Dienstag, 23. April 2024

Potsdam:
Vorreiter für grüne Wärmeversorgung


[10.7.2023] Der Potsdamer Stadtteil Krampnitz gilt als Vorzeigeprojekt für eine klimaneutrale Wärmeversorgung. Das geht jetzt aus dem überarbeiteten EnergiekonzeptPLUS des Energieversorgers Energie und Wasser Potsdam hervor.

Das Potsdamer Quartier Krampnitz ist in Sachen klimaneutraler Wärmeversorgung Vorreiter. Der Energieversorger Energie und Wasser Potsdam (EWP) hat jetzt das neue EnergiekonzeptPLUS vorgestellt. Daraus geht hervor, dass der neue Stadtteil Potsdam-Krampnitz Vorreiter bei der Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung ist. Wie die Stadt Potsdam mitteilt, gelingt in Krampnitz durch die konsequente Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung für das geplante Nahwärmenetz ein großer Schritt in Richtung Klimaneutralität.
„Wir nutzen in Krampnitz die große Chance, ein neues Stadtquartier nahezu vollständig mit Wärme aus erneuerbaren Energien zu versorgen und damit Vorreiter der Energiewende zu werden“, sagt Thomas Niemeyer, Projektleiter Quartierslösungen der EWP. „Die durchgängig sanierte und neue Gebäudestruktur ermöglicht es uns, ein Wärmenetz aufzubauen, in dem wir mit verschiedenen Wärmepumpentechnologien den Großteil der Wärme aus lokaler Umweltenergie gewinnen können. Damit erreichen wir auf jeden Fall den Standard der CO2-Neutralität gemäß Masterplan Klimaschutz. Selbst der deutlich strengeren Definition von Klimaneutralität nach BISKO, wonach der Ausstoß klimaschädlicher Gase gleich Null sein muss, können wir uns deutlich annähern“, so Niemeyer weiter.

Energiekonzept bereits 2018 vorgelegt

Nach Angaben der Stadt Potsdam hatte die EWP bereits 2018 ein Energiekonzept für Krampnitz vorgelegt. Dieses Konzept haben die EWP und der Entwicklungsträger Potsdam (ETP) weiterentwickelt, weil veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen einen deutlich stärkeren Einsatz erneuerbarer Energien ermöglichen. „Die Weiterentwicklung seit November 2021 hat einen echten Schub gebracht“, sagt Andreas Dietrich, technischer Geschäftsführer der Krampnitz Energie (KE), einer Tochtergesellschaft der EWP. „Wir werden die CO2-Emissionen im Laufe der Zeit kontinuierlich senken. So wird die neue Wärmeerzeugung perspektivisch bis zu 96 Prozent weniger CO2 ausstoßen, als wir in unserem bisherigen Konzept angenommen haben.“
Dies resultiere vor allem aus dem Einsatz unterschiedlichster Wärmepumpentechnologien wie Großluftwärmepumpen, Grundwassergeothermie und Abwasserwärmerückgewinnung, so die Stadt Potsdam. Auch die Wärme des Krampnitzsees werde genutzt. Der Strom für den Betrieb dieser Anlagen soll möglichst vor Ort erzeugt werden. So planen die EWP, neben einer Freiflächen-Solaranlage auch die Dachflächen der Quartiersgaragen in die Stromerzeugung einzubeziehen.

Hohes Geothermie-Potenzial

Eckard Veil, Geschäftsführer der EWP, richtet sein Augenmerk insbesondere auf die Geothermie: „Wir haben in Krampnitz von September 2022 bis Mai 2023 eine Probebohrung für Grundwasser-Geothermie durchgeführt. Die Ergebnisse waren besser als erwartet. Die Grundwassergeothermie wird also einen erheblichen Teil der Wärme liefern, die wir in Krampnitz benötigen. Perspektivisch werden wir diese oberflächennahe Geothermie durch Tiefengeothermie ergänzen. Darüber hinaus werden wir unter verschiedenen Gebäuden großflächige Erdwärmesondenfelder in den Boden bringen, die uns ebenfalls mit Wärme versorgen. Geothermie ist eindeutig die Schlüsseltechnologie für Krampnitz.“ (th)

https://www.potsdam.de
https://www.swp-potsdam.de

Stichwörter: Wärmeversorgung, Potsdam, Krampnitz, EWP, EnergiekonzeptPLUS

Bildquelle: Landeshauptstadt Potsdam/Olaf Gutowski

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Wärmeversorgung

Iqony/RWE: Fernwärme aus Müll bis 2026
[23.4.2024] Iqony Fernwärme und RWE schließen einen neuen Wärmeliefervertrag. Dabei wird Abwärme aus dem Essener Müllheizkraftwerk Karnap zu Fernwärme gewandelt. Der Vertrag läuft bis Ende 2036. mehr...
Stadtwerke Bochum: Grüne Fernwärme durch Pflanzenkohle
[19.4.2024] Das Climate Tech Start-up Novocarbo hat jetzt die Stadtwerke Bochum als Partner für den neuesten Standort seiner Net-Zero-Lösung gewonnen. Der gemeinsam geplante Carbon Removal Park Bochum soll künftig nicht nur die Fernwärme in Bochum grüner machen, sondern auch eine besondere Kohle produzieren, die im Kampf gegen den Klimawandel helfen kann. mehr...
Der Carbon Removal Park Bochum soll künftig eine besondere Kohle produzieren, die im Kampf gegen den Klimawandel helfen kann.
Wiesbaden: Neue Pumpe für Fernwärme
[19.4.2024] Wiesbaden will die Wärmeversorgung umbauen. Dazu wurde eine neue Fernwärme-Pumpstation durch den Energiedienstleister ESWE installiert. mehr...
Mit großem Interesse besichtigten die Besucher die neue Anlage.
Hamburg: Wärmeprojekt vollständig in Betrieb
[18.4.2024] Das Hamburger Wärmeprojekt in der Müllverwertungsanlage Borsigstraße ist jetzt vollständig in Betrieb gegangen. Das Projekt steigert die Effizienz der Wärmeerzeugung ohne Brennstoff-Mehreinsatz sowie ohne Veränderung der Emissionsfracht. mehr...
Das Wärmeprojekt der Müllverwertungsanlage Borsigstraße in Hamburg ist jetzt vollständig in Betrieb gegangen.
RheinEnergie: 23 Meter hoher Speicher in Betrieb
[16.4.2024] RheinEnergie hat einen großen Fernwärmespeicher in Betrieb genommen. Er soll eine tragende Säule für die Wärmeversorgung in Köln werden. mehr...
Der neue Speicher ist 23 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 13 Metern.

Suchen...

 Anzeige

 Anzeige



Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Wärmeversorgung:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH
Meriaura Energy Oy
22761 Hamburg
Meriaura Energy Oy

Aktuelle Meldungen