Montag, 14. September 2026

EU-KommissionEnergie- und Klimapolitik bis 2030

[28.03.2013] Die Europäische Kommission geht mit dem so genannten Grünbuch erste Schritte für eine europaweite Klima- und Energiepolitik bis 2030. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sowie der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sehen darin die Chance für mehr Planungs- und Investitionssicherheit.
Um für Planungs- und Investitionssicherheit zu sorgen

Um für Planungs- und Investitionssicherheit zu sorgen, muss laut EU-Kommissar Günther Oettinger der klima- und energiepolitische Rahmen der EU bis 2030 bald auf dem Tisch liegen.

(Bildquelle: Europäische Kommission)

Die Europäische Kommission hat jetzt das Grünbuch zum Politikrahmen bis 2030 angenommen. Wie die Kommission mitteilt, enthält es unter anderem Fragen, wie die klima- und energiepolitischen Ziele für 2030 nach Art, Wesen und Ambitionsgrad gestaltet sein sollen, wie Kohärenz zwischen den einzelnen Politikinstrumenten geschaffen, das Energiesystem am besten zur Wettbewerbsfähigkeit der EU beitragen oder der unterschiedlichen Handlungsfähigkeiten der Mitgliedstaaten Rechnung getragen werden kann. Die Konsultation laufe bis zum 2. Juli 2013. Auf Grundlage der Äußerungen von Mitgliedstaaten, EU-Organen und Interessenträgern plant die Kommission nach eigenen Angaben bis Ende dieses Jahres den klima- und energiepolitischen Rahmen der EU bis 2030 auf den Tisch zu legen. „Wir müssen diesen Rahmen möglichst bald aufstellen, um angemessene Investitionen zu sichern, die uns nachhaltiges Wachstum, erschwingliche, wettbewerbsfähige Energiepreise und eine höhere Energieversorgungssicherheit gewährleisten“, sagt EU-Kommissar Günther Oettinger. „Der neue Politikrahmen muss den Folgen der Wirtschaftskrise Rechnung tragen; er muss aber auch ambitioniert genug sein, um dem notwendigen langfristigen Ziel einer Emissionsminderung um 80 bis 95 Prozent bis 2050 zu entsprechen.“
Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) begrüßt das mit dem Grünbuch vorgelegte europäische Vorhaben, einen klima- und energiepolitischen Rahmen bis 2030 zu erarbeiten. „Auf diese Weise muss die regulatorische Lücke nach 2020 geschlossen werden, um eine langfristige Investitionssicherheit zu garantieren, Innovationen voranzutreiben und Arbeitsplätze zu schaffen“, sagt BEE-Geschäftsführer Hermann Falk. Der Verband sieht sich laut eigenen Angaben durch das Grünbuch darin bestätigt, dass ein integrierter Energie- und Klimarahmen notwendig ist, wenn die EU ihre Klimaschutzziele bis 2050 erreichen möchte. Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) spricht sich für das Grünbuch aus. „Die bislang bestehenden Zielvorgaben für 2020 und 2050 sind für Investitionsentscheidungen zu kurz beziehungsweise zu lang“, sagt Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. „Europaweit gültige Zwischenziele für das Jahr 2030 können infolge der Planungssicherheit für Energieunternehmen die Investitionen auslösen, die zur Erreichung der Klimaschutzziele notwendig sind. Darüber hinaus wäre eine gemeinsame EU-Position zu den Zielen 2030 eine gute Basis für die internationale Klimaschutzverhandlungen.“
Wie die EU-Kommission weiter mitteilt, ist neben dem Grünbuch auch eine konsultative Mitteilung über die Zukunft der CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) in Europa veröffentlicht worden. Sie soll eine Debatte über bestehende Optionen anstoßen, um die zeitige Entwicklung dieser Technologie sicherzustellen. Die Beiträge zu dieser Konsultation fließen in die Arbeit der Kommission am Politikrahmen bis 2030 ein. Zudem wurde ein Bericht über die Fortschritte der Mitgliedstaaten im Bereich erneuerbarer Energien hinsichtlich der Zielvorgaben bis 2020 angenommen. Daraus geht laut Kommissionsangaben hervor, dass der derzeitige Politikrahmen für ein starkes Wachstum des Sektors bis 2010 gesorgt hat. In der EU sei ein Anteil erneuerbarer Energien in Höhe von 12,7 Prozent erreicht worden.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Bitkom: Besserer Schutz von Stromnetzen gefordert

[10.09.2026] Angesichts mutmaßlicher Sabotageversuche auf die Strominfrastruktur fordert der Digitalverband Bitkom einen stärkeren Schutz des Energiesystems. Neben physischen Angriffen müssten dabei auch Cyber-Attacken stärker berücksichtigt werden. mehr...

BDEW: Besserer Schutz für Kritische Infrastrukturen

[08.09.2026] Der BDEW dringt auf bessere Rahmenbedingungen für den Schutz der Energieversorgung. Der Verband fordert unter anderem weniger öffentlich zugängliche Infrastrukturdaten, eine wirksamere Drohnenabwehr und einen staatlich finanzierten Resilienzfonds. mehr...

Energiewende-Digitalisierungs-Allianz: Gesetzentwurf soll Netzbetreiber stärker in die Pflicht nehmen

[08.09.2026] Eine Allianz aus 17 Energieunternehmen fordert bundesweit einheitliche und digitale Verfahren für Netzanschlüsse und Netzbetrieb. Ein eigener Gesetzentwurf sieht 30 Maßnahmen vor – darunter finanzielle Ansprüche von Netznutzern, wenn Verteilnetzbetreiber gesetzliche Standards nicht einhalten. mehr...

Sachsen-Anhalt: Energiebranche mahnt Kontinuität an

[08.09.2026] Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt warnen Verbände und Unternehmen vor einem Bruch in der Energiepolitik. BEE, BWE und LichtBlick verweisen auf die wirtschaftliche Bedeutung der erneuerbaren Energien und fordern verlässliche Rahmenbedingungen für weitere Investitionen. mehr...

BDEW/VKU: Stellungnahme zum Brandanschlag

[02.09.2026] Nach dem Angriff auf ein Umspannwerk in Turnow-Preilack haben sich BDEW und VKU zum Schutz Kritischer Energie-Infrastruktur geäußert. Beide Verbände fordern Konsequenzen, unterscheiden sich aber in der Frage, welche Rolle Staat und Betreiber beim Schutz der Stromnetze übernehmen sollen. mehr...

Bundesregierung: Eckpunkte für ein Wärmenetzpaket beschlossen

[28.08.2026] Die Bundesregierung hat Eckpunkte für ein neues Wärmenetzpaket beschlossen. Der geplante Rechtsrahmen soll Investitionen erleichtern und zugleich Preise sowie Verbraucherrechte neu regeln. mehr...

RWE/Amprion: Stromanbieter kritisieren geplante Übernahme

[19.08.2026] Die geplante Übernahme von Amprion durch RWE stößt bei vier Ökostromanbietern auf Kritik. Sie fordern von der Bundesnetzagentur eine neue Prüfung, weil sie Risiken für Wettbewerb, Netzunabhängigkeit und den Zugang zu Flexibilitätsmärkten sehen. mehr...

Windenergie-auf-See-Gesetz: VKU fordert Ausbau mit Augenmaß

[19.08.2026] Der VKU fordert für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie mehr Wettbewerb und eine stärkere Orientierung am tatsächlichen Stromertrag. Zur Novelle des Windenergie-auf-See-Gesetzes schlägt der Verband unter anderem ein niedrigeres Ausbauziel und kleinere Ausschreibungsflächen vor. mehr...

interview

Interview: Schocks absorbieren

[10.08.2026] Die Energiebranche fordert klare Regeln für den Schutz Kritischer Infrastrukturen. stadt+werk sprach mit Kerstin Andreae, BDEW, und Ingbert Liebing, VKU, über die Bedrohungslage und mögliche Wege zu höherer Sicherheit. mehr...

Verband Region Stuttgart: Ausbau der Stromnetze beschleunigen

[06.08.2026] Der Verband Region Stuttgart und zahlreiche Partner wollen den Ausbau der Stromnetze in der Region beschleunigen. Eine gemeinsame Absichtserklärung soll Planungs- und Genehmigungsverfahren vereinfachen und die Zusammenarbeit von Kommunen, Netzbetreibern und Stadtwerken stärken. mehr...

Bundesregierung: StromVKG verabschiedet

[04.08.2026] Das neue Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz schafft den Rahmen für zusätzliche flexible Stromkapazitäten. Es soll die Versorgung auch bei wachsendem Anteil erneuerbarer Energien und dem Kohleausstieg absichern. mehr...

EEG-Novelle/Netzanschlusspaket: Stellungnahmen zu Reformschritten

[29.07.2026] Das Bundeskabinett hat heute die Entwürfe für die EEG-Novelle und das Netzanschlusspaket beschlossen. Energieverbände begrüßen den Reformkurs, verlangen im parlamentarischen Verfahren aber an zentralen Punkten Änderungen. mehr...

Thüringen: Energie-Anlagen schneller genehmigen

[28.07.2026] Thüringen will Genehmigungsverfahren für Industrie- und Energie-Anlagen weiter beschleunigen. Neue Vorgaben und organisatorische Maßnahmen sollen Investitionen sowie den Ausbau der Energie-Infrastruktur erleichtern, ohne den Umweltschutz zu schwächen. mehr...

Politik: Stellungnahmen zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket

[24.07.2026] Die Referentenentwürfe zur EEG-Novelle und zum Netzanschlusspaket stoßen bei Ländern und Verbänden auf ein geteiltes Echo. Während einige Akteure Nachbesserungen verlangen, sehen andere wichtige Fortschritte – fordern aber mehr Zeit und einen strukturierten Dialog vor dem Kabinettsbeschluss. mehr...

Sokratherm: Politische Entscheidungen verbessern Bedingungen für KWK

[22.07.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz und ein EuGH-Urteil stärken die Rahmenbedingungen für Kraft-Wärme-Kopplung. Beide Entscheidungen könnten den Einsatz von Blockheizkraftwerken erleichtern und die anstehende Reform des KWK-Gesetzes beeinflussen. mehr...