat sich die Entflechtung von Erzeugung, Netz und Vertrieb aus Sicht des Wettbewerbs bewährt. Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, verweist auf ein beträchtlich erweitertes Angebot: Konnten Haushalte zu Beginn der Liberalisierung meist nur unter einem Lieferanten wählen, standen ihnen 2024 bereits 139 Strom- und 108 Gasanbieter offen. Auf beiden Vertriebsmärkten gilt seit mehr als einem Jahrzehnt kein Unternehmen mehr als marktbeherrschend. Parallel dazu sank der Anteil der Haushalte in der Grundversorgung weiter. Für Strom lag er 2024 bei rund 22 Prozent, für Gas bei etwa 16 Prozent.

Hohe Wechselbereitschaft

Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, hebt die hohe Wechselbereitschaft hervor. 2024 wechselten rund 7,1 Millionen Stromkundinnen und -kunden ihren Anbieter, was einem Plus von 18 Prozent entspricht. Die Quote lag bei etwa 14 Prozent, weitere 3,3 Millionen Haushalte passten ihre Verträge beim bisherigen Lieferanten an. Auch im Gasmarkt erreichten die Wechsel mit rund 2,3 Millionen Haushalten einen Rekordwert; die Quote betrug etwa 17 Prozent, zusätzlich nahmen rund 1,2 Millionen Kundinnen und Kunden Anpassungen ihrer Verträge vor.
Wie der Bericht festhält, entspannten sich die Energiepreise im Frühjahr 2025. Haushaltsstrom kostete im Durchschnitt 40,1 Cent pro Kilowattstunde, rund vier Prozent weniger als im Vorjahr. Gas lag mit 12,13 Cent pro Kilowattstunde etwa drei Prozent darunter. Seit 2025 müssen Stromlieferanten mindestens einen dynamischen Tarif anbieten, was verbrauchsnahe Produkte stärker in den Markt rückt. Auch Industrie und Gewerbe zahlten niedrigere Preise; beim Strom lagen sie rund sechs Prozent unter dem durchschnittlichen Vertragspreis des Vorjahres. Die Behörden führen die Rückgänge vor allem auf niedrigere Großhandelspreise und eine hohe Liquidität zurück. Die Analyse extremer Preisspitzen während Dunkelflauten ergab keine Hinweise auf missbräuchliches Verhalten.

Strom aus Erneuerbaren nimmt zu

Einen breiten Raum nimmt im Bericht der Wandel der Stromerzeugung ein. Wie der Bundesnetzagentur zufolge im Jahr 2024 bereits 54 Prozent des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen stammten, ein deutlicher Sprung gegenüber 2005. Die Produktion aus Braunkohle sank um neun Prozent, die aus Steinkohle um 30 Prozent. Gründe seien Kraftwerksstilllegungen, der Ausbau der Erneuerbaren und niedrige Gasgroßhandelspreise. Solarenergie legte um 18,6 Prozent zu, Wasserkraft um 13,3 Prozent und Offshore-Wind um 9,4 Prozent. Onshore-Wind ging infolge eines windarmen Herbstes leicht zurück.
Bei der konventionellen Erzeugung halten die fünf größten Unternehmen laut Bundeskartellamt einen gemeinsamen Marktanteil von rund 55 Prozent, mit RWE an der Spitze. Mundt weist darauf hin, dass die Verringerung der konventionellen Kapazitäten die Marktmacht der größten Erzeuger gesteigert habe, weil verbliebene Anlagen häufiger unverzichtbar für die Bedarfsdeckung seien.
Auch der Gasmarkt hat sich grundlegend gewandelt. Nach dem Wegfall russischer Pipelineimporte ist Deutschland heute stärker auf LNG und Lieferungen aus Nordeuropa ausgerichtet und fungiert als europäischer Import-Hub. Während der Vertrieb als wettbewerblich gilt, bleibt die Konzentration bei den Gasspeichern hoch.





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