Mittwoch, 4. März 2026

Jade HochschuleVereinheitlichung der kommunalen Wärmeplanung

[04.03.2026] Die Jade Hochschule will die kommunale Wärmeplanung in Niedersachsen mit einem landesweit einheitlichen Daten- und Methodenstandard harmonisieren. Ein neues, vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Forschungsprojekt soll Kommunen schneller zu belastbaren Entscheidungen über Wärmenetze oder dezentrale Lösungen führen.

Ein Forschungsprojekt der Jade Hochschule will die Datengrundlagen und Bewertungsmethoden der kommunalen Wärmeplanung in Niedersachsen vereinheitlichen.

(Bildquelle: adobestock)

Ein Forschungsverbund unter Leitung der Jade Hochschule will die Datengrundlagen und Bewertungsmethoden der kommunalen Wärmeplanung in Niedersachsen vereinheitlichen. Wie die Hochschule mitteilt, untersucht das im Januar gestartete Projekt „Niedersächsischer Wärmeplaner“ (NIWaP) bis Ende 2027, wie sich Daten, Methoden und digitale Werkzeuge landesweit harmonisieren lassen.

Im Zentrum steht die strategische Wärmeplanung. Sie legt gebietsbezogen fest, wo künftig Wärmenetze entstehen und wo dezentrale Versorgung sinnvoll ist. Projektleiter Professor Sascha Koch will nachweisen, dass sich die erforderlichen Daten- und Auswertungsgrundlagen bundeslandweit standardisiert bereitstellen lassen. „Die typischerweise sehr lange Vorlaufzeit in Kommunen für die Datenbereitstellung soll verkürzt werden, sodass Kommunen schneller in die Entscheidungsfindung kommen“, erläutert Koch.

Neben der Jade Hochschule arbeiten die Hochschule Bremen, das Energiecluster OLEC und das Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen mit. Niedersachsen gilt als geeignete Modellregion, weil hier Gemeinden aller Größen vertreten sind. Die Ergebnisse sollen daher auf andere Bundesländer übertragbar sein.

Das Projekt standardisiert Bewertungsmethoden und überführt sie in ein interaktives Geodatenanalyse-Werkzeug. Es visualisiert harmonisierte Datensätze und parametrisierbare Szenarien, sodass Kommunen Auswirkungen von Annahmen unmittelbar erkennen. Interaktive Karten sollen auch Unsicherheiten als Prüfgebiete sichtbar machen. Die Entscheidungshoheit bleibt ausdrücklich bei den Kommunen. Besonders kleinere Gemeinden ohne eigene Geodatenkompetenz sollen von der standardisierten Grundlage profitieren.

Anlass ist das bundesweite Wärmeplanungsgesetz, das die Verantwortung für die kommunale Wärmeplanung den Städten und Gemeinden überträgt. Trotz gesetzlicher Vorgaben ist derzeit nicht zu erwarten, dass Wärmepläne überall mit gleicher Qualität und Methodik entstehen. Die daraus resultierende Heterogenität erschwert Vergleichbarkeit und Fortschreibung. NIWaP soll hier ansetzen und eine belastbare, fortschreibungsfähige Grundlage schaffen.

Gefördert wird das Vorhaben mit knapp 1,8 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Rahmen des Förderaufrufs „Vom Plan zur Wende“ im achten Energieforschungsprogramm.





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