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Brandenburg/Sachsen-Anhalt:
Die Fläche erschließen


[2.5.2022] Gemeinsam mit dem Netzbetreiber DNS:NET realisieren zahlreiche Kommunen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt den Gigabit-Ausbau und stärken damit ihre Attraktivität als Wohn- und Gewerbestandorte.

Wiesenburg/Mark: Kooperation zur Gigabit-infrastruktur. Kommunen in Brandenburg und Sachsen-Anhalt setzen verstärkt auf den Fibre-to-the-Home-Ausbau (FTTH) und suchen sich dafür regionale Partner, denen es gelingt, in die Fläche zu gehen und dabei hohe Bandbreiten zu garantieren. 2021 haben sich in der Region Potsdam-Mittelmark gleich mehrere Gemeinden für den Gigabit-Ausbau entschieden, darunter Stahnsdorf, wo 1.000 Kilometer Glasfaserkabel für rund 7.000 Haushalte verlegt werden, oder Michendorf mit ebenfalls knapp 1.000 Kilometern Glasfaser für rund 6.000 Haushalte. Auch unterversorgte Ortsteile und Dörfer mit wenigen hundert Einwohnern wie in Wiesenburg/Mark sichern sich über Kooperationsvereinbarungen eine Gigabit-Infrastruktur. In Brandenburg sind aktuell hunderttausend weitere Haushalte in der Planung und Bearbeitung für den eigenwirtschaftlichen Ausbau. Für die Landkreise Havelland, Barnim, Märkisch-Oderland und Dahme-Spreewald steht das Jahr 2022 klar auf FTTH-Ausbau.

Sukzessives Erschließen der einzelnen Ortsteile

Im südlichen Teil Brandenburgs wollten Stadtverwaltung und Ratsverantwortliche nicht länger auf eine verlässliche Glasfaserinfrastruktur warten. Im Dezember 2021 wurde in Luckau die Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadt und dem Netzbetreiber DNS:NET unterzeichnet. In einer mit der Stadt abgestimmten Reihenfolge sollen die verschiedenen Ortsteile sukzessive mit Glasfaser mit bis zu 2.500 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) erschlossen werden. In Neuenhagen werden über 9.000 Haushalte mit Gigabit-Geschwindigkeiten versorgt, der Bau hatte sofort nach Vertragsunterzeichnung begonnen. Auch in den angrenzenden Gemeinden gibt es hohe Vorvermarktungsquoten sowie weitere Kooperationsanfragen, die im Frühjahr 2022 starten sollen.
Im Landkreis Barnim wurden zahlreiche Gemeinden ans Glasfasernetz von DNS:NET angeschlossen, monatlich kommen neue hinzu mit zum Teil überragenden Quoten wie in Bernau (23.000 Haushalte), wo es in einzelnen Ortsteilen Vorvermarktungsquoten von über 80 Prozent gibt. In Panketal werden die über 10.000 Haushalte eigenwirtschaftlich erschlossen und flächendeckend ans Glasfasernetz angeschlossen. Dabei werden Datenraten von bis zu 2,5 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) realisiert.
Im Landkreis Teltow-Fläming wird unter anderem die Stadt Trebbin eigenwirtschaftlich ausgebaut. „DNS:NET ist als regionaler Partner sofort in der Lage, in kürzester Zeit einen FTTH-Ausbau in großem Umfang zu leisten, und zeigt dies in zahlreichen anderen Gebieten des Bundeslands durch den Anschluss ehemals unterversorgter, kaum geförderter Gebiete oder in Gebieten mit Lückenförderung. Trebbin hat somit die gute Chance, über 6.000 Haushalten diese Glasfaserinfrastruktur zu bieten“, sagt Stefan Holighaus, Mitglied der Geschäftsleitung von DNS:NET.

Gute Dynamik

Für knapp 6.000 Haushalte in Brieselang im Kreis Havelland sowie weitere 500 Haushalte in den Ortsteilen Bredow und Zeestow können dank Kooperationsvereinbarung demnächst Datenraten von bis zu 2,5 Gbit/s bereitgestellt werden. Zuvor gingen schon Wustermark und Dallgow-Döberitz (10.300 Einwohner) Kooperationen mit DNS:NET ein. Dallgows Bürgermeister Sven Richter sagt: „Wir sind sehr froh, dass durch den eigenwirtschaftlichen Ausbau mittelständischer Unternehmen eine gute Dynamik in den Glasfaserausbau kommt und die Region mit attraktivsten Bandbreiten versorgt wird.“
Auch in Sachsen-Anhalt profitieren Kommunen vom Glasfaserausbau mit Netzbetreiber DNS:NET. Die ARGE Breitband im Landkreis Börde und der Zweckverband Breitband Altmark kommen mit ihren Bemühungen um kommunale Giganetze gut voran. Zusätzlich setzen zahlreiche Kommunen in dem ostdeutschen Bundesland auf privatwirtschaftliche Vereinbarungen, sobald die Förderlücken deutlich werden, um die kommunalen Netze allen Bürgern zugänglich zu machen.
68 Prozent des Landkreises Börde sind so genannte weiße Flecken. Realisiert werden 1.330 Kilometer Tiefbau in den acht ARGE-Gemeinden. Mit dem Ausbau des kommunalen Netzes im Kreis wird man auch dem Auftrag gerecht, die Bildungseinrichtungen in den ARGE-Mitgliedsgemeinden zukunftssicher auszustatten. Die Grundschule Erxleben ist die erste Schule mit Glasfaseranschluss im Gebiet der Gemeinde Erxleben. „Alle Schulungen für die Kollegen sind erfolgt, die Kinder können mit iPads und digitalen Tools jeden Tag selbstverständlicher umgehen, die Schul-Cloud ist eingerichtet. Die interaktiven Tafeln mit der Cloud der Schule begeistern die Schüler, das Versenden der Informationen und Laden von Daten über die Cloud erleichtert unglaublich die Arbeit einer Schule“, kommentiert Schulleiterin Ute Urban. „Wir freuen uns auch, dass die Lern-Apps über die iPads von den Kindern so gut angenommen werden und das Lernen unterstützen.“

Finale Fertigstellung zum Greifen nahe

Mathias Weiß, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Flechtingen, ergänzt: „Wir werden demnächst in der Mitgliedsgemeinde Calvörde zwei weitere Schulen anschließen, dann haben wir alle Grund- und Sekundarschulen ans Netz bringen können. Zum kommunalen Netz der ARGE Breitband ist zudem festzustellen, dass der Tiefbau in der Verbandsgemeinde bis auf einige Lückenschlüsse, Straßen- und Bahnquerungen fast abgeschlossen ist. Aktuell werden in der dritten Mitgliedsgemeinde in Altenhausen die Glasfaserkabel eingeblasen und dann wird entsprechend die Montage auf Erxleben und Calvörde ausgeweitet. Die finale Fertigstellung des Netzes ist also in Sicht.“ „Wir kommen immer mehr in die Feinarbeit beim kommunalen Giganetz“, bestätigt Holger Haupt, Leiter der ARGE und der Stabsstelle Breitband. „Seien es die Inbetriebnahme für öffentliches WLAN, die Anschlüsse für immer mehr Gewerbebetriebe und Wohnungsbau, eine zukunftsorientierte Bildungsinfrastruktur oder das erklärte Ziel des flächendeckenden Giganetzes im Landkreis Börde.“
Auch in der Altmark geht der Glasfaserausbau in der Fläche weiter. Der Zweckverband Breitband Altmark (ZBA) verfolgt die Strategie, insbesondere die dezentral gelegenen und unterversorgten Orte der 4.700 Quadratkilometer großen Altmark mit einem zukunftsfähigen und flächendeckenden Glasfasernetz zu erschließen. Das erste Projektgebiet und Ausbau-Cluster ist komplett abgeschlossen und kann in den regulären Betrieb mit 500 Mbit/s gehen. Im Ortsteil Köckte der Stadt Tangermünde wurde am 24. Februar 2022 das Startband zerschnitten und der rote Knopf für den Start des Altmarknetzes gedrückt.

Dem Flickenteppich entkommen

Zusätzlich wurden in verschiedenen Städten und Einheitsgemeinden wie Osterburg, Bismark, ­Arendsee und Gardelegen Ko­operationsvereinbarungen mit DNS:NET geschlossen, um keinen Haushalt unterversorgt zu lassen. Das betrifft nicht nur kleinste Dörfer, auch große Flächengebiete wollen vor einem Flickenteppich verschont werden. So zum Beispiel Gardelegen: Hier sollen alle 49 Ortsteile der nach Berlin und Hamburg flächenmäßig drittgrößten Stadt (über 630 Quadratkilometer) gleichberechtigt an einer zukunftssicheren Infrastruktur teilnehmen können. Immer noch sind acht Ortsteile nicht versorgt und zählen zu den so genannten schwarzen Flecken, die weder gefördert noch privat erschlossen werden. Nach Aussage von DNS:NET-Repräsentant Hardy Heine war es eine folgerichtige Entscheidung des Anbieters, auch die kleineren Gebiete und Ortsteile eigenwirtschaftlich zu erschließen, in denen andere Unternehmen aus Wirtschaftlichkeitsgründen abgesagt haben. Das Engagement der Bürger vor Ort stärke die Regionen.

Hans Güldenpenning ist freier Journalist.

https://www.dns-net.de
Dieser Beitrag ist im Schwerpunkt Breitbandausbau der Ausgabe März/April 2022 von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Breitband, DNS:NET, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, FTTH

Bildquelle: T. Ecke

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