Mittwoch, 14. April 2021

Donauwörth:
Mehr als smarte Straßenbeleuchtung


[24.8.2020] Drei smarte Straßenbeleuchtungsmasten in Donauwörth haben ab sofort einen neuen Service in petto: Bürger können die Masten auch nutzen, um ihr Elektrofahrzeug mit Strom zu versorgen und per Smartphone oder Tablet online zu gehen.

Multifunktionale Straßenbeleuchtungsmasten in Donauwörth: Bereits aus der Ferne ist erkennbar, ob die Ladestation für Elektroautos frei (grün) oder besetzt (blau) ist. An drei Straßenbeleuchtungsmasten bieten die Lechwerke (LEW) und die Stadt Donauwörth Elektromobilisten und Spontan-Internetsurfern ab sofort einen neuen Service an: Sie profitieren jetzt nicht mehr nur von der Beleuchtung bei Nacht. Wie die LEW mitteilen, können die Masten auch dazu genutzt werden, ein Elektrofahrzeug mit Strom zu versorgen und per Smartphone oder Tablet online zu gehen.
Möglich mache dieses Angebot das Smart-City-Projekt iLamp, das die Kreisstadt in Bayern gemeinsam mit den LEW umsetzt. Die LEW entwickelten dafür laut eigener Angabe spezielle Multifunktionsmasten (Smart Poles), in die zusätzlich zur LED-Straßenbeleuchtung eine Stromtankstelle und ein WLAN Access Point integriert sind: Jeder der Multifunktionsmasten biete eine Ladeleistung von bis zu elf Kilowatt. Der Service lasse sich auf dem reservierten Parkplatz direkt davor mit fast jeder Ladekarte nutzen. Ein in mehreren Metern Höhe angebrachter LED-Ring zeige bereits aus der Entfernung an, ob die Ladestation frei (grün) oder besetzt (blau) ist. Der öffentliche Internet-Zugang sei kostenfrei und ohne komplizierten Anmeldeprozess nutzbar. Zudem sollen sich die Smart Poles mit weiteren Sensorsystemen ausstatten lassen – beispielsweise, um Verkehrsinformationen oder die lokale Lärm- und Feinstaubbelastung zu erfassen.

Smart-City-Lösungen testen

Mit den Multifunktionsmasten wolle Donauwörth gemeinsam mit den LEW und weiteren Partnern verschiedene Smart-City-Lösungen testen. „Gerade in der Innenstadt ist der Platz knapp. Die Multifunktionsleuchten bieten uns hier einen hohen Mehrwert. Wir können nun Lademöglichkeiten für Elektroautos schaffen, ohne zusätzlichen Raum zu belegen“, sagt der Donauwörther Oberbürgermeister Jürgen Sorré (parteilos). „Zudem ermöglichen es uns die Smart Poles, unsere digitale Infrastruktur für zukunftsfähige Smart-City-Angebote zu erweitern. Dazu gehören neben WLAN beispielsweise auch intelligentes Parkraumm-Management oder das Umweltmonitoring.“ LEW-Vorstandsmitglied Markus Litpher betont: „Die Smart Poles eröffnen den Kommunen neue Handlungsspielräume: Wir können ihnen damit eine kosteneffiziente und platzsparende Gesamtlösung bieten – für eine energieeffiziente und bessere Straßenbeleuchtung, für den Ausbau der Elektromobilität und für die Digitalisierung des Alltags in den Städten und Gemeinden. Ein echter Schritt Richtung Smart City also.“

