Donnerstag, 22. Oktober 2020

Windenergie:
Auktionsmodell für Windparks


[12.8.2015] Das Beratungsunternehmen BET hat ein Gutachten vorgelegt, das Vorschläge für Ausschreibungen von Onshore-Windkraftprojekten macht. Drei Maßnahmen sollen den Wettbewerb beflügeln.

Das Beratungsunternehmen BET hat mehrere Vorschläge für eine wettbewerbliche und liquide Ausschreibung von Windkraftanlagen vorgelegt. Erneuerbare-Energien-Projekte werden nach dem Willen der Bundesregierung künftig per Bieterwettbewerb vergeben. Für Photovoltaik-Freiflächenanlagen wurde bereits die erste Ausschreibung durchgeführt (wir berichteten). Nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel arbeitet sein Haus „mit Hochdruck“ an Regelungen für weitere erneuerbare Energien. Hilfestellung könnte ein Gutachten geben, das vom Beratungsunternehmen BET im Auftrag des baden-württembergischen Umweltministeriums gemeinsam mit den Würzburger Professoren Peter Bofinger und Markus Ludwigs erarbeitet wurde. Der Vorschlag für ein Ausschreibungsmodell für Windenergie an Land kommt zu dem Ergebnis, dass eine Kombination von drei Maßnahmen erforderlich ist, damit eine wettbewerbliche und liquide Ausschreibung zustande kommt:
● eine Anpassung des Referenzertragsmodells, nach dem die Windenergieanlagen ihre Förderung je nach Standort erhalten,
● ein Ausschreibungsmechanismus für eine regional ausgewogene Verteilung des künftigen Windenergieausbaus,
● ein gesonderter Mechanismus zur Preisfestlegung für kleinere Projektentwickler und Bürgerenergiegenossenschaften.

Regionalisierte Ausschreibung

Die Anpassungen am Referenzertragsmodell sehen eine Staffelung der Dauer der Vergütung vor. Demnach erhalten Standorte, die 70 Prozent des Referenzertrags bringen, für 20 Jahre eine Anfangsvergütung. Für windhöffigere Standorte wird die Dauer entsprechend abgesenkt. Die Höhe der Anfangsvergütung und damit die grundsätzliche Rentabilität des Windparks bestimmt sich über den in der Auktion ermittelten Gebotspreis und ist damit nicht Bestandteil der Anpassungen. Da auch ein angepasstes Referenzertragsmodell einen ausgewogenen Ausbau der Windenergie nicht sicherstellen kann, schlagen die Gutachter eine Regionalisierung vor. Danach soll Deutschland in zwei Teilräume aufgeteilt werden, denen jeweils eine Mindestquote am Zubau zugeschrieben wird. Damit möglichst viele Akteure an den Ausschreibungen teilnehmen können, sollen zudem kleinere Projektentwickler und Bürgergenossenschaften eine Zuschlagsgarantie erhalten. Sie können an der Auktion teilnehmen, ohne eine Vergütungsforderung zu nennen. Ihre angebotene Leistung wird berücksichtigt und sie erhalten den Preis des letzten bezuschlagten Gebots.
Alexander Schaeff

http://www.bet-aachen.de
Dieser Beitrag ist in der Juli/August-Ausgabe von stadt+werk erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren. (Deep Link)

Stichwörter: Politik, BET, Peter Bofinger, Markus Ludwigs

Bildquelle: Karl-Heinz Laube / pixelio

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Politik

BNetzA: 6,50 Cent EEG-Umlage für 2021
[22.10.2020] Auf 6,50 Cent je Kilowattstunde hat die Bundesnetzagentur die EEG-Umlage für 2021 festgelegt. Damit sinkt sie leicht. mehr...
Schleswig-Holstein: 30 Millionen Euro für Wasserstoff
[22.10.2020] Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat eine Wasserstoffstrategie beschlossen. Mit ihr sollen bis 2023 30 Millionen Euro an Fördergeldern fließen. mehr...
EEG-Umlage: 10,8 Milliarden als Zuschuss nötig
[16.10.2020] Die von der Bundesregierung für das Jahr 2021 gedeckelte EEG-Umlage von 6,5 Cent pro Kilowattstunde erfordert einen Bundeszuschuss von 10,8 Milliarden Euro. Das haben die Übertragungsnetzbetreiber berechnet. Kritik kommt unter anderem vom BEE und VKU. mehr...
Die Offshore-Umlage wirkt sich 2021 leicht senkend auf den Strompreis aus.
EnBW: Baustart für neue Gasturbine
[14.10.2020] Ein Notstromaggregat zur Sicherung der Netzstabilität in Süddeutschland entsteht in Marbach. Jetzt startete der Energiekonzern EnBW den Bau des mit leichtem Heizöl betriebenen Gasturbinenkraftwerks auf dem Kraftwerksgelände bei Marbach. mehr...
Spatenstich für die neue Netzstabilitätsanlage in Marbach.
BWE: Kommunen beteiligen
[13.10.2020] Der Bundesverband WindEnergie plädiert bei Windpark-Projekten für eine verpflichtende Zahlung an die Standortgemeinden. Im aktuellen Entwurf zur EEG-Novelle ist diese nicht mehr enthalten. mehr...

Suchen...

 Anzeige

 Anzeige

 Anzeige

Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 9/10 2020
stadt+werk, Ausgabe 7/8 2020
stadt+werk, Sonderheft Juni 2020
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2020

GIS Consult GmbH
45721 Haltern am See
GIS Consult GmbH
Redtree GmbH
44575 Castrop-Rauxel
Redtree GmbH
telent GmbH
71522 Backnang
telent GmbH
IVU Informationssysteme GmbH
22846 Norderstedt
IVU Informationssysteme GmbH

Aktuelle Meldungen