Handelsblatt

Mittwoch, 16. Januar 2019

Karlsruhe / Stuttgart:
Speicherforschung mit NADINE


[15.10.2018] Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Universität Stuttgart haben eine Vereinbarung zum Aufbau eines Nationalen Demonstrators für Isentrope Energiespeicher (NADINE) getroffen. Errichtet werden soll die Versuchsanlage im Kraftwerksmaßstab in Karlsruhe und Stuttgart.

Der Einsatz flüssiger Metalle in thermischen Energiespeichern soll im Rahmen von NADINE erforscht werden. Energiespeicher für die schwankende Wind- und Solarstromproduktion sind für den Erfolg der Energiewende von entscheidender Bedeutung. Bislang fehlen aber ortsunabhängige und kostengünstige Speicher im Kraftwerksmaßstab. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Universität Stuttgart planen deshalb den gemeinsamen Bau der Forschungsanlage NADINE (Nationaler Demonstrator für Isentrope Energiespeicher).
Das genaue Design der Forschungsanlage wird nach Angaben der Forschungspartner seit Anfang dieses Jahres im Rahmen eines insgesamt 18 Monate dauernden Projekts erarbeitet. Gefördert wird das Projekt NADINE vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie vom Wirtschaftsministerium des Landes Baden-Württemberg. Koordiniert wird die neue Forschungskooperation vom DLR.
Wie die Partner weiter mitteilen, sieht das hinter NADINE stehende Konzept die Entwicklung flexibler und nahezu verlustfrei arbeitender Energiespeicher vor, so genannte isentrope Speicher. Als isentrop wird ein Prozess bezeichnet, der in einem abgeschlossenen System stattfindet, bei dem es zu keinem Wärme- oder Materieaustausch mit der Umgebung kommt. Die Forschungsinfrastruktur NADINE werde für drei typische Temperaturebenen in Energiespeichern und -wandlern ausgerichtet. In Stuttgart sind demnach ein Nieder- und ein Hochtemperatur-Labor für Technologien bis etwa 700 Grad Celsius geplant. Erforscht werden sollen damit innovative Konzepte für Carnot-Batterien, bei welcher Strom mithilfe von Wärmepumpen in Wärme und bei Bedarf wieder zurück in Strom umgewandelt wird. „Durch eine intelligente Kombination aus Wärmepumpen, Wärmespeichern, Kältespeichern und Wärmekraftmaschinen können wir nicht nur elektrische Energie speichern, sondern noch Zusatznutzen wie etwa die Kühlung von Rechenzentren erzeugen“, sagt Professor André Thess, Koordinator von NADINE und Direktor des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik.
In Karlsruhe werde sich das Modul für Temperaturen jenseits der 600 Grad Celsius befinden. Damit soll der Einsatz flüssiger Metalle für Carnot-Batterien und thermische Speicher erforscht werden: „In der Forschung zur Flüssigmetalltechnologie werden gerade vielversprechende innovative Prozesse zur hocheffizienten Umwandlung von Wärme in elektrische Energie und Kraftstoffe entwickelt, die hervorragend in das Konzept von NADINE passen“, erklärt dazu Professor Thomas Wetzel vom Institut für Thermische Verfahrenstechnik des KIT. (bs)

www.energie.kit.edu

Stichwörter: Energiespeicher, Wärmespeicher, Forschung, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Universität Stuttgart

Bildquelle: Karsten Litfin/KIT

Druckversion    PDF     Link mailen


 Anzeige

e-world

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Energiespeicher

Energiespeicherung: Markt für Heimspeicher boomt Bericht
[20.12.2018] Solarstromspeicher liegen voll im Trend. Das zeigt der Jahresbericht zum Speichermonitoring der RWTH Aachen. Untersucht wurden dabei neben Markt- und Technologieentwicklungen auch technische Charakteristika von Heimspeichern. mehr...
Mehr als jede zweite neuinstallierte Photovoltaikanlage (PV-Anlage) bis zu einer Leistung von 30 Kilowatt peak (kWp) wird nach Angaben der RWTH Aachen derzeit zusammen mit einem Heimspeicher installiert.
Batteriespeicher: Kraftwerksbatterie liefert Regelenergie Bericht
[17.12.2018] Im Rahmen eines Joint Ventures haben die Unternehmen EnBW und Bosch am Standort Heilbronn eine Kraftwerksbatterie realisiert. Seit Juli dieses Jahres wird das System zur Bereitstellung von Regelenergie eingesetzt. mehr...
Batteriespeicher von Bosch und EnBW stellt flexibel Primärregelleistung bereit.
Hybridspeicher: Kombiniertes Konzept spart Kosten Bericht
[5.12.2018] Ein Hybridkraftwerk im hohen Norden verbindet Batteriespeicher und Power to Heat und liefert so Primärregelleistung. Vorteile des neuen Konzepts: Es benötigt eine deutlich geringere Batteriekapazität, wodurch sich die Investitionskosten merklich verringern. mehr...
Im Bremer Heizkraftwerk Hastedt kommt ein neues Hybridsystem zum Einsatz.
Baden-Württemberg: Startschuss für DigiBattPro4.0
[23.11.2018] Den Startschuss für das Batterie-Forschungsprojekt DigiBattPro4.0 hat das Land Baden-Württemberg gegeben. Als Industriepartner beteiligt sich das Unternehmen Varta an dem Vorhaben. mehr...
Varta beteiligt sich am Forschungsprojekt DigiBattPro4.0.
Großbritannien: Erstes kommunales Speicherprojekt
[7.11.2018] In Großbritannien wurde das erste Batteriespeicherprojekt einer Kommune in Betrieb genommen. Ein Solarpark mit Batteriesystem des deutschen Herstellers Tesvolt sorgt für Einnahmen in der Grafschaft West Sussex. mehr...
Tesvolt Batteriespeichersystem in Westhampnett in der Grafschaft West Sussex.

Suchen...

Ausgewählte Anbieter aus dem Bereich Energiespeicher:
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH

Aktuelle Meldungen