HamburgAbwärme für östliche Hafencity

In der Energiezentrale wird das schwankende industrielle Wärmeaufkommen ausgeglichen.
(Bildquelle: Stadtwerke Hannover AG)
Der Kupferproduzent Aurubis und der Contracting-Anbieter enercity Contracting Nord haben jetzt einen Vertrag über die Nutzung von industrieller Abwärme aus dem Hamburger Aurubis-Werk zur Versorgung der Hamburger Hafencity Ost mit Fernwärme geschlossen. Laut einer aktuellen Pressemeldung wird Aurubis hierzu Wärme auskoppeln, die während der Umwandlung von Schwefeldioxid – einem Nebenprodukt, das bei der Kupferschmelze anfällt – zu Schwefelsäure entsteht. Wie die Projektpartner mitteilen, ist die industrielle Abwärme nahezu frei von CO2, so dass künftig mehr als 20.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden können. Rund die Hälfte davon entstehe durch die Verdrängung von Erdgas-Nutzung zur Dampferzeugung auf dem Aurubis-Werksgelände, die andere Hälfte könne durch die Lieferung der Abwärme an enercity vermieden werden.
Der Vertrag sieht vor, dass Aurubis die Wärme bis an seine Werksgrenze liefern wird. Die Abnahme der Wärme und deren Weitertransport zur Nutzung im Wärmeversorgungsgebiet erfolgt durch enercity Contracting Nord, einer in Hamburg ansässigen 100 prozentigen Beteiligung von enercity. Dabei reicht zur Versorgung der östlichen Hafencity die Wärme aus einem von drei Strängen. Jürgen Schachler, Vorstandsvorsitzender von Aurubis, erläutert: „Wir könnten deutlich mehr Fernwärme für die Stadt Hamburg liefern und damit sogar bis zu 140.000 Tonnen CO2 jährlich einsparen. Dafür sind derzeit jedoch noch nicht die technischen, finanziellen und vertraglichen Grundlagen gelegt.“ An einer Lösung sei das Unternehmen sehr interessiert und arbeite intensiv daran.
Abwärme wesentlicher Eckpfeiler in Hamburgs Wärmestrategie
Jens Kerstan (Bündnis 90/Die Grünen), Senator für Umwelt und Energie, war bei der Vertragsunterzeichnung zugegen und sagt: „Wir wollen in Hamburg zeigen, wie die Energiewende bei der Wärmeversorgung funktioniert. In unserer Strategie spielt die Nutzung von industrieller Abwärme eine große Rolle.“ Das Projekt zeige, dass der urbane Raum zwar große Herausforderungen an den Klimaschutz stelle, aber eben auch besonders konstruktive und kooperative Lösungswege anbiete. Auch Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende von enercity, hält das Projekt für zukunftsweisend: „Das Projekt ist in seiner Größenordnung einzigartig und setzt neue Maßstäbe für zukünftige Wärmeversorgungen in Städten. Denn gerade im urbanen Raum sind die Herausforderungen der Energiewende enorm.“
Im April 2018 soll die Wärmeauskopplung in Betrieb gehen. Bis dahin will Aurubis 17 Millionen Euro für den Umbau der Anlagen und die Verlegung der Wärmeleitung an die Werksgrenze investieren. Auch die Investitionskosten von enercity Contracting Nord belaufen sich auf 16 Millionen Euro für eine neue Wärmetransportleitung vom Aurubis-Werk bis in die Hafencity Ost und eine ebenfalls neue Energiezentrale. Letztere dient dazu, das betriebsbedingt schwankende industrielle Wärmeaufkommen für die Fernwärmeversorgung auszugleichen. Aurubis werde Fördermittel in Höhe von 30 Prozent von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und enercity Contracting Nord in ähnlicher Größenordnung aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung (EFRE) erhalten. In der Meldung heißt es weiter, dass die Förderungen durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und die Behörde für Umwelt und Energie der Freien und Hansestadt Hamburg (BUE) initiiert worden seien.
Außerdem gehöre die vereinbarte Fernwärmelieferung als eines von zehn Fallbeispielen zum Projekt Leuchttürme energieeffiziente Abwärmenutzung der Deutschen Energie-Agentur (dena). Der Vorsitzende der Geschäftsführung von dena, Andreas Kuhlmann, sagt: „Aurubis geht hier mit gutem Beispiel voran; es ist an der Zeit, dass weitere Unternehmen mit innovativen Ansätzen folgen. Unser Modellprojekt wird sie dabei unterstützen.“
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