Mittwoch, 27. Mai 2020

Breitband-Symposium:
Workshops am Schanzentisch


[6.3.2019] Zum achten Mal führte das Unternehmen Langmatz sein Breitband-Symposium in Garmisch-Partenkirchen durch. Auf der Veranstaltung wurde unter anderem gezeigt, wie eine Großstadt die Digitalisierung vorantreibt und wie eine neue Verlegemethode den Glasfaserausbau beschleunigt.

Stephan Wulf, Vorsitzender der Geschäftsführung von Langmatz, bei seiner Eröffnungsrede zum 8. Breitband-Symposium. Mit fast 500 Gästen aus dem In- und Ausland hat das Breitband-Symposium in Garmisch-Partenkirchen am 20. und 21. Februar 2019 einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Die im achten Jahr in Folge von der vor Ort ansässigen Firma Langmatz organisierte Veranstaltung hat sich als wichtige Plattform der Branche etabliert. „Die hervorragende Resonanz dieser Veranstaltung ist Ansporn für uns, ein solches Thema auf die Beine zu stellen“, betonte Stephan Wulf, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Langmatz, in seiner Begrüßungsrede.

Spektakuläre Ausblicke

Wie Langmatz mitteilt, konnten sich die Teilnehmer des Symposiums am ersten Tag in einer Vielzahl von Vorträgen im Garmischer Kongresshaus über den Stand der Digitalisierung in Deutschland und Europa sowie aktuelle Marktentwicklungen im Breitband-Ausbau informieren. Das von der Vier-Schanzen-Tournee bekannte Olympia-Skistadion wurde tags darauf von Langmatz zum Open House umfunktioniert. Dort präsentierte der Organisator in einem großen Zelt seine neuesten Produkte für den Glasfaserausbau gemeinsam mit den unterschiedlichen Angeboten der 26 Partnerfirmen.
Die Räume auf dem Schanzentisch, mit spektakulärem Ausblick ins Tal, wurden für Workshops rund um den Breitband-Ausbau genutzt. Die Themen: Richtiges Handling der Glasfaser im Installationsalltag, Alternative Verlegetechniken und LWL Inhouse Verteilkonzepte. Außerdem hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, mit einem Shuttlebus in das nahe gelegene Langmatz Werk in Oberau zu fahren, um dort die verschiedensten Produktionsabteilungen kennenzulernen.

Im Markt gesetzt

Als mittelständisches Unternehmen ist Langmatz auf die drei Bereiche Energietechnik, Telekommunikation und Verkehrstechnik spezialisiert. Wobei die Telekommunikation in den vergangenen Jahren immer mehr Raum einnehme, erläuterte Stephan Wulf in seiner Einführung. „Mit 50 Jahren im Markt ist Langmatz etabliert, wir sind gesetzt“, fasste er die Entwicklung zusammen. Getrieben durch die Projekte im Breitband-Ausbau sei der Gesamtumsatz im vergangenen Jahr auf 90 Millionen Euro angestiegen. Wulf sagte: „Was man in Deutschland bei Unternehmen nicht mehr so häufig findet und Langmatz als Unternehmen so besonders macht, ist die hohe Kernkompetenz in allen Fertigungsprozessen.“ Gemeinsam mit 26 Partnerfirmen präsentiert Langmatz neueste Produkte für den Glasfaserausbau. Dies schließe die CAD-gestützte Konstruktion des Produkts ein und den Formenbau bis hin zur Fertigung des Endprodukts im eigenen Maschinenpark. Auch die hochwertigen Kunststoffe aus Recyclat werden im eigenen Hause hergestellt. Neben einer Vielzahl von Produkten für den Glasfaserausbau, die vom Central Office bis zum Teilnehmer reichen, sind Kabelschächte aus Kunststoff, die sich auch in FTTH-Projekten (Fibre to the Home) etabliert haben, ein zentraler Bestandteil des Portfolios. In diesem Segment ist Langmatz nach eigenen Angaben sowohl in Deutschland als auch Europa Marktführer.

Smart City München

Wie eine Großstadt die Digitalisierung vorantreibt und neue Geschäftsfelder durch den Breitband-Ausbau erschließt, schilderte Jörg Ochs, Geschäftsführer SWM Infrastruktur, einer Tochter der Stadtwerke München (SWM). Eine moderne Glasfaser-Infrastruktur mit 9.000 Kilometern Länge bilde in München die Basis für die Digitalisierung, erläuterte Ochs in seinem Vortrag auf dem Breitband-Symposium. Für den geplanten 5G-Ausbau habe man beispielsweise bereits alle Bushäuschen mit Glasfaser vernetzt. Ein kostenloses WLAN mit 1.500 Access Points verbinde die Bürger, das größte öffentliche TETRA-Netz sorge für eine krisensichere Infrastruktur, und ein LoRaWAN diene als effiziente Sensorvernetzung im Umfeld von Internet of Things (IoT) und Smart City. Neue Technologien werden in München beispielsweise im Wasserverlust-Management eingesetzt. „Unser Ziel ist die KI-basierte Analyse von Audiodaten“, so Jörg Ochs. Dafür werden an Hydranten Sensoren angebracht, um herauszufinden, wo eine Wasserleckage entstehen wird. Jährliches Investitionsvolumen in die TK-Infrastruktur: 50 Millionen Euro.

H-Trenching beschleunigt die Verlegung

Fabian Stadelmeier, verantwortlich für Sonderverlegetechnologie bei der Baufirma Leonhard Weiss, gab in seinem Referat aus der Perspektive eines Tiefbauunternehmens Einblicke in die Entwicklung von Trenching in Deutschland. Beim so genannten H-Trenching (H steht für hochwertig) handelt es sich um eine Verlegetechnik im Netzausbau, bei der Asphaltoberflächen aufgefräst werden, um darin Leerrohre zu verlegen. Dieses Verfahren, welches bei Leonhard Weiss bereits seit einigen Jahren eingesetzt wird, könne die Ausbaugeschwindigkeit um das Sechsfache erhöhen, die Effizienz von Bauabläufen steigern und die Kosten um zehn bis 15 Prozent minimieren.

Digitale Agenda: Anspruch und deutsche Wirklichkeit

Dass der Anspruch der digitalen Agenda und die Wirklichkeit hierzulande weit auseinanderklaffen, schilderte Jürgen Vogler, Geschäftsführer der Firma procilon IT-Solutions, in seinem Vortrag zum Abschluss der Veranstaltung. Von der niedrigen Internet-Geschwindigkeit, den nicht gehaltenen Versprechen der Bundesregierung im Hinblick auf den Breitband-Ausbau über die Probleme mit der Förderung, den Querelen um die Versteigerung der 5G-Mobilfunknetze bis hin zu den explodierenden Kosten für den Flughafen BER: So sähe die deutsche Realität nun mal aus, sagte er nicht ohne Selbstironie. Vogler sieht in der Digitalisierung keinen Selbstzweck: „Wir müssen das intelligent tun.“ Er wünsche sich eine Digitalisierung mit Verstand – und möglichst sicher, so sein Credo.

Alexander Schaeff

http://www.langmatz.de

Stichwörter: Breitband, Langmatz, Breitband-Symposium

Bildquelle v.o.n.u.: Langmatz GmbH, Langmatz GmbH

Druckversion    PDF     Link mailen




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Breitband

Wanzleben-Börde: Spatenstich der ARGE Breitband
[15.5.2020] Mit einem symbolischen Spatenstich startet im Ortsteil Zuckerdorf Klein Wanzleben der Stadt Wanzleben-Börde die Erweiterung des kommunalen Glasfasernetzes der ARGE Breitband im Kreis Börde. mehr...
Der Ausbau für das Giganetz in der Stadt Wanzleben-Börde hat begonnen.
Bochum: Keine Standardinstallation Bericht
[23.4.2020] Bochum setzte sich früh mit dem Glasfaser-Netzausbau auseinander. Heute sind 2.200 Gebäude über eine 72 Kilometer lange Trasse angeschlossen. Beim Breitband-Netz-Management hatte sich die Stadtwerke-Tochter Glasfaser Bochum für DICLINA von Vivax Solution entschieden. mehr...
Die Stadtwerke-Tochter Glasfaser Bochum nutzt das Breitband-Netz-Management von Vivax Solution.
Landkreis Börde: Glasfasernetz wird ausgebaut
[15.4.2020] Trotz der derzeit erschwerten Situation startet im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt jetzt der Glasfaserausbau. Die Verbandsgemeinde Westliche Börde soll das kommunale Glasfasernetz der ARGE Breitband erweitern. mehr...
Stadtwerke Schwedt: Glasfaser für die Uckermark
[14.4.2020] Mithilfe von Fördergeldern des Bundes können das Unternehmen e.discom Telekommunikation und die Stadtwerke Schwedt schnelles Internet für die Uckermark realisieren. Profitieren werden 12.000 Haushalte und 350 Unternehmen sowie mehrere öffentliche Einrichtungen. mehr...
Breitband-Ausbau: Weichen stellen für die digitale Zukunft Bericht
[9.4.2020] Um sich als Anbieter von Telekommunikationsleistungen zu positionieren, fehlt Stadtwerken oft das Know-how. Kooperationen mit etablierten Telekommunikationsanbietern wie 1&1 Versatel eröffnen hier neue Perspektiven. mehr...

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Breitband:
telent GmbH
71522 Backnang
telent GmbH

Aktuelle Meldungen