Montag, 12. April 2021

RWE und E.ON:
Versorger klagen gegen Fusion


[28.5.2020] Zehn Stadtwerke klagen gegen den geplanten Zusammenschluss von RWE und E.ON. Sie haben eine Nichtigkeitsklage beim Europäischen Gericht eingereicht.

Zehn Stadtwerke und Energieversorger haben am 27. Mai 2020 beim Europäischen Gericht Klage gegen den geplanten Zusammenschluss von RWE und E.ON eingereicht. Das teilt jetzt einer der Kläger, die Stadtwerke Leipzig, mit. Damit greife man die Entscheidung der Europäischen Kommission an, die Übernahme von konventionellen und erneuerbaren E.ON-Erzeugungsressourcen durch RWE freizugeben. Mit der Fusion werde der ohnehin fragile Wettbewerb in der Erzeugung erheblich eingeschränkt. Im März 2018 hatten RWE und E.ON die Absicht bekanntgegeben, sich neu auszurichten. Durch eine Reihe von Geschäften sollen sich die Stromerzeugung und der Großhandel bei RWE und das Netz- und Endkundenvertriebsgeschäft bei E.ON konzentrieren. Zu dieser abgestimmten Marktneuaufteilung gehört auch die Übertragung der Erzeugungsassets von E.ON an RWE, welche die Europäische Kommission mit Beschluss vom 26. Februar 2019 (Fall M.8871) freigegeben hat.
Dieses Vorhaben wurde von mehreren Versorgern von Anfang an kritisch verfolgt und brachten ihre Bedenken für den Wettbewerb im deutschen Energiemarkt zum Ausdruck. Da die Kommission in ihrer Entscheidung diese Bedenken gar nicht oder nicht ausreichend gewürdigt hat, fordern die Leipziger Stadtwerke und die anderen Kläger eine gerichtliche Überprüfung. Sie haben beim zuständigen Europäischen Gericht (EuG) eine Nichtigkeitsklage gegen den Freigabebeschluss der Kommission eingereicht. Bereits im Vorfeld hatte sich eine Gruppe von unabhängigen Energieversorgern mit einer gemeinsamen Erklärung gegen den RWE-E-ON-Deal gestellt. Sie wollen gegen die Neuaufteilung des deutschen Energiemarkts, das Schaffen von nationalen Champions zulasten des Mittelstands und den Verlust der Liberalisierung des Energiemarkts rechtlich vorgehen. Denn hiermit verbunden seien erhebliche Nachteile für den Wettbewerb und damit für alle Verbraucher.
Bei den nun klagenden Energieversorgungsunternehmen handelt es sich um eins energie in sachsen, enercity, EnergieVerbund Dresden, GGEW, Mainova, Naturstrom, die Stadtwerke Frankfurt am Main Holding, die Stadtwerke Halle, die Stadtwerke Hameln sowie die TEAG Thüringer Energie. (ur)

Die gemeinsame Erklärung von zehn Energieversorgern gegen den Zusammenschluss von E.ON und RWE (Deep Link)
https://www.L.de

Stichwörter: Unternehmen, E.ON, RWE, EuG, Europäische Kommission



Druckversion    PDF     Link mailen


swsh2104

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Unternehmen

Mainova: Gutes Ergebnis im Corona-Jahr
[1.4.2021] Der Frankfurter Energiedienstleister Mainova erwirtschaftete 2020 ein bereinigtes Konzernergebnis von 160 Millionen Euro. mehr...
Der Mainova-Vorstand mit dem Geschäftsbericht 2020.
Pfalzwerke: Wasserstoff aus der Pfalz
[1.4.2021] Die Pfalzwerke planen den Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur in der Pfalz. Eine erste Erzeugungsanlage soll in Bad Dürkheim entstehen. mehr...
Stadtwerke Heidelberg: Geschäftsführer wiederbestellt
[31.3.2021] Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Heidelberg hat zugestimmt, drei Geschäftsführer von vier Gesellschaften des Unternehmens vorzeitig wieder zu bestellen. mehr...
N-ERGIE: 2020 mit gutem Ergebnis
[31.3.2021] N-ERGIE erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro und damit etwas mehr als im Vorjahr. Der Gewinn sank leicht auf 129,1 Millionen Euro. mehr...
Stadtwerke Gütersloh: Zahlen bleiben trotz Corona stabil
[29.3.2021] Die Unternehmensgruppe Stadtwerke Gütersloh berichtet für 2020 stabile Zahlen. Der Umsatz betrug 136,4 Millionen Euro, der Konzern-Jahresüberschuss 3,4 Millionen Euro. mehr...
Stellen den Konzern-Geschäftsbericht 2020 vor: Ralf Libuda (rechts), Geschäftsführer, und Kai Breiter, Leiter Kaufmännische Dienste der Stadtwerke Gütersloh.

Suchen...

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2021
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2021
stadt+werk, Ausgabe 11/12 2020
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Unternehmen:

Aktuelle Meldungen