Dienstag, 13. April 2021

Beleuchtung:
Ganzjähriges Antragsfenster


[11.3.2020] Die kommunale Außenbeleuchtung entwickelt sich zum Rückgrat der smarten Stadt. Um die Umstellung zu erleichtern, gibt es ein neues Antragsfenster für die Förderung von LED-Beleuchtung mit Steuer- und Regelungstechnik.

Vernetzte LED-Leuchten erhöhen Flexibilität und Wartungskomfort. Die LED-Technologie ist heute in der Straßen- und Außenbeleuchtung Stand der Technik. Doch nach Angaben des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) waren im Jahr 2018 nur 20 Prozent der Lichtpunkte LED-saniert und lediglich 35 Prozent steuerbar. Dabei entwickelt sich die kommunale Außenbeleuchtung zum Rückgrat der smarten Stadt.
Mittlerweile können Leuchten situations- und bedarfsgerecht aktiviert werden, zum Beispiel indem sie sich einschalten, wenn Menschen oder Fahrzeuge in der Nähe sind. Oder sie passen die Lichtintensität automatisch an die Umgebung an. Sensoren an den Masten erfassen dafür die vorhandene Lichtintensität und das Verkehrsaufkommen.

Spareffekte nutzen

In Cluster zusammengefasst lassen sich Lichtpunkte schnell und einfach steuern. So werden stadtgebietsweise Schaltvorgänge und Änderungen an Dimmprofilen oder Kalenderfunktionen vorgenommen. Mit geregelten LED-Leuchten sparen Kommunen, Energieversorger und Unternehmen bis zu 80 Prozent des verbrauchten Stroms im Vergleich zu veralteten Halogen-Metalldampflampen. Für weitere Spareffekte sorgt eine vorausschauende, datenbasierte Wartung. Dabei werden Serviceleistungen beispielsweise in Form von Ferndiagnosen, Störungsüberwachung, Fernwartung oder Software-Updates erbracht.
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) unterstützt Kommunen und Akteure beim Umstieg auf energieeffiziente LED-Beleuchtung mit Steuer- und Regelungstechnik. Für Kommunen ist es seit dem 1. Januar 2020 einfacher, Fördergelder über die Kommunalrichtlinie zu beantragen: Die Antragstellung ist nun ganzjährig möglich. Gefördert werden die Umrüstung von Außen- und Straßenbeleuchtung auf hocheffiziente Beleuchtungstechnik in Kombination mit der Installation einer Regelungs- und Steuerungstechnik zur zonenweisen zeit- oder präsenzabhängigen Schaltung sowie für eine adaptive Nutzung der Beleuchtungsanlage.

Licht als Infrastrukturplattform

Weitere Komponenten bieten Advanced Services. Kameras ermöglichen etwa zusammen mit weiteren Sensoren ein besseres Verkehrsmanagement und intelligentes Parken. Von Sensordaten profitieren auch Verkehrsleitsysteme: Entwickeln sich Staus oder werden erhöhte Feinstaubwerte registriert, wird der Verkehr entsprechend geregelt. Lichtpunkte werden mit WLAN-Sendern ausgestattet und erhöhen die Konnektivität. Internet Hotspots machen Städte attraktiver. Für Akzeptanz sorgt eine konsequente Anonymisierung der Daten in den Big-Data-Anwendungen einer Smart City.
Ein wichtiger Punkt für kommunale Entscheider ist die Zukunftsfähigkeit der Anlage, denn die durchschnittliche Standzeit einer Straßenleuchte liegt bei 30 Jahren. Aus diesem Grund sind Beleuchtungslösungen meist modular aufgebaut und erweiterungsfähig. Oft werden zunächst kleinere Smart-Lighting-Projekte umgesetzt und als Grundlage für den weiteren Transformationsprozess genutzt. Die Brancheninitiative licht.de wird auf der Messe light + building (8. bis 13. März 2020, Frankfurt am Main) an ihrem Stand Einblicke in neue Möglichkeiten digitaler und vernetzter Beleuchtung geben.

Dr. Jürgen Waldorf ist Geschäftsführer der Brancheninitiative licht.de.

https://www.licht.de
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe Januar/Februar 2020 von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Smart City, licht.de, Energieeffizenz, Beleuchtung, light + building

Bildquelle: licht.de/Signify

Druckversion    PDF     Link mailen


swsh2104

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Smart City

Bielefeld: LoRaWAN im gesamten Stadtgebiet
[12.4.2021] In Bielefeld haben die Stadtwerke den Ausbau des LoRaWAN-Netzes abgeschlossen. Insgesamt 42 Gateways ermöglichen nun vielfältige Smart-City-Anwendungen. mehr...
Bielefeld: LoRaWAN-Netz ist im Stadtgebiet jetzt flächendeckend verfügbar.
Bochum: Smart City als Gemeinschaftskonzept
[6.4.2021] Das Smart-City-Konzept der Stadt Bochum ist ein Gemeinschaftsprojekt. Vorab wurden Bürgerideen eingeholt und eingearbeitet. Im nächsten Schritt will sich die komplette Stadtgemeinschaft an der Umsetzung beteiligen. mehr...
Bad Bentheim, Lingen (Ems), Stade: Gemeinsam Smarter
[25.3.2021] „Gemeinsam aus der Krise: Raum für Zukunft“ – unter diesem Motto steht die dritte Förderstaffel der Modellprojekte Smart Cities, getragen vom Bundesinnenministerium sowie der Förderbank KfW. Die niedersächsischen Städte Bad Bentheim, Lingen (Ems) bewerben sich gemeinsam. mehr...
Die Städte Bad Bentheim, Lingen (Ems) und Stade schließen sich zusammen, um beim Förderwettbewerb Smart-City-Modellprojekt zu überzeugen.
Beleuchtung: Leuchten für die Smart City Bericht
[11.3.2021] Das Netz an Straßenlaternen kann zur Basis für eine Smart-City-Infrastruktur werden. An den Masten und in den Leuchten lassen sich unterschiedliche Sensoren integrieren, welche die Lebensqualität in Städten und Gemeinden erhöhen können. mehr...
Straßenlaternen können zur Basis für eine Smart-City-Infrastruktur werden.
Lampen: Smart in der Birne Bericht
[10.3.2021] Mithilfe des IoT-Funkstandards LoRaWAN lassen sich Straßenlaternen individuell und bedarfsgerecht steuern. Zenner bietet gemeinsam mit dem Partner CleverCity eine passende Lösung für Stadtwerke und Kommunen. mehr...
Energie sparen mit intelligenter Lichtsteuerung.

Suchen...

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2021
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2021
stadt+werk, Ausgabe 11/12 2020
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020

Aktuelle Meldungen