Donnerstag, 9. Juli 2026

TrianelBeeindruckende Bilanz

[09.04.2026] Die Stadtwerke-Kooperation Trianel unterstützt mit ihren drei Gesellschaften Energieversorger und Kommunen in Deutschland bei der Umsetzung der Energiewende. Die Kooperation kann bereits auf beachtliche Erfolge zurückblicken.

Solarpark Nauen verläuft entlang der ICE-Trasse Hannover-Berlin.

(Bildquelle: Trianel)

Der 1. April 2000 markiert einen Wendepunkt in der deutschen Energiewirtschaft: Mit dem ersten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) entstand ein Rechtsrahmen, der den damals noch jungen Technologien wie Wind- und Sonnenenergie den Weg aus der Nische heraus in den Markt ebnete. Was als politisches Experiment begann, hat sich zu einer der größten industriellen Erfolgsgeschichten der vergangenen Jahrzehnte entwickelt. Ein Vierteljahrhundert später ist die Bilanz beeindruckend: Erneuerbare Energien tragen zu fast 60 Prozent zur Stromerzeugung in Deutschland bei. Die installierte Leistung liegt laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) inzwischen bei über 210 Gigawatt (GW) – allein 2023 kamen fast 18 GW Photovoltaik hinzu.

Getragen wird dieser Erfolg von vielen Akteuren – so auch von kommunalen Energieversorgern. Als Stadtwerke-Kooperation vertritt Trianel die Interessen ihrer mittlerweile 53 Gesellschafter und unterstützt sie bei der Umsetzung ihrer Transformationsstrategien. Trianel begann früh, sich intensiv mit erneuerbaren Energien zu beschäftigen. Bereits Ende der 2000er-Jahre fiel die Entscheidung für den Bau eines Offshore-Windparks in der Nordsee. Heute drehen sich dort 72 Windräder mit über 400 Megawatt (MW) Leistung.

Kräfte bündeln

Es folgte der Ausbau eines gemeinsamen Onshore-Portfolios. Die Grundidee dahinter: Projekte gemeinsam realisieren, die ein einzelnes Stadtwerk allein kaum stemmen kann. 2013 wurde Trianel Onshore Windkraftwerke gegründet, in der 16 Stadtwerke gemeinsam mit Trianel in acht Windparks mit 107 MW Gesamtleistung in ganz Deutschland investiert haben. Die Nachfolgegesellschaft, Trianel Erneuerbare Energien, feierte 2023 ihr zehnjähriges Bestehen. Aktuell umfasst ihr kontinuierlich wachsendes Portfolio rund 236 MW Windleistung sowie elf Solarparks mit einer Gesamtleistung von 100 Megawatt peak (MWp). Eine dritte Erneuerbaren-Gesellschaft, Trianel Wind und Solar, befindet sich im Aufbau, erste Projekte werden bereits umgesetzt.

Während zu Beginn vor allem Projekte von anderen Projektentwicklern erworben wurden, übernimmt Trianel heute die vollständige Projektentwicklung: von der Potenzialanalyse über die Flächenakquise und das Genehmigungsverfahren bis hin zum Bau von Windenergie- und PV-Freiflächenanlagen. Einige Beispiele: In Rheinland-Pfalz wurden 2023 entlang der A60 innerhalb weniger Monate acht Solarparks mit einer Gesamtleistung von 80 MWp errichtet. 179.070 Solarmodule erzeugen Strom für bis zu 37.000 Haushalte und sparen jährlich rund 40.000 Tonnen CO₂-Emissionen ein. Entlang der ICE-Trasse Hannover-Berlin entstand bereits 2021 der erste Teil des Solarparks Nauen mit einem Jahresertrag von bis zu 12,3 Millionen Kilowattstunden (kWh). Zwischenzeitlich wurde der Solarpark Nauen II mit 38,6 MWp in Betrieb genommen und die Projekte Nauen III bis VI befinden sich im Bau oder in der Planung.

Im Sauerland begann 2025 der Bau des Trianel Windparks Sundern und damit der Auftakt für das Windportfolio von Trianel Wind und Solar. Auf einer durch den Borkenkäfer stark geschädigten Fläche entstehen derzeit zwölf Windenergieanlagen mit je 5,56 MW Leistung. Nach der geplanten Inbetriebnahme zum Jahreswechsel 2026/2027 kann der Windpark jährlich bis zu 200 Millionen kWh Strom produzieren und spart jährlich etwa 90.000 Tonnen CO₂-Emissionen ein. Besonders hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Sundern, die künftig drei der Anlagen selbst betreiben wird.

Frischzellenkur für Erneuerbare

Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Standortkommunen ist allen genannten Projekten gemeinsam. Die Energiewende findet vor Ort statt und Kommunen übernehmen zunehmend strategische Verantwortung. Ihre Motive reichen von Klimaschutz über wirtschaftliche Entwicklung bis hin zur Stärkung der regionalen Attraktivität. Für den weiteren Ausbau ist ein stabiler und investitionsfreundlicher Rechtsrahmen unverzichtbar. Während der Ausbau in den 2010er-Jahren vielerorts nur schleppend vorankam und vor allem durch langwierige Genehmigungsverfahren gebremst wurde, wirkte das „Osterpaket“ des damaligen Bundeswirtschaftsministers Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) wie eine Frischzellenkur und adressierte zentrale Hemmnisse.

Im Jahr 2022 wurden die Errichtung und der Betrieb von Erneuerbare-Energien-Anlagen als „überragendes öffentliches Interesse“ eingestuft. Bei Abwägungsentscheidungen gilt der Erneuerbaren-Ausbau damit als vorrangiger Belang – ein Schritt, der die Genehmigungsverfahren spürbar beschleunigt hat. Ergänzend wirken die Ausweitung privilegierter Flächen sowie höhere Ausschreibungsvolumina wie ein zusätzlicher Booster. Die Effekte der Maßnahmen sind messbar: Die installierte Leistung stieg laut BDEW von rund 150 GW im Jahr 2022 auf über 200 GW.

Schattenseiten des Ausbaus

Dieser dynamische Ausbau hat auch seine Schattenseiten. Zum einen kann der Netzausbau nicht mit dem rasanten Zubau neuer Anlagen Schritt halten. Immer häufiger fehlt es an Netzkapazitäten, vor allem in den Mittelspannungsnetzen, weshalb Anlagen immer wieder abgeregelt werden müssen. Um die Wind- und Solaranlagen ans Netz anschließen zu können, müssen neue Umspannwerke oder Batteriespeicher gebaut werden – ein Schritt, den Trianel bereits an mehreren Standorten in Eigenregie umgesetzt hat. Zum anderen führt die steigende Zahl an Anlagen zu einem intensiveren Wettbewerb. Die Folge sind sinkende Zuschlagswerte bei den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur sowie rückläufige Marktpreise. Diese politisch gewollten Effekte erhöhen zwar die Effizienz und reduzieren die Kosten der Transformation, führen aber zu einer merklichen Verlangsamung des Ausbautempos.

Novellierung des EEG

Die Bundesregierung hat für dieses Jahr eine umfassende Novellierung des EEG angekündigt. Ein wichtiger Aspekt ist die effizientere Nutzung der bestehenden Netzinfrastruktur sowie eine eng abgestimmte Weiterentwicklung von Netz- und Erneuerbaren-Ausbau. An diesem Punkt ist auch die Bundesnetzagentur mit ihrem 2025 gestarteten Verfahren Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom (AgNes) aktiv, das die Netzentgelte grundlegend reformiert.

Parallel hat das Bundeswirtschaftsministerium im Februar 2026 ein Netzanschlusspaket zur Diskussion gestellt. Aus Sicht der Stromerzeuger ist entscheidend, dass die neuen Regelungen so gestaltet werden, dass Investitionen weiterhin möglich bleiben. Vorschläge wie entschädigungslose Abregelungen führen jedoch in eine falsche Richtung: Sie machen Einnahmen nicht mehr kalkulierbar und hängen einseitig vom Netzbetreiber ab. Es kristallisiert sich heraus, dass zahlreiche Veränderungen der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Branche in diesem Jahr intensiv beschäftigen werden. Umso wichtiger ist eine abgestimmte Vorgehensweise zwischen Gesetzgebung und Regulierung, damit ein konsistenter und verlässlicher Rahmen entsteht, der Investitionen anreizt und langfristige Planungssicherheit gewährleistet.


Der Autor, Sven BeckerSven Becker ist seit dem Jahr 2005 Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH in Aachen. Darüber hinaus nimmt er verschiedene Funktionen in den Tochter- und Beteiligungsgesellschaften der Trianel-Gruppe wahr.

Stichwörter: Unternehmen, Trianel,


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