Euroforum

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Projekt WiEfm:
Erfolgsfaktoren für Wärmenetze


[10.10.2018] Die Ergebnisse des Projekts „Wärme in der Euregio – fokussieren und modernisieren“ (WiEfm) der vergangenen drei Jahre hat die FH Münster nun in einer Broschüre zusammengefasst. Sie zeigt unter anderem Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für Wärmenetze auf.

Projekt WiEfm: Eine interaktive Hotspot-Karte zeigt, wo im Neubaugebiet ein Wärmenetz sinnvoll installiert werden könnte. Kommunen in der Euregio, die Region entlang der deutsch-niederländischen Grenze, für das Thema Wärmenetze sensibilisieren, will das Projekt „Wärme in der Euregio – fokussieren und modernisieren“ (WiEfm) der FH Münster. Wärmenetze sind unterirdisch verlegte Netze wie etwa Wasserleitungen, in die erneuerbar erzeugte Wärmeenergie eingespeist werden kann und die gleichzeitig Abwärme, zum Beispiel aus der Industrie, weiterleiten, die sonst verpuffen würde.
Die Projektergebnisse der vergangenen drei Jahre wurden nun in einer neuen Broschüre zusammengefasst. Behandelt werden dabei laut der FH Münster Erfolgsfaktoren und Hemmnisse für Wärmenetze, Technik, Effizienz und Umweltauswirkungen von niederländischen und deutschen Wärmenetzen. „Wir stellen unsere Projektergebnisse in erster Linie für Planer und Betreiber von Wärmenetzen vor, aber zum Beispiel auch für Klimaschutz-Manager der Städte und alle interessierten Bürger“, erklärt Projektmitarbeiter Klaus Russell-Wells. Eine Hotspot-Karte zeige auf, wo sich die Installation eines Wärmenetzes lohne und wo solche nachhaltig und wirtschaftlich betrieben werden können. Darüber hinaus hat das WiEfm-Team bestehende Wärmenetze unter die Lupe genommen und verglichen. „Ein häufiges Argument gegen ein Wärmenetz ist ein pauschaler Netzverlust von 20 Prozent“, sagt Russell-Wells. „Im Benchmark haben wir zeigen können, dass es besser ist, genau zu gucken, als mit Standardwerten zu rechnen. Es gibt viele Netze, die sogar deutlich unter zehn Prozent liegen.“
Eine Erfolgsgeschichte im Projekt WiEfm sind laut der FH Münster zudem die Wärmegutscheine: Kommunen können hier Machbarkeitsstudien zu individuellen Wärmeversorgungsprojekten beantragen. „Ursprünglich war unser Ziel, zehn Gutscheine zu vergeben, jetzt haben schon 31 Gemeinden mitgemacht“, berichtet Elmar Brügging, Koordinator des Forscher-Teams. Wie die konkreten Umsetzungsideen aussehen, darum wird es nach Angaben der FH Münster in einer weiteren Broschüre gehen. „Ich hoffe sehr, dass möglichst viele dieser guten Konzepte umgesetzt werden und somit als positives Beispiel für die Wärmewende dienen“, meint Brügging. Das Projekt WiEfm läuft noch bis zum Frühjahr 2019. Es wird durch das INTERREG-Programm der EU gefördert. (bs)

www.wiefm.eu

Stichwörter: Fernwärme, Wärmeversorgung, Euregio, WiEfm

Bildquelle: FH Münster/Pressestelle

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