Zügige Umsetzung

Geplant ist, die Multifunktionsmasten mit einem Sensorsystem auszustatten, welches die Parkplatzbelegung erfasst, kündigen die LEW an. Die Kommune könne damit unabhängig vom Betriebsstatus der Ladesäule erkennen, ob ein Fahrzeug den Parkplatz – unter Umständen auch unberechtigt – nutzt. Die Informationen sollen sich künftig beispielsweise dafür nutzen lassen, Fahrer per App zur nächsten freien Laternen-Ladestation zu leiten. Nach Abschluss der ersten Testphasen soll das Konzept der Multifunktionsleuchten zunächst vor allem in Neubaugebieten und bei der Neugestaltung von Straßen und Plätzen genutzt werden. Weil sowohl eine leistungsfähige Stromanbindung als auch der Internet-Zugang erforderlich sind, lasse sich das Angebot im Zuge der Erschließung oder Erneuerung von Straßen besonders zügig und kostengünstig umsetzen. Die multifunktionalen Straßenleuchten seien mit energieeffizienter LED-Technik ausgestattet, die im Schnitt etwa 70 Prozent weniger Strom verbrauche als bisher eingesetzte Technologien. Ihre Lichtausbeute sei um ein Drittel höher und die Lebensdauer mit bis zu 60.000 Stunden dreimal so lang. LED sollen laut den LEW gut dimmbar sein und sich damit besonders gut für intelligente Lichtsteuersysteme eignen. Dank des reduzierten Wartungsaufwands und den Einsparungen bei den Ausgaben für die Energie würden sich die höheren Anschaffungskosten für LED in der Regel in fünf bis acht Jahren wieder abgelten. (co)

https://www.donauwoerth.de
https://www.lew.de

Stichwörter: Smart City, Donauwörth, LEW, Straßenbeleuchtung, Lade-Infrastruktur, Elektromobilität

Bildquelle: LEW/Z-Studio

Druckversion    PDF     Link mailen


swsh2104

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Smart City

Bielefeld: LoRaWAN im gesamten Stadtgebiet
[12.4.2021] In Bielefeld haben die Stadtwerke den Ausbau des LoRaWAN-Netzes abgeschlossen. Insgesamt 42 Gateways ermöglichen nun vielfältige Smart-City-Anwendungen. mehr...
Bielefeld: LoRaWAN-Netz ist im Stadtgebiet jetzt flächendeckend verfügbar.
Bochum: Smart City als Gemeinschaftskonzept
[6.4.2021] Das Smart-City-Konzept der Stadt Bochum ist ein Gemeinschaftsprojekt. Vorab wurden Bürgerideen eingeholt und eingearbeitet. Im nächsten Schritt will sich die komplette Stadtgemeinschaft an der Umsetzung beteiligen. mehr...
Bad Bentheim, Lingen (Ems), Stade: Gemeinsam Smarter
[25.3.2021] „Gemeinsam aus der Krise: Raum für Zukunft“ – unter diesem Motto steht die dritte Förderstaffel der Modellprojekte Smart Cities, getragen vom Bundesinnenministerium sowie der Förderbank KfW. Die niedersächsischen Städte Bad Bentheim, Lingen (Ems) bewerben sich gemeinsam. mehr...
Die Städte Bad Bentheim, Lingen (Ems) und Stade schließen sich zusammen, um beim Förderwettbewerb Smart-City-Modellprojekt zu überzeugen.
Beleuchtung: Leuchten für die Smart City Bericht
[11.3.2021] Das Netz an Straßenlaternen kann zur Basis für eine Smart-City-Infrastruktur werden. An den Masten und in den Leuchten lassen sich unterschiedliche Sensoren integrieren, welche die Lebensqualität in Städten und Gemeinden erhöhen können. mehr...
Straßenlaternen können zur Basis für eine Smart-City-Infrastruktur werden.
Lampen: Smart in der Birne Bericht
[10.3.2021] Mithilfe des IoT-Funkstandards LoRaWAN lassen sich Straßenlaternen individuell und bedarfsgerecht steuern. Zenner bietet gemeinsam mit dem Partner CleverCity eine passende Lösung für Stadtwerke und Kommunen. mehr...
Energie sparen mit intelligenter Lichtsteuerung.

Suchen...

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 3/4 2021
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2021
stadt+werk, Ausgabe 11/12 2020
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020

GISA GmbH
06112 Halle (Saale)
GISA GmbH
VIVAVIS AG
76275 Ettlingen
VIVAVIS AG
GIS Consult GmbH
45721 Haltern am See
GIS Consult GmbH

Aktuelle Meldungen