Dienstag, 27. September 2022

Erschließungsgesetz:
Politik soll Geothermie helfen


[19.9.2022] Fünf Energieverbände fordern ein Geothermie-Erschließungsgesetz. Es soll helfen, einen großen Teil des hiesigen Wärmebedarfs zu decken.

Deutschland muss bei der Wärmewende noch entschiedener vorangehen. Die Tiefe Geothermie hat als grundlastfähige und klimaneutrale Technologie das Potenzial, einen großen Teil des hiesigen Wärmebedarfs zu decken. Deshalb fordert ein Bündnis aus Energieverbänden die Politik dazu auf, ein Geothermie-Erschließungsgesetz zu erlassen, um den schnellen und verstärkten Ausbau der Tiefen Geothermie zu ermöglichen. Die aktuelle Energiekrise macht den Handlungsdruck vor allem im Wärmesektor deutlich. Deshalb appellieren der Energieeffizienzverband für Wärme, Kälte und KWK (AGFW), der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Bundesverband Geothermie (BVG) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in einem gemeinsamen Positionspapier an die Politik, Rahmenbedingungen zu schaffen, um die großen Potenziale der Tiefen Geothermie in größerem Umfang nutzen zu können. Hierfür legen die Verbände konkrete Handlungsempfehlungen vor, deren Umsetzung für einen schnellen und umfassenden Ausbau der Tiefen Geothermie notwendig ist. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind zudem geeignet, die Dekarbonisierung der Fernwärme sowie den Ausbau der Wärmenetze zu beschleunigen.
„Grüne Fernwärme ist der Katalysator für das Erreichen der Klimaziele in den Städten“, erklärt John Miller, stellvertretender Geschäftsführer des AGFW. „Geothermie spielt dabei eine zentrale Rolle, bleibt allerdings bisher oft in Planung und Bürokratie stecken. Das ist ein Luxus, den wir uns nicht länger erlauben können. Wir brauchen deutlich mehr Tempo in den Verwaltungs- und Genehmigungsverfahren sowie neue, umsetzungsorientierte Instrumente für einen deutschlandweiten Ausbau von Geothermie.“ Zentrale Elemente des geforderten Geothermie-Erschließungsgesetzes sind Maßnahmen zur Beschleunigung von Genehmigungs- und Zulassungsverfahren für tiefengeothermische Projekte, die Erhebung geologischer Daten sowie die Einführung eines staatlichen Risikoabsicherungsmechanismus. 42 tiefe Geothermieanlagen in Deutschland zeigen: Ist eine Erdwärmequelle erst einmal erschlossen, stellt sie preisstabil und nachhaltig Energie zuverlässig über Jahrzehnte zur Verfügung. Die Technologie ist skalierbar. Die Branche steht bereit. Der Schatz, der unter unseren Füßen liegt, muss nur gehoben werden. (ur)

https://www.geothermie.de
https://www.bee-ev.de
https://www.vku.de
https://www.bdew.de

Stichwörter: Geothermie, Politik



Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Geothermie

Münster: Guter Standort für Tiefe Geothermie
[27.9.2022] Die Nutzung der Tiefengeothermie für eine klimafreundliche Wärmeversorgung in Münster ist möglich. Das hat der Geologische Dienst NRW ermittelt. mehr...
Kreis Viersen: Start seismischer Messungen
[26.9.2022] Im Kreis Viersen wird ab dem 8. Oktober der Geologische Dienst NRW eine geothermale Charakterisierung des tiefen Untergrunds durchführen. mehr...
Streckenplanung Seismikmessung 2022.
Europäischer Geothermiekongress: Lösungen für emissionsfreie Energie
[16.9.2022] Mitte Oktober versammeln sich Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft in Berlin zum Europäischen Geothermiekongress. Unter anderem wird eine Roadmap Geothermie für Deutschland vorgestellt. mehr...
Tecklenburger Land: Geothermie für Wärmewende
[9.9.2022] Die Stadtwerke Tecklenburger Land wollen die Wärmewende in der Region vorantreiben. Dazu tragen kommunale Wärmepläne, Nahwärmenetze und die Geothermie bei. mehr...
Für das Kalte-Nahwärmenetz im Neubaugebiet Niestadtweg in Mettingen sind die Probebohrungen bereits erfolgt.
München: Stadtwerke bauen Fernkältenetz aus
[12.8.2022] In München soll ab Ende 2023 der Energiestandort Süd der Stadtwerke die Innenstadt mit Fernkälte versorgen. Die Umsetzung übernimmt der Industriedienstleister Bilfinger. mehr...
Vom Energiestandort Süd (Bild mit Visualisierung) soll ab 2023 Fernkälte in die Münchner Innenstadt strömen.

Suchen...

 Anzeige



Aktuelle Information des Verlags


In Zeiten der Corona-Pandemie werden wir aktuelle Ausgaben von stadt+werk allen Interessierten bis auf weiteres kostenfrei digital zur Verfügung stellen. Weisen Sie bitte auch Ihre Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice auf diese Möglichkeit hin.

Wenn Sie stadt+werk auch künftig regelmäßig als Print- und Digitalausgabe erhalten möchten, freuen wir uns über ein Abonnement.

stadt+werk, Ausgabe 7/8 2022
stadt+werk, Ausgabe 5/6 2022
stadt+werk, Ausgabe 3/4 2022
stadt+werk, Ausgabe 1/2 2022
stadt+werk, Ausgabe 9/10 2022

Aboverwaltung


Abbonement kuendigen

Abbonement kuendigen
ITC AG
01067 Dresden
ITC AG
VIVAVIS AG
76275 Ettlingen
VIVAVIS AG
Trianel GmbH
52070 Aachen
Trianel GmbH
rku.it GmbH
44629 Herne
rku.it GmbH
VOLTARIS GmbH
67133 Maxdorf
VOLTARIS GmbH

Aktuelle Meldungen