Dienstag, 6. Dezember 2022
Sie befinden sich hier: Startseite > Themen > Bioenergie > Biogas Teil der Lösung

Teure Gasimporte:
Biogas Teil der Lösung


[14.2.2022] Heimisches Biogas kann die Versorgungssicherheit in Deutschland erhöhen und Teile der Importe ersetzen, so der Fachverband Biogas.

Mit Biogas könnten Teile der deutschen Erdgasexporte ersetzt werden. In Deutschland stehen aktuell über 9.500 Biogasanlagen, die zusammen rund zehn Milliarden Kubikmeter Gas mit einem Energiegehalt von circa 100 Terawattstunden (TWh) pro Jahr erzeugen, was rund zehn Prozent des deutschen Gasverbrauchs entspricht. Tatsächlich aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist werden derzeit zehn TWh. 90 Prozent des Biogases wird direkt am Ort der Entstehung in Blockheizkraftwerken zu Strom und Wärme umgewandelt – was ebenfalls in direktem Bezug zum Erdgasverbrauch steht, da diese erzeugten Strom- und Wärmemengen nicht durch Erdgaskraftwerke bereitgestellt werden müssen. „Theoretisch ließe sich das gesamte Biogas aufbereiten und ins Gasnetz einspeisen", erklärt der Hauptgeschäftsführer des Fachverbandes Biogas, Claudius da Costa Gomez. Je nach Bedarf kann Biogas zur Strom- und Wärmebereitstellung genutzt werden und ganze Bioenergiedörfer mit Heizenergie versorgen; es kann aber auch als Kraftstoff verwendet oder in der Therme zur Wärmegewinnung verfeuert werden. Die Erzeugung erfolgt stets klimafreundlich, bedarfsgerecht und regional. Biogas bringt Versorgungssicherheit und Wertschöpfung in den ländlichen Raum und macht Deutschland unabhängiger von Importen.
„Biogas liefert sowohl bei der Gasversorgung als auch im Strommarkt wichtige Impulse", betont da Costa Gomez. Die Politik müsse nun schnell die Bremse der vergangenen zehn Jahre lösen und den Ausbau der erneuerbaren Energien konsequent und mit der notwendigen Geschwindigkeit voranbringen. Der Biogas-Experte geht davon aus, dass eine Verdopplung der Produktion von heute 100 auf 200 TWh problemlos möglich wäre – ohne dafür die Anbauflächen konventioneller Energiepflanzen zu erhöhen, allein durch die Vergärung der vorhandenen Gülle- und Abfallmengen und der Nutzung von Grünland und Biodiversitätsflächen. Damit ließe sich knapp die Hälfte der russischen Gasimporte substituieren. Hierfür müsse der Anlagenpark stabilisiert und flexibilisiert werden, die Einspeisung von Biogas ins Gasnetz vorangetrieben, die Güllevergärung ausgebaut und Genehmigungsverfahren vereinfacht werden, fordert da Costa Gomez. (ur)

https://www.biogas.org

Stichwörter: Bioenergie, Biogas, Biomethan

Bildquelle: Frank Urbansky

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Bioenergie

KWKG : Biomethan kehrt zurück
[6.12.2022] Biomethan wird nun doch nach einem Beschluss des Bundestages eine Zukunft in der Kraft-Wärme-Kopplung haben. mehr...
SWLB: Zuschlag für neue Energiezentrale
[10.11.2022] Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim haben jetzt von der Bundesnetzagentur den Zuschlag für ihre neue Energiezentrale Waldäcker III erhalten. Mit einer Leistung von 53,7 Millionen Kilowattstunden Wärmeerzeugung pro Jahr kann sie knapp 3.000 Haushalte versorgen. mehr...
MVV: Neue Biogasanlage in Bernburg
[26.10.2022] Die MVV hat eine neue Biogasanlage in Bernburg offiziell in Betrieb genommen. mehr...
Einweihung der neuen MVV-Biogasanlage in Bernburg.
BDEW: Hemmnisse bei Biomethan abbauen
[26.8.2022] Der BDEW fordert, die Hemmnisse bei der einheimischen Biomethan-Erzeugung abzubauen und so einen Teil fossiler Erdgasbezüge zu ersetzen. mehr...
2G Energy/Prodeval: Gemeinsam für besseres Biomethan
[6.5.2022] 2G Energy und Prodeval wollen eine Zusammenarbeit bei der Vermarktung von effizienten Lösungen für die Biomethanproduktion starten. mehr...
Biogas-BHKW steigern die Effizienz bei der Biomethanproduktion.

Suchen...

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 11/12 2022
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2022
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2022
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
GISA GmbH
06112 Halle (Saale)
GISA GmbH
GIS Consult GmbH
45721 Haltern am See
GIS Consult GmbH
Kremsmüller Anlagenbau GmbH
A-4641 Steinhaus
Kremsmüller Anlagenbau GmbH

Aktuelle Meldungen