EW-Medien-2405.15-rotation

Dienstag, 28. Mai 2024

Bonn:
Maßnahmenkatalog veröffentlicht


[3.4.2024] Den stadteigenen Unternehmen in Bonn liegt nun ein Maßnahmenkatalog zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen vor. Die Studie gibt konkrete Empfehlungen, wie das Ziel der Klimaneutralität bis 2035 erreicht werden kann.

Gemeinsam auf dem Weg zur Klimaneutralität. Im Rahmen der Studie „Klimaneutraler Konzern Stadt Bonn“ hat das Unternehmen Trianel untersucht, wie die Töchter des Konzerns Stadt Bonn bis zum Jahr 2035 das Ziel der Treibhausgasneutralität unter Einhaltung des 1,5-Grad-Restbudgets erreichen können. Wie die Stadt Bonn mitteilt, liegt den stadteigenen Unternehmen jetzt ein Maßnahmenkatalog mit so genannten Absenkungspfaden und möglichen Szenarien vor, um die CO2-Emissionen schrittweise zu senken. In den Szenarien seien die bereits laufenden und avisierten Aktivitäten der untersuchten Beteiligungen und Betriebe integriert worden. Die Studie enthalte konkrete Empfehlungen, wie das Klimaneutralitätsziel bis 2035 zu erreichen ist. Das städtische Programmbüro Klimaneutrales Bonn werde die Ergebnisse in das Monitoring und Controlling zum Klimaplan aufnehmen.
Die Untersuchung habe ergeben, dass Bonn-Netz, SWB Bus und Bahn, die Holding der Stadtwerke Bonn sowie das Unternehmen Bonner City Parkraum mit seinen laufenden und geplanten Maßnahmen die Treibhausgasneutralität unter Einhaltung des 1,5-Grad-Restbudgets bis 2035 erreichen können. So werde die Busflotte der Stadtwerke beispielsweise nach und nach vollständig auf emissionsfreie Elektrobusse umgestellt (wir berichteten). Dazu seien zum Beispiel umfangreiche Bauarbeiten an den Busdepots notwendig.

Klimaneutral bis 2035

Auch die Vereinigte Bonner Wohnungsbau AG (VEBOWAG), Bonnorange, die Fuhrpark-Managements von Feuerwehr und Rettungsdienst, die Seniorenzentren und das Theater der Bundesstadt Bonn könnten zum jetzigen Stand bis zum Jahr 2035 klimaneutral werden, dabei ohne zusätzliche Maßnahmen jedoch lediglich das 1,75-Grad-Restbudget einhalten.
Sowohl der Klimaplan als auch die Untersuchung zum Klimaneutralen Konzern Stadt Bonn hätten gezeigt, dass die Transformation der Wärmeversorgung eine zentrale Voraussetzung für das Klimaziel des Konzerns Stadt Bonn darstellt. Mit fast 600.000 Tonnen CO2-Äquivalenten entfalle der größte Teil der Emissionen im Konzern auf SWB Energie und Wasser und hier insbesondere die Wärmeversorgung. Dies entspreche etwa 70 Prozent der Gesamtemissionen des Konzerns (Stand 2019). Die kommunale Wärmeplanung, die derzeit von Bonn-Netz im Auftrag der Stadt Bonn erarbeitet wird, liefere eine wichtige Grundlage für die Infrastrukturentwicklung einer klimaneutralen Wärmeversorgung in Bonn.

Dekarbonisierung der Müllverwertung

VEBOWAG habe bereits konkrete Planungen zur seriellen Sanierung ihrer Mietobjekte inklusive der Umstellung der Wärmeversorgung bis einschließlich 2028. Ein weiterer entscheidender Faktor auf dem Weg zur Klimaneutralität sei die Dekarbonisierung der Müllverwertung. Im Jahr 2019 habe die Verwertung von Abfällen circa 16 Prozent der Treibhausgasemissionen des Konzerns verursacht. Das entspreche 135.000 Tonnen CO2-Äquivalenten. Ein wichtiger Faktor in der Müllverwertung sei dem Bericht zufolge vor allem die allgemeine Reduktion von Müllmengen im Stadtgebiet. Mit ihren Plänen für das Müllheizkraftwerk am aktuellen Standort der MVA möchte die SWB Verwertung den Grundstein legen für die Anwendung von Zukunftstechnologien, um das CO2 zukünftig effizient zu nutzen oder zu speichern. Ein potenzieller MVA-Neubau mit einer reduzierten genehmigten Durchsatzmenge werde entsprechend mit zwei statt drei Verbrennungslinien zum noch effizienteren Verwerten des Abfalls geplant. (th)

https://www.bonn.de
Hier finden Sie den Klimaplan 2035 der Stadt Bonn. (Deep Link)
Hier können Sie die Mitteilungsvorlage mit dem Abschlussbericht zum Klimaneutralen Konzern abrufen. (Deep Link)

Stichwörter: Klimaschutz, Trianel, Bonn

Bildquelle: Sascha Engst, Bundesstadt Bonn

Druckversion    PDF     Link mailen


Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich Klimaschutz

energielenker: Vorreiterkonzepte in Norden und Süden
[23.5.2024] Die energielenker Gruppe unterstützt Kommunen bei der Einführung eines integrierten Vorreiterkonzepts, das der novellierten Kommunalrichtlinie 2022 entspricht. Zwei Beispiele sind der Landkreis Emmendingen in Baden-Württemberg und die Stadt Neumünster in Schleswig-Holstein. mehr...
Solarenergie spielt bei der Erreichung der Klimaschutzziele eine wichtige Rolle.
swb: Raus aus der Kohle
[2.5.2024] swb Erzeugung hat den Block 15 in Hastedt stillgelegt. Damit steigt der Bremer Energieversorger aus der Kohleverstromung aus. mehr...
Mit der Stilllegung von Block 15 in Hastedt haben die swb den Kohleausstieg vollzogen.
Energiekommune: Fulda nutzt Abwasser und Abwärme
[30.4.2024] Fulda erarbeitet zurzeit ein Nachfolgekonzept für ihr Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2013. Die Energie-Kommune des Monats setzt auf Beteiligung der Bevölkerung bei achtsamer und innovativer Nutzung der Ressourcen wie etwa die Wärmegewinnung aus Abwasser und Abwärme. mehr...
Fulda erarbeitet ein Nachfolgekonzept für ihr Klimaschutzkonzept aus dem Jahr 2013.
Baden-Württemberg: Klimaneutral in elf Jahren
[30.4.2024] Vier Kommunen in Baden-Württemberg starten erste, vom Land geförderte Maßnahmen und wollen in elf Jahren klimaneutral sein. Die Landesenergieagentur KEA-BW betreut das Vorhaben. mehr...
Blick auf das alte und neue Rathaus in Denzlingen.
Veolia/BS Energy: Kohle ade!
[25.4.2024] Nach fast 40 Jahren wurde das Braunschweiger Kohleheizkraftwerk am Standort Mitte vom Netz genommen. Vorausgegangen waren die Modernisierung und der Neubau von Erzeugungsanlagen mit der größten Investition in der Firmengeschichte von BS Energy in Höhe von rund 250 Millionen Euro. mehr...
Am 6. Februar 2024 erreichte der letzte Kohlezug das Heizkraftwerk Mitte in Braunschweig